A ls eine kluge D ame A ebtissen wurde/ im Nahmen eines andern

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Christian Friedrich Hunold: A ls eine kluge D ame A ebtissen wurde/ im Nahmen eines andern (1702)

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Wil Aue/ Berg und Thal die Pracht des Sommers küssen/
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Betritt Aurorens Fuß die grüne Frühlings-Bahn/
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Kan Flora sich vermählt mit ihren Zephier wissen/
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Und strahlt der Sonnen Gold uns wieder lieblich an.
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So sag' ich diß geschicht/ O Kleinod unsrer Erden!
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Daß Himmel und Natur ihr selber dienstbar werden.

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Denn was vom Himmel stammt/ muß auch der Himmel lieben/
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Ein Baum entzieht die Krafft den edlen Zweigen nicht.
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Und dessen reiner Sinn stets himmlisch ist geblieben/
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Dem gläntzt die Ehren-Cron und seiner Gnaden-Licht.
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Was Wunders/ wenn sich nun bey dero neuen Freuden
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So Himmel als Natur mit frohen Schmucke Kleiden.

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Dem folgt die Tugend nach/ und ruffet mit Vergnügen:
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Schaut hier mein Ebenbild mit rechten Augen an/
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Das durch die Trefflichkeit die Neider kan besiegen/
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Und welches/ so wie ich vollkommen heissen kan.
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Drum wer sich meiner Fahn will untergeben nennen/
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Der laß' in seiner Brust ein Freuden-Feuer brennen.

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Die Klugheit kommt hierauf und legt die Kostbarkeiten/
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Und was sie schätzbars hat/ zu ihren Füssen hin
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Hier spricht sie/ ehret recht der Sinnen Trefflichkeiten/
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Und dencket/ daß ich hier in meiner Hoff-Stadt bin.
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Wer so beglückt will seyn/ muß so viel Klugheit zeigen/
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So kan er auf die Bahn der hohen Ehren steigen.

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Das Kloster will sich auch mit gleichen Lorbern krönen/
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Daß es an Frömmigkeit nun eine Esther küßt/
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Das sich sein Glück und wohl auf feste Säulen lehnen/
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Das seine Stütze recht zum Atlas worden ist/
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Esspricht: Der Himmel läst mir güldne Zeiten spüren/
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Weil so viel Tugenden anitzt das Scepter führen.

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Der Neid tritt auch heran mit gantz erblasten Wangen/
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Die Schaam verstellet ihn/ und bringt die Worte raus:
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So ist die Sonne doch durch Dufft und Nebel gangen.
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Kein Sturm und Wetter löscht so starcke Strahlen aus.
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Kommt lernet Sterbliche/ die auch der Neid bekrieget/
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Daß eurer Tugend-Macht wie diese dennoch sieget.

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Und denn will auch ein Knecht die tieffe Pflicht bezahlen/
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Und ehret was man jetzt der Ehren würdig schätzt/
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Er spricht: Kan mich ein Blick von der
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So bin ich dem Gelück schon in den Schooß gesetzt.
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Die Tugend heißt zuletzt den Kiel noch dieses schreiben/
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Wer himmlisch ist gesinnt/ muß Palmen gleich verbleiben.

(Hunold, Christian Friedrich: Die Edle Bemühung müssiger Stunden. Hamburg, 1702.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Christian Friedrich Hunold
(16811721)

* 29.09.1681 in Wandersleben, † 16.08.1721 in Halle (Saale)

männlich, geb. Hunold

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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