Cantata. U berdas unbeständige G lücke

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Christian Friedrich Hunold: Cantata. U berdas unbeständige G lücke (1702)

1
Meine Sonn' ist gantz verschwunden/
2
Und mich martert stete Nacht.
3
Ach! wie schmertzlich sind die Stunden/
4
Wo kein Freuden-Morgen lacht!
5
Ich muß bey den Finsternissen
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Schon mein Grab im Leben küssen.

7
So Glück als Zeit/ ja Sonn- und Monden-Licht/
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Und alles ist dem Wechsel untergeben;
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Doch nur mein Unglück nicht/
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Denn mein betübtes Leben/
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Ist immer einerley.
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Ach Himmel! Was sprichst du?
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Daß ich verstossen sey?
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Ja/ Ja/ du schliest dich vor mir zu.
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Wenn andre sich im Frühling weiden/
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Läßt du mir steten Winter leiden/
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Und dein beliebter Schein
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Muß mir verschwunden seyn.

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Doch halt/ es heist zu weit gegangen/
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Wenn man dich tadlen wil:
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Ein Kluger hält gedultig still/
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Denn sieht man gleich/ wie du es angefangen/
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So sieht man doch das Ende nicht
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Das noch vielleicht von was Verguügtes spricht.
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Du kanst blitzen und auch lachen/
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Und aus Dornen Rosen machen.

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Sol ich hoffen/ oder nicht?
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Himmel zeige meiner Seelen/
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Was mir deine Gunst verspricht/
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Oder wilst du mich nur qvälen/
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Ach so ende meine Noth
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Durch den Todt.

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Allein/ ist diß nicht ein Verlangen/
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Das nach Verzweifflung schmeckt?
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Wenn Angst und Noth die Seele hält ümfangen/
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So wünscht man sich im Tode hingestreckt;
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Doch wenn wir Freuden-Rosen brechen/
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So wil man nichts von Sterben sprechen.

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Schertzen im Glücke/ sich qvälen im Leiden/
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Heisset allein
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Sclavisch zu seyn.
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Aber im blitzen die Augen zu weiden/
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Lachen wenn man sich mit Schmertzen sol kleiden/
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Bleibet nur himmlischen Seelen gemein.

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Ob das Gelücke
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Mich gleich vom Gipffel reißt/
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So glaub' ich doch/ daß mein Geschicke
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Mich einmahl wieder steigen heist.

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Ein Sturm wirfft Cedern nieder/
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Doch weil die Wurtzel bleibt/
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So grünt die Hoffnung wieder/
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Daß ihre Krafft von neuen Wachsthum treibt/
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Die Hoffnung muß allein
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Des Lebens süsse Nahrung seyn:
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Drum sol sie meinen Leben
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Auch das Vergnügen geben.

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Die Hoffnung bleibet mein Vergnügen/
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Sie stellt mir stets was schönes für.
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Sie heist mich Noth und Leid besiegen/
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Und führt mich in ein Lust-Revier/
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Wo ich die künfftgen Anmuths-Auen
62
Im Geiste kan von ferne schauen.

(Hunold, Christian Friedrich: Die Edle Bemühung müssiger Stunden. Hamburg, 1702.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Christian Friedrich Hunold
(16811721)

* 29.09.1681 in Wandersleben, † 16.08.1721 in Halle (Saale)

männlich, geb. Hunold

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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