LxIII. Auf des Baron Kittlitz Heyrath mit der Gräfin Henriette Henckeln

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Nicolaus Ludwig von Zinzendorf: LxIII. Auf des Baron Kittlitz Heyrath mit der Gräfin Henriette Henckeln (1735)

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Was Unterschiedne thun, kan unterschieden seyn.
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Die Alten freyten dort, und liessen sich auch freyn:
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Die Engel freyen nicht, die Kinder GOttes freyen;
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Und ist Gefahr dabey, so kan es auch gedeyhen.
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Wer nicht recht theilen kan, dem klingt es furchterlich,
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So bald das Wort erschallt: Der, die verehlicht sich.
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Wenn
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Wenn
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Mein Hertz! was dachtest du? was fiel dir drüber ein?
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Als erst die Rede gieng: Die
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Der Baron
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Er sucht nicht irrdische, er sucht vollkommne Gaben,
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Er hat so unrecht nicht, (gedachtest du, mein Hertz;)
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All ein, das Freyen ist den Christen ausser Schertz:
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Wenn Henriette sich doch ja nicht übereilte,
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Und (weil ihrs GOtt vergönnt) sich noch mit niemand theilte.
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Wer weiß, erhohlte sich die Uberlegungs-Kraft,)
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Ob dieser Ehestand nicht viel Gedeylichs schaft.
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Hat nicht manch theures Weib dem Mann, der sie erwehlet,
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In JEsu Christi Grund noch tiefer eingepfählet?
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Mein Dencken endigte sich mit Gebet und Flehn;
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Wohlan, dahin all ein soll meine Bitte gehn,
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Er, seufzt ich: Theurer Freund und Bräutigam der Hertzen!
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Entzünd in diesem Paar der reinen Liebe Kertzen!
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Entflamm ein iegliches mit deiner Freudigkeit!
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Dein Eifer um das Hauß des Vaters sey ihr Kleid!
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Dein sanfter Liebes-Sinn sey ihr Geschmuck von innen!
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So wird auch diesem Paar die Welt nichts abgewinnen.
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So stürtzt vor diesesmal der aufgehaltne Fluß
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Der Sinnen aufs Papier, das ich ergreiffen muß,
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Um meine Redlichkeit den beyden lieben Häusern,
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Die GOtt verbunden hat, mit wenigen zu äusern.
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Lebt, Hochgeliebteste! und da ich noch nicht weiß,
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Ob Baron Kittlitz nicht auch Bruder Kittlitz heiß;
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So wag’ ichs auf den HErrn ihn brüderlich zu segnen:
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Jhn müsse alles das, was Brüder trift, begegnen!
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Warum erwehlt er sich ein Weib zum Eh-Gemahl,
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Die aus der sonderlich erkauften Schwestern Zahl?
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Wer Schwestern freyen will, der muß als Bruder leben;
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Sonst kan sich ihm kein Hertz, das JEsu ist, ergeben.
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Man hat nicht Sicherheit, wenn man ein JEsus-P
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In seine Arme nimmt, und nicht aus JEsu Hand:
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Der ihm die Fran geschenckt, der schenck ihm überschwänglich
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Creutz, Schmach und Seligkeit, und alles unvergänglich!

(Zinzendorf, Nicolaus Ludwig von: Teutscher Gedichte Erster Theil. Herrnhuth, 1735.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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