LiV. Auf der bißherigen Inspectorin im Stifte zu Beretelsdorf, Fräulein von Zesch- witz, Verheyrathung mit dem Herrn Rentmeister Buchs

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Nicolaus Ludwig von Zinzendorf: LiV. Auf der bißherigen Inspectorin im Stifte zu Beretelsdorf, Fräulein von Zesch- witz, Verheyrathung mit dem Herrn Rentmeister Buchs (1735)

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So selig führt der HErr die lieben Seinen,
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Daß jederman darob erstaunen muß:
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Bald giebt er ihnen Wasser gnug zu weinen,
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Bald labt er sie mit seinem Uberfluß.
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Sein Vater-Hertz ist immer gut vor sie:
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Und wenn ihr Fuß nur seine Wege geht,
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Wenn schon der Sinn nicht viel davon versteht;
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So merckt man bald, daß uns die Liebe zieh.

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Wohl denen, die ihr Leben aufgegeben,
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Und in den Tod des HErrn begraben sind:
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Denn also fangen wir recht an zu leben,
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Wenns Fleisch verliert, und wenn der Geist gewinnt.
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Wohl denen, welchen nichts als GOtt bewust.
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Dem alles Ding so gleich ins Auge fällt,
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Der hat ein Hertz, das ewig Treue hält,
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Und Gutes thun ist seine Fürsten-Lust.

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Warum wird doch das Volck des HErrn nicht weiser,
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Und trauet ihm von nun an alles zu,
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Und baut aufs Wort des GOttes Jacobs Häuser,
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Daß, was er spricht, er auch unfehlbar thu.
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Wir setzen Gut und Blut und Ehre dran,
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Daß GOtt der Held in Jsrael nicht leugt.
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Es glaub es wer da will, und wer da kan.

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Bedenckt man sich, die alten Wunder-Thaten,
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So traut man GOtt von Tag zu Tage mehr:
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Doch heute giebst du uns was aufzurathen,
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Darüber Sinn und eignes Wehlen stutzt:
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Denn, ist es nicht, o Vater! deine Hand,
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Die uns nur itzt dein werthes Kind entwandt,
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Das uns bißher zu mancherley genutzt.
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Wie selten sind die auserwehlten Seelen,
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Die Jungfern GOttes und des GOttes-Lamms,
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Die keinen Pfad vor ihre Tritte wehlen,
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Als nur den Gang des Seelen-Bräutigams?
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Wo ist ein Hertz von dieser argen Welt
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Durchs Bundes-Blut vollkommen loßgekauft,
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Auf unsern HErrn und seinen Tod getauft,
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Und das sich selbst gleichwol vor gar nichts hält?

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Gelobet sey die Niedrigkeit der Esther,
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Sie kannte nichts an sich, als dein Geschenck;
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Auf gleiche Art war unsre liebe Schwester,
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Bey sich allein der Gnaden eingedenck.
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Das, was ein Christ von andern fodern kan,
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Das richtete sie alles treulich aus:
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Sie scheute nicht ein armes Pflege-Hauß.
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Und legte da ihr Pfund mit Wucher an.

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Nun geht sie hin, auf dein besonder Wincken,
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Der du in guten Wercken Schöpfer bist:
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Sie ist bereit den Creutzes-Kelch zu trincken,
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Der von der
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Sie zeucht dahin mit einem
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Der JEsum nur, und sie in JEsu liebt,
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Der sich dem HErrn mit ihr zugleich ergiebt.
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Nimm dieses dir so süsse Opfer an.

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Wir gönnen ihm den allerreichsten Segen,
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Den deine Hand auf ihre Kinder legt:
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Wir wünschen ihr der Salbung sanftes Regen,
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Darinnen sich der gute Geist bewegt.
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Du ehemals Gecreutzigter in Schmach!
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Dein Leben zieh es dir ins Leben nach,
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Und setz es einst zur Pracht in deinem Reich!

(Zinzendorf, Nicolaus Ludwig von: Teutscher Gedichte Erster Theil. Herrnhuth, 1735.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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