CxIV. Bey des M. Bardili Be- gräbniß

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Nicolaus Ludwig von Zinzendorf: CxIV. Bey des M. Bardili Be- gräbniß (1735)

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Die Gnade ist gewiß noch allzu unbekannt,
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Die Gnade, eine Krafft, von Millionen Zungen
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Bald mit Beweglichkeit, bald nur mit Unverstand,
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Daheim und offentlich, bezeuget und besungen.
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Was wird noch aus der Welt? Wie groß ist ihre Noth!
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Wie ist das Leben selbst den Todten noch so todt!

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Kan der vom Gnaden-Stuhl zurück geschreckte Geist,
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Kan er den Sinn des HErrn nicht gäntzlich vorenthalten;
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So, daß ein Mensch erfährt, was Gnade GOttes heist:
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So bildet er das Wort in seltsame Gestalten;
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Bald gehts dem Glauben
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Bald macht er, daß man

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Was ist doch eigentlich am Mißverstande schuld?
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Und ists kein Mißverstand, wer härtet das Beginnen
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Des Volcks von frecher Stirn, von Diamantnen Sinnen,
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Von unbeschnittnem Ohr und halb-verweßten Geist,
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Und dessen Sprichwort doch auch:

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Nicht GOtt! Dann welcher Mensch ihn dieser Sache zeyht,
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Der macht den Schöpffer selbst sehr deutlich zum Betrüger,
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Und damit wird zugleich das Hauß der Menschlichkeit
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Wer anders, als ein Geist der Lügen, hats erdacht,
22
Daß GOtt uns anders

(Zinzendorf, Nicolaus Ludwig von: Teutscher Gedichte Erster Theil. Herrnhuth, 1735.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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