XxX. Auf des Herrn von Watteville Ver- löbniß mit der Fräulein Joh. Sophia von Zetzschwitz. Am 7. Septembr

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Nicolaus Ludwig von Zinzendorf: XxX. Auf des Herrn von Watteville Ver- löbniß mit der Fräulein Joh. Sophia von Zetzschwitz. Am 7. Septembr (1735)

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Du Quell der ewgen Ehe,
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Und du der Seelen-Mann!
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Du Geist der Tief und Höhe!
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Schau her: wir beten an,
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Wir rühmen deine Liebe,
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Wir freun uns deiner Treu;
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Denn ihrer beyder Triebe
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Sind alle Morgen neu.

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Wie werden doch die Deinen
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So seliglich geführt?
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Wie wird auf blödes Weinen
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Bald muntre Lust verspürt!
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Jtzt setzen die Gerechten
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Und Satan Stoß auf Stoß,
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Denn rufst du deinen Knechten
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Zur Ruh in deinen Schooß.

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Jtzt sehn die blöden Augen
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Der menschlichen Natur,
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Die nimmer für dir taugen,
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Sich weder Bahn noch Spur;
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Bald zieht dein seligs Wincken
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Die Decke wieder weg:
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Wir dachten zu versincken;
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Nun zeigt sich Spur und Steg.

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Du allzu treue Liebe!
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Was sollen wir dir thun?
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Wer fördert unsre Triebe?
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Sie können ja nicht ruhn;
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Ach wären sie vermögend,
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Dich also zu erhöhn,
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Daß unsre gantze Gegend
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Von deinem Ruhm erthön!

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Sey gnädiglich zufrieden
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Mit unserm gantzen Seyn.
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Wir habens dir beschieden
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Zum Tempel, nimm es ein,
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Und stimme deiner Ehre
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In Christo deinem Sohn
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Durch alle Geistes Chöre
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Den allerreinsten Thon.

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Die neu-verbundnen Beyde,
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Die du erst dein gemacht,
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Und nun zu Freud und Leide
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Einander zugebracht,
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Die sind zu uns getreten
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In gleicher Harmonie,
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Zu singen und zu beten,
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Herab! und höre sie.

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Zünd allen ihren Wandel
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Mit deiner Liebe an,
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Biß man in ihrem Handel
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Dein Gleichniß sehen kan:
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Jhr’ Augen mache lichte,
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Damit ihr gantzer Leib
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Von deinem Angesichte
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Ein klarer Spiegel bleib.

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Du bist bereits entschlossen,
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Um ihnen Guts zu thun,
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Das hat die Welt verdrossen,
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Der Satan will nicht ruhn,
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Der Streit ist angegangen,
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Auch hat sich Jonathan
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Schon an den Feind gehangen:
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Wir hängen uns mit an.

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Sie siegt bereits, die Liebe;
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Drum sehet, was ihr thut.
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Gebt jenen Streich und Hiebe
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Der Liebe Gut und Blut.
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Denn sonst bekommt ihr Wunden,
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Und werdet ausgelacht;
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Hat euch der HErr verbunden,
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So zeigt nun eure Macht.

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Gedeyt in Zions Mauren,
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Die eine Friedens-Stadt:
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Es müsse ewig dauren,
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Was GOtt gegründet hat;
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Auch müssens sehn und hören,
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Die seine Hasser sind,
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Daß bey der Liebe Chören
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Euch alles lieb gewinnt.

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Gott lasse unser Flehen
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Bey ihm erhöret seyn,
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Daß wir euch wachsen sehen
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In Christi Creutz-Gemein,
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Und unter uns erbauen
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Ein Hauß des HErrn bequem,
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Biß daß wir alle schauen
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Das Glück Jerusalem.

(Zinzendorf, Nicolaus Ludwig von: Teutscher Gedichte Erster Theil. Herrnhuth, 1735.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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