CxXIII. Auf Democritum Den Caracter dieses grossen Mannes, (ἐλαχίςου δε ἐν τῆ βασιλεία τῶν ούρανῶν) hat niemand accurater getrof- fen als der seelige Spener, dessen Rath der Autor im Um- gang mit Jhm pünktlich befolget hat. den Christianer. Ein Christ ist ein Gesalbter, d. i. ein würcklicher Mitgenoß JEsu Christi; Ein Christianer aber einer, der der Lehre Christi Beyfall giebt

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Nicolaus Ludwig von Zinzendorf: CxXIII. Auf Democritum Den Caracter dieses grossen Mannes, (ἐλαχίςου δε ἐν τῆ βασιλεία τῶν ούρανῶν) hat niemand accurater getrof- fen als der seelige Spener, dessen Rath der Autor im Um- gang mit Jhm pünktlich befolget hat. den Christianer. Ein Christ ist ein Gesalbter, d. i. ein würcklicher Mitgenoß JEsu Christi; Ein Christianer aber einer, der der Lehre Christi Beyfall giebt (1735)

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So ist Democritus dann aus dem Streiter-Thal
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Ins Feld der Ewigkeit den Saamen schauen gangen
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Den er so lange her zu säen angefangen?
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Er warb wohl eigentlich nicht zu des Lammes Mahl,
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Dagegen wollt er sich aus Kirchen-Wesen machen,
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Was

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Democritus, mein Freund! Mein Auge thränt zum HErrn,
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Daß dein so muntrer Geist beym Triebe der Gedancken
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Des rechten Pfads verfehlt der weisen Gnaden-Schrancken,
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Des Buchs der Zeugenschafft vom hellen Morgenstern,
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Ein kluger Lehrer wird nicht eher ein Prophet
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Biß ihm des Lammes Blut durch Leib und Seele geht!

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Gewiß wer Pauli Fluch mit offnem Kopfe list
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Er habe gleich ein Hertz, ein zäher Hertz als Led er
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Der hängt unfehlbar ein, der hemmt die schnellen Räder
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Der flüchtigen Vernunfft, wenns an dem Berge ist.
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Es giebt Materien auf der gelehrten Erden
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Dabey nicht nöthig ist Anathema zu werden.

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Ich kenne Dippels Weg, wovon er sich verirrt,
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Den Zug beym ersteren Genuß des Abendmahles,
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Die Gnade rührte Jhn vermittelst eines Strahles,
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Der bey den Ordnungen des Lamms verheissen wird.
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So hätte ich erlangt, was ich noch soll erlangen

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O wenn Democritus zu Christi Füssen lag
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Gebückt, gerührt, geschlacht, und in sich selbst verarmet,
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Gekehrt zum Sünder-Freund, der sich so gern erbarmet,
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Da blickte Jhm viel mahl ein Schein vom Gnaden-Tag,
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Wenn er (wie ich gesehn) mit Witz und Wissen stritt;
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So weinte man gewiß von gantzem Hertzen mit.

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Gelehrte! kommt heran zum Sammel-Platz des Lichts,
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Bemühet Euch zuerst, zu wissen, was Jhr wollet,
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Dann lernet auch wie Jhr zum Zweck gelangen sollet.
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O wie wird
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Der Schrifft

(Zinzendorf, Nicolaus Ludwig von: Teutscher Gedichte Erster Theil. Herrnhuth, 1735.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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