Li. Gerechte Thränen über Julianen, Grä- fin von Zinzendorf

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Nicolaus Ludwig von Zinzendorf: Li. Gerechte Thränen über Julianen, Grä- fin von Zinzendorf (1735)

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Ach Schwägerin! wie beugt mich dein Erblassen!
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Was ritzet mir dein Tod vor Wunden auf!
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O tiefer Riß, ach unterbrochner Lauf!
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Es lehre mich der HErr sein Hertze fassen,
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Er binde mir die Augen feste zu,
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Und führe mich

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Ach
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Da Salomo die Tugend mit verehrt,
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Nach Billigkeit vor andern zugehört,
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Und du! liegst schon in einem Sterbe-Kittel!
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Ich eilete, da mir der Bruder rief,
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Und wuste nicht, daß Juliana schlief.

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Ich trete nur, nach abgelegtem Reisen,
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Ins Hauß hinein, so wird mir angesagt,
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So wird mir gleich von jederman geklagt:
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Der Bruder sey bestürtzt mit seinen Wäysen.
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Es hätte kaum
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So sey

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Ach harter Fall! davon die Pfosten beben!
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Was männiglich an unserm Hause preist,
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Das zeugete dein hocherhabner Geist,
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Das zeigete dein angenehmes Leben.
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Und hätte dich der Schnitter nicht gemeynt;
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Wie hätte sich dein Ruhm noch ausgebreit?

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Allein! wer will den Rath der Wächter meistern?
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Ich bebe zwar, doch mit Ergebenheit,
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Und tröste mich mit der Barmhertzigkeit,
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Die dich so bald versetzt zu denen Geistern.
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Denn, rückt der Freund den Lebens-Zeiger fort;
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So weiset er an einen guten Ort.

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Wer weiß, als du,
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Wie theuer mir dein Wohl gewesen ist;
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Wer weiß das recht, nun du verschieden bist?
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Mein Hoffen liegt begraben in der Höle,
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Die deinen Leib biß auf
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Da dich der HErr von neuem kommen heist.

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Ach
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Was deiner seits in aller Augen fällt,
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Das bleibt bey mir zwar etwas mehr verstellt;
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Doch hat mein Hertz nicht weniger gejohren.
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Auf,
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Und dringe dich (mit mir) zur Ewigkeit!

(Zinzendorf, Nicolaus Ludwig von: Teutscher Gedichte Erster Theil. Herrnhuth, 1735.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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