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Ejle, hieß es einst bey mir, grüsse zwey erlauchte Helden.
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Aber, was den Seligen nimmer gnugsam anzumelden:
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Dem Gecreutzigten zu dienen, sey die gröste Fürsten-Lust.
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Also geht die Reise fort, ob sie gleich beschwerlich schiene,
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Eine unerkannte Führung leitet mich nach Rudelstadt,
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Da ich schleunig weiter will, werthe
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Hertzog Ernsts Durch laucht'ge Tochter, die daselbst den Für-
sten hat.
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Suchet ihr, so redet sie, Seelen, die den Heyland lieben,
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Ich bin Christian Ernstens Schwester auf die ein und an-
dre Art,
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Jesus hat sein Gnaden-Werck lange schon bey mir ge-
trieben,
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Und sich meinem armen Hertzen, als ein Freund geoffen-
bahrt.
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Hertzogin! versetzt' ich drauf: Man hat allemal gesaget,
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Daß die Fürstin dieses Landes eine fromme Fürstin sey;
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Aber ich gestehe gern, daß ich wenig drum gefraget,
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Wegen der bey vielen Grossen eingerißnen Heucheley.
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Jesus, unser Landes-HErr, forderte von seinen Strei-
tern
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Allem, allem abzusagen. Wen er anders finden wird,
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Den wird zur Vergeltungs-Zeit seine Majestät zuscheitern,
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Ob er hier ein Fürst gewesen; oder aber nur ein Hirt.
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Das ist wahr! erwiederte die Durchlauchtige Sophie,
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Aber meynet ihr, daß JEsus, der Geringen ihr Patron,
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Nicht zuweilen auch ein Hertz aus der Zahl der Edlen ziehe,
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Und aus Gnaden würdig mache der geehrten Dornen-
Cron
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So und so erzehlte sie, hat mich seine Treu gebunden,
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Diß und jenes hat mein Hertze vor und nach der Angst ge-
fühlt,
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Und nun ruht mein Innerstes in des theuren Heylands
Wunden,
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Da indeß die Welt nur immer nach der äussern Ruhe zielt.
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Drauf begab ich mich dem Hof in der Ehrenburg zu grüssen,
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Christian Ernst, den lieben Printzen, auch von Angesicht zu
sehn,
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Kaum, daß wir uns angeblickt, lagen wir zu JEsu Füssen,
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Und verbanden uns von neuen unter seinem Creutz zu
stehn
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Ich begleitete den Printz biß in Saalfelds werthe Mauren,
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Da bezeugete die Fürstin,
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Aber unser Aufenthalt konte hier nicht lange dauren,
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Christian Ernsts Durchlaucht'ge Schwester ruft uns unge-
säumt herbey.
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Kurtz: Nach einer theuren Schrift,
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Eilte GOtt mit dieser Seele zu der frohen Ewigkeit.
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Wäre sie betrübt gewest, hätten wir vielleicht geweinet;
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Aber sie war unsrer Zukunft auf das hertzlichste erfreut.
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Sie befahl uns alsobald JEsum mit ihr anzuflehen,
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Und nach einer kleinen Stille ward ihr Mund recht aufgethan,
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Viel von ihrem gantzen Lauf im Gespräche durchzugehen;
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Bald nach diesem Schwan-Gesange hub der Kampf des To-
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Vorgedrungner Thränen-Ströme und erbärmlichen Ge-
thöns;
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Aber sie lag voller Trost, in beständiger Erfrischung,
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Voller Ruhe, voller Hofnung eines sel'gen Wiedersehns.
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Mitgehülffen, ja auch Zeugen ihres letzten Kampfs zu
seyn,
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Stund in einer Fassung da, die ihr nicht begreiffen könnet,
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Denen solch ein Hingang furchtsam, und der Abschied scheint
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Wilhelmine wolte sich viele Stunden nicht mehr regen,
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Mund und Auge war geschlossen, (wies am Ende geht, so
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Warrlich, sprach ich, JEsus kan besser, als wir alle, pflegen;
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Da ward loß das Band der Zunge:
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Darum brach ich freudig aus:
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Redte von dem Weyhnacht-Liede:
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Und der Umstand schickte sich, JEsu Liebe zu erzehlen,
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Alles stund in Hertz-Bewegung, wies bey Sterbe-Betten ist.
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Unsrer Hertzogin ist wohl; waren damals meine Worte.
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Last uns über dieser Sache voller Uberlegung seyn;
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Jeder, so zugegen ist, dringe durch die enge Pforte,
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Denn, so dringt er, wie die Fürstin, auch zur Ruhe GOt-
tes ein
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Und bey der Gelegenheit denen Seelen recht zu nützen,
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Weil sie eine Krancke sahen, die auf gutem Grunde stand,
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Die oft biß zur Hölle halten, und denn gehn sie durch die Hand.
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Kaum, daß ich den Fuß versetzt, und nach Ebersdorf gediehen,
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Schryen schon die Leutenberger: Ach!
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Mir schrieb Hertzog Christjan Ernst von der theuresten
Sophien:
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Gestern hat sie überwunden durch des Lammes Blut-
Gewinn.
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Stirb! Du dieser Zeitlichkeit längstens abgestorbnes Hertze!
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Oder, daß ich besser rede: Leb in alle Ewigkeit!
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Deine letzte Lehr an mich, unter vielem Leibes-Schmertze,
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Soll mir zur Erinnrung dienen, meine gantze Lebens-Zeit:
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Ich so sprach sie einst zu mir, glaube, daß ihr JEsum liebet,
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Aber euer Ruf ist grösser, als ihr in der Wahrheit liebt,
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Weil ihr euch noch fleißiger im Vernunfts-Bedencken übet,
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Als ihr das behertzte Zeugniß dieses theuren Heylands übt.
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Hundert Worte bleiben so in die Hertzens-Gruft verriegelt,
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Die bey wenigern Bedencken, sich im Segen offenbahrt,
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Eine Seele, welche sich nicht in Eigenheit bespiegelt,
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Liebet den gewissen Fortgang ihrer Absicht nicht so zart.
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Sie bekennet, weil sie glaubt, sucht die Stunden einzuhan-
deln,
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Stößt sich lieber vor die Stirne, ehe man sie träge spühr.
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Also hat mich GOtt gelehrt, leb ich, will ich also wandeln.
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Die das hörten, die erstaunten.
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Dieser Abschied bleibet uns in das treue Hertz geschrieben,
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Dem Durchlaucht'gen Friedrich Anthon werd' er auch
hierin geätzt;
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Theurer Fürst, wie wird sie einst ihre Wilhelmine lieben.
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Wenn sie ihren trenen Wandel allen Ernstes fortgesetzt.
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Haben sie doch GOtt geliebt, und darüber schon gelitten,
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Ehe GOtt den Regiments-Stab ihnen in die Hand gereicht,
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Lagen sie doch vor dem HErrn, um Barmhertzigkeit zu
bitten,
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Ehe wir am Krancken-Lager unsre Knie vor GOtt ge-
beugt.
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Noch ein einig Wort an dich,
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Kein Held flicht sich mehr in Händel, als zu seinem Kampfe
dient,
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König JEsus führe dich auf der Creutz-Bahn immer weiter,
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Biß dein Geist vor ihm erscheine, biß auch dein Gebeine
grünt.
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Liebt, ihr fromme Fürsten! liebt, wie Sophie Wilhelmine,
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Jhren Seelen-Bräutgam liebte, der sie itzo schon erquickt,
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Ich will meinen grossen HErrn nach, wie vor, in Demuth
preisen,
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Menschen-Furcht und alles andre, was uns auf die letzte
nagt,
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In des Uberwinders Kraft immer weiter von mir weisen,
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Biß ich das Triumphs-Lied singe: So gewonnen, wie
gewagt!