XcIV. Auf die erste Wache ums Bette Sa- lomo, die Glaubens-Helden

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Nicolaus Ludwig von Zinzendorf: XcIV. Auf die erste Wache ums Bette Sa- lomo, die Glaubens-Helden (1735)

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Jhr Brüder! hört ein grosses Wort: Der König Salomo, der ruhet,
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Nachdem er durch den Höllen-Port
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Gerissen, und sich ausgeschuhet.
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Dem durch sein Blut erkauften Geist
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Des Menschen, welcher an ihn glaubet,
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Der Christi
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Dem ist sein
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Daß aber Satanas
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Nach seinem alten Haß,
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Den GOtt aus tieffer Weißheit schonet,
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Die Ruhe nicht verstöhr,
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So wacht ein Helden-Heer
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Ums Zelt, darinn die Liebe wohnet.

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Ob ihrer an die sechzig schon
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Das Lager Salomo beschirmen;
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So heist der Feind doch Legion,
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Und sucht den Liebes-Thron zu stürmen.
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Drum hat der Fürst, der Heeres-Kraft,
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Die diese
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Entgegen stell’n der
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Der
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Die
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Die
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Die schliessen eine Kett’
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Ums Königs Ehe-Bett,
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Und wer da kan mag durch sie fahren.

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Der
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Daß
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Den Seelen nicht des Lammes Blut,
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Das Kleinod aller Schätze raube.
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Wenn
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Und
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Wohin ihn seine
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So hält sich
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Und spricht,
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Ich zieh mit diesem Mann.
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Will sich das
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So macht der
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Daß es zurücke muß,
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Den Dünckel leget er an Ketten.

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Was wilt du bey der ewgen Glut?
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Spricht die
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Sie frißt ja alles, was nicht gut,
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Der
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Ich sorge um die Sünde nicht,
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Der Heyland hat davor gelitten,
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Und wenn mir annoch was gebricht,
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So mögen andre vor mich bitten.
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Bald tritt die
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So die wahrhafte
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Aus JEsu blutgen Wunden ziehet;
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All ein die Sünde drückt,
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Biß sich die Seele bückt,
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Und sich mit Angst ums

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Die Seele ist in Adam
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Und kan sich nicht im Geist bewegen,
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Der Rede Nachdruck weiß zur Noth,
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Jm
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Allein das Hertz ist hart wie Stein,
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Und Fleisch und Blut wagt keine Stürme,
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Sein Andachts-Feuer giebet Schein,
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Doch zündets nicht, und zeuget Würme.
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So bleibt der Tod im Topf,
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Biß daß der Todten-Kopf,
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Von
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Nach Christi Bild erwacht,
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Und alle Thiere
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Die um den todten Adam rasen.

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Denn stellt der Glaube eine Kraft,
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Die heißt
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Was die Natur nicht weggeschaft,
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Bekämpft die
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Kaum aber, daß das Kind des Lichts
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Jm Geist die Augen aufgeschlagen,
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Da faßt es alles, und zerbrichts,
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Das leidet keinen Feind,
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Der offenbahr erscheint,
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Will ja ein Feind den Platz nicht missen,
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Und nach und nach empor,
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So giebt
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Sonst würd er von der Kraft zerrissen.

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Der erste falsche Freund heist
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Der weiß dem Geiste süß zu pfeiffen,
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Und spricht: du bist ein grünes Holtz,
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Du kanst dich auf dein Gutes steiffen.
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Gleich rückt die Geistes
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Und wird der Heiligkeit zum Schilde,
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Die schlägt dem Stoltz den Schädel ein,
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Und auch dem nachgemachten Bilde,
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Das hat der Armuth Kleid,
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Und ist nur
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Und giebt aus Eigen-Lieb Erbarmen
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Sich vor so elend an,
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Daß sie sich schonen kan;
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Die Armuth

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Der steht die sechste Glaubens-Kraft
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In einem Augenblick zur Seite,
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Die bringt der gantzen Heldenschaft
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Jhr Brod und Rüstung, Sieg und Beute.
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Die Kraft wird das
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Ein stetes Sehnen nach dem Bette,
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Deß, der die Seelen alle kennt,
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Und ein Zusammenschluß der Kette.
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Wenn das der Feind erzwingt,
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Daß ers Gebet
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So ist die Kette eingerissen,
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Und wenn er das nicht kan,
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Stellt ers Geplerre an,
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Doch die Gebets-Kraft tritts mit Füssen.

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Nun geht der muntre Löwe her,
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Der Tag und Nacht die
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Die
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All ein wie bald ist sie
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Er läst auch keine
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Die einige vors
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Die noch nicht recht erfahren seyn,
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Er läst das sanfte Sausen walten.
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Wird ihm Gefahr bekannt,
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So beut er seine Hand
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Der Kraft, die Allmacht selbst zu fassen,
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Wenn diese,
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So läst die Heldin nicht:
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Denn kan man

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Hier kostet es zuweilen was,
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Die Faulheit läst die
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Der
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Und sucht der Gnade bey zustehen.
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Die
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Und wenn ihr der zum Kampf geblasen;
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So treibt sie auf der Sieges-Bahn,
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Der Schreck ist Preiß vor ihre Nasen,
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Da muß der Feind zurück
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In einem Augenblick,
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Das
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Die falsche
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Ubt ihre Ritterschaft,
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Wo keine Feinde nicht zugegen.

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Ans Ringen schließt sich die
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Die auf des Königs Hülffe wartet,
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Nach seiner freyen Lieb und Huld,
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Und unterdeß im Streit er hartet.
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Sie sieget über den
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Dems alsobald verdreußt zu leben,
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Wenn er ein wenig harren muß;
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Sie haßt das
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Wenn einen nichts dran liegt,
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Ob man auch würcklich
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Denn, wird gleich keine Zeit beniemet,
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Wenn man gewinnen soll,
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So ist der Kampf doch toll,
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Der sich nicht endlich Sieges rühmet.

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Je mehr der Geist zur Ruhe zieht,
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Und sich in sanften Feuer stählet,
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Das wenig Funcken von sich sprüht,
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Damit es ihm nicht selber fehlet;
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Je näher ist die Glaubens-Hand
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Dem
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Das nach dem Leben ausgespannt,
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Es augenblicklich hingenommen.
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Zwar faßt sich Fleisch und Blut
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Zuweilen einen
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Und greift; allein es greift nach Schatten,
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Und wenn es nicht gleich hat,
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So wird es balde
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Denn es hat keine Kraft zum Gatten.

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Die eigentlich genannte
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Entstehet neben dem Ergreiffen,
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Und kan die gantze Heldenschaft,
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Sich auf dieselbe sicher steiffen:
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Denn Blitz und Schlag ist hier vereint,
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Und was sich vom verborgnen Banne
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Auch noch so starck zu machen meynt,
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Das haut sie rüstig in die Pfanne,
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Die gantze
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Wird von ihr weggeschaft,
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Denn kaum daß sich der Streit erhitzet,
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So liegt sie ohne
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Und wird nur ausgelacht,
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Die Kraft ist um und um

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Den Dünckel thut die Kraft in Bann,
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Und will von keinem
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Der
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Mit dem sie immer durchgerissen,
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Die Klüfte werden eingestürtzt,
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Die Felsen werden unterfahren,
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Der Höhen Gipfel abgekürtzt,
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Der Feind getrennt mit seinen Schaaren,
188
Die eigene
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Verliert hier
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Das Ubertäuben hemmt die Feinde,
191
Doch sie erhohlen sich,
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Und handeln listiglich,
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Vernunft und Fleisch sind leichtlich Freunde.

194
Nun offenbahret sich
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Des Glaubens muntre Waffen-Träger,
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Er wartet freudig auf den Krieg,
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Und dreht sich um der Helden Läger,
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Er reucht den Streit, der noch so fern,
199
Da jauchzet er, wo andre zittern,
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Die Fersen-Stiche hat er gern,
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Denn da setzts wieder Kopf-Zersplittern:
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Wenn die Natur
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Vernunft in Lüften siegt,
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Und blindlings lauter Schatten bindet,
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So steckt er sein Panier,
206
Ins feindliche Revier,
207
Und

208
O Seele! thu die Augen auf,
209
Und siehe deine Uberwinder,
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Hier bleibt der Feind gewiß im Lauf,
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Hier ist die Burg vor Zions Kinder,
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Wer wolte nun nicht fleißig seyn,
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Sein Bette hurtig aufzuschlagen?
214
Wer ließ den König nicht hinein,
215
Und die des Königs Schilde tragen?
216
O Seelen-Bräutigam!
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O erst erwürgtes Lamm!
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Nun aber, ausgeruhter Leue!
219
Nimm unsre Seelen ein,
220
Laß
221
Wir schweren dir die

(Zinzendorf, Nicolaus Ludwig von: Teutscher Gedichte Erster Theil. Herrnhuth, 1735.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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