1
Wer von der Erde ist, den hat die Erde lieb;
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Denn was sich angehört, daß muß sich wohlgefallen;
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Was der Natur gerecht, das wählt sie sich für allen;
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Da kommt die Freundschaft her, ein eingepflantzter Trieb:
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Je weiter sich ein Ding von unsrer Art entfernet,
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Je leichter wird der Haß dagegen angelernet.
7
Der Abgrund trennet GOtt vom Feinde Belial
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Die Sünde, (welche Kluft!) des HErrn und unser Wesen,
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Wir hassen seinen Geist, biß wir davon genesen:
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Denn unsere Statur zertrennete der Fall.
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Wenn aber Christus uns von neuen erst verbunden;
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So ist die Freundschaft auch mit leichter Müh gefunden.
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Da liebt die Seele GOtt, und GOtt die Seele dann,
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Und alle, die zugleich in diß Verbündniß treten,
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Den HErrn als ihren Freund und Vater anzubeten,
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Die sehn einander nun, als liebe Brüder an.
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Gewiß! man glaubets nicht, man hab’ es denn erfahren,
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Wie sich die Glaubigen im Geist zusammen paaren.
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Ein jeder siehet sich ein klares Merckmahl aus,
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Woran er Christi Geist und Christi Sinn erkennet,
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Und ob der andre sey, was er sich gleichwol nennet,
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Ein Glied am Bräutigam, ein Stein zum Tempel-Hauß;
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Und kan er dieses nur nach aller Wahrheit finden,
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So eilt er dürstiglich mit ihm sich zu verbinden.
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Das Auge thränt, es schlägt das Hertz, die Hand ergreift,
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Der Fuß beweget uns von einem Ort zum andern,
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Und macht, daß Hertz und Hand und alle Glieder wandern;
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Das Haupt ist mehrentheils mit Dencken überhäuft.
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Das Ohr vernimmt das Wort, und trägt es zu den Sinnen,
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Die durch den ofnen Mund ein Gegen-Wort beginnen.
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So sehr veränderlich, so mancherley Gestalt
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Sind Glieder, die zugleich nur einen Leib bedeuten,
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Das Haupt betrachtet sie, die nahen und die weiten;
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Indeß, da ein Geblüt in ihnen allen wallt.
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Der Seele Sorgfalt weiß sie alle zu verbinden,
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Daß keines seine Ruh kan ohne jenes finden.
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Jm Leibe Christi siehts von in- und aussen so,
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Wie in dem Menschen aus; sie haben gleiche Kräfte,
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Und doch so mancherley zergliederte Geschäfte,
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Und ohne eines wird das andre sein nicht froh.
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Der Leib wird munter, da der Seelen-Kräfte schlafen,
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Und wenn er schläfrig wird, fängt jene an zu schaffen:
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O Liebe! du hast dir hie einen Leib gebaut,
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Ein liebes Tempel-Hauß von auserwehlten Steinen;
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Die Pfort ist aufgethan, und seine Fenster scheinen,
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Die jener nur verhöhnt, der mit Verwundrung schaut,
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Wir haben dich dabey in GOttes grossen Nahmen
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Zum Eckstein hingelegt, als wir gen Beth El kamen.
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So kröne diesen Bau: und weil du je gewolt,
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Und ihn nach eigner Wahl dir dazu ausersehen,
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Eh man noch einen Stein zu diesem Bau gerollt.
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O Haupt! so lehre uns mit Beten und mit Wachen
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Den gantzen Saphir-Grund des Tempels fertig machen!