1
Was Unterschiedne thun, kan unterschieden seyn.
2
Die Alten freyten dort, und liessen sich auch freyn:
3
Die Engel freyen nicht, die Kinder GOttes freyen;
4
Und ist Gefahr dabey, so kan es auch gedeyhen.
5
Wer nicht recht theilen kan, dem klingt es furchterlich,
6
So bald das Wort erschallt: Der, die verehlicht sich.
9
Mein Hertz! was dachtest du? was fiel dir drüber ein?
10
Als erst die Rede gieng: Die
12
Er sucht nicht irrdische, er sucht vollkommne Gaben,
13
Er hat so unrecht nicht, (gedachtest du, mein Hertz;)
14
All ein, das Freyen ist den Christen ausser Schertz:
15
Wenn Henriette sich doch ja nicht übereilte,
16
Und (weil ihrs GOtt vergönnt) sich noch mit niemand theilte.
17
Wer weiß, erhohlte sich die Uberlegungs-Kraft,)
18
Ob dieser Ehestand nicht viel Gedeylichs schaft.
19
Hat nicht manch theures Weib dem Mann, der sie erwehlet,
20
In JEsu Christi Grund noch tiefer eingepfählet?
21
Mein Dencken endigte sich mit Gebet und Flehn;
22
Wohlan, dahin all ein soll meine Bitte gehn,
23
Er, seufzt ich: Theurer Freund und Bräutigam der Hertzen!
24
Entzünd in diesem Paar der reinen Liebe Kertzen!
25
Entflamm ein iegliches mit deiner Freudigkeit!
26
Dein Eifer um das Hauß des Vaters sey ihr Kleid!
27
Dein sanfter Liebes-Sinn sey ihr Geschmuck von innen!
28
So wird auch diesem Paar die Welt nichts abgewinnen.
29
So stürtzt vor diesesmal der aufgehaltne Fluß
30
Der Sinnen aufs Papier, das ich ergreiffen muß,
31
Um meine Redlichkeit den beyden lieben Häusern,
32
Die GOtt verbunden hat, mit wenigen zu äusern.
33
Lebt, Hochgeliebteste! und da ich noch nicht weiß,
34
Ob Baron Kittlitz nicht auch Bruder Kittlitz heiß;
35
So wag’ ichs auf den HErrn ihn brüderlich zu segnen:
36
Jhn müsse alles das, was Brüder trift, begegnen!
37
Warum erwehlt er sich ein Weib zum Eh-Gemahl,
38
Die aus der sonderlich erkauften Schwestern Zahl?
39
Wer Schwestern freyen will, der muß als Bruder leben;
40
Sonst kan sich ihm kein Hertz, das JEsu ist, ergeben.
41
Man hat nicht Sicherheit, wenn man ein JEsus-P
42
In seine Arme nimmt, und nicht aus JEsu Hand:
43
Der ihm die Fran geschenckt, der schenck ihm überschwänglich
44
Creutz, Schmach und Seligkeit, und alles unvergänglich!