D es A pollo A usspruch

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Christian Friedrich Hunold: D es A pollo A usspruch (1702)

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Apollo hatte kaum ihr klagen angehört/
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Als sein entbrandter Grimm in diese Worte brach:
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Wie daß die dumme Welt die Majestät versehret/
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Und läuffet straffbarlich der eignen Schande nach?
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Hierauff so muste gleich Mercur die Flügel schwingen/
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Er eilte wie ein Pfeil auff unser Saal-Athen/
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Des Fürsten wille war den Musen vorzubringen/
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Das kein Poete mehr gecrönet solte gehn.
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Es wär nun überall was gantz gemeines worden/
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Daß itzt der Lorber-Crantz die Esels-Crone sey/
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Man schriebe sich hiermit in aller Hasen-Orden/
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Es sey nichts schimpflichers/ als die Poeterey.
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Man sehe halb erstaunt bey den erblasten Leichen
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Wie mancher Stümper sich um seine Zeit gebracht/
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Die Hunde möchten wohl den Versiver beseichen/
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Den seine Thorheit uns bißher bekandt gemacht.
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Sie solten ihre Kunst noch dieser Warnung richten/
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Die ein gelehrter Mann vor seinen Abschied that:
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Man lasse mir doch nichts noch meinen Tode dichten/
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Als was Geschicklichkeit zu vor poliret hat.
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Magister-Grillen-Kopff/ der sein Barethgen nehme/
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Der machte vielen auch den Narren-Kasten auff.
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Ja so ein Ignorant den Doctor-Hut bekäme/
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So schimpffte man noch mehrdurch schlimme Verse drauff.
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Diß ließ die Majestät des Fürstens uns befehlen/
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Und sprach zur Poesie in heisser Lieb' entflammt:
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Dir sol kein Räuber mehr den grünen Lorbeer stehlen/
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Dieweil der edle Zweig von hohen Göttern stammt.
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Die Musen/ so uns stets als ihren Schutz-Gott lieben/
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Die wissen allb
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Daß du ein hoher Trieb des Geistes bist geblieben/
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Daß Klugheit und Verstand dich nur anbethen muß.
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Es sol kein Palatin mehr zehen Thaler nehmen/
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Denn dieses Kopff-Geld ist ein Bärenhenter-Lohn.
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Die Musen werden sich dergleichen Thorheit schämen/
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Denn ihre Klugheit ehrt der Weißheit edlen Thron.

(Hunold, Christian Friedrich: Die Edle Bemühung müssiger Stunden. Hamburg, 1702.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Christian Friedrich Hunold
(16811721)

* 29.09.1681 in Wandersleben, † 16.08.1721 in Halle (Saale)

männlich, geb. Hunold

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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