A n Flavien auff ihren N ah- mens-Tag/ der dieses 1701. Jahr nicht in Calender stunde

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Christian Friedrich Hunold: A n Flavien auff ihren N ah- mens-Tag/ der dieses 1701. Jahr nicht in Calender stunde (1702)

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Auf/ schönste Flavia/ ermuntre deine Sinnen/
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Da heute mein Gelück und dein Ergetzen lacht.
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Laß uns den frohen Tag in schönster Lust beginnen/
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An welchen die Natur ein Meister-Stück gemacht.
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Der angenehme Tag soll einen Nahmen führen/
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Der dir mein Engel ist zum ersten beygelegt.
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Und muß mein Wesen gantz von deinen Wesen rühren/
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So hat dein Nahmens-Tag auch meine Lust erregt.
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Zwar kan man ihn dis Jahr nicht in Calender sehen/
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So sieht dein schönes Aug' ihn doch in meiner Brust.
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Ach glaube nur es ist nicht ohne Grund geschehen/
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Was hier das Schicksall will/ ist mir nicht unbewust.
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Der Himmel will nicht mehr dich in Calender wissen/
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Denn was ihm selber gleicht/ soll unvergänglich seyn.
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Die Dinte lescht die Zeit/ Papier wird leicht zerrissen/
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Drum schreibt dich seine Hand in meinen Hertzen ein.
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Er weiß wol/ das mein Hertz dich ewig denckt zu lieben/
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Weil du mit Diamant da eingezeichnet bist.
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Deswegen ist sein Schluß wo die Person geblieben/
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Da werde künfftig auch der Nahme nicht vermißt.
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Mit deinen Nahmen denckt sich auch dein Stand zu ändern;
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Ich küsse dieses Jahr dich ja als meine Braut?
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Jedoch jetzt fällt mir ein/ es wird ja fremden Ländern
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Zu mehrer Fruchtbarkeit ein schöner Zweig vertraut.
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Der Himmel der dich pflantzt/ will auch die Früchte sehen/
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Und setzt dich in ein Land/ das dem Gelobten gleicht.
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Der Liebe West wird da zu deinen Wachsthum wehen/
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Wenn noch der Silber Mond zweymahl zurücke weicht.
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Ach das doch diese Zeit nicht soll geflügelt werden!
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Und das du süsser Tag nicht angebrochen bist!
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Ich weiß/ ich hab' alsdenn mein Paradieß auff Erden/
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Wenn meine Flavia Madame worden ist.
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Indessen müsse dich das Glück so vielmahls küssen/
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Als Lieb' und Treu vor dir in meinen Hertzen grünt;
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Die Freude sey um dich/ wie ich mich möchte wissen/
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So weiß ich, daß sie dir zu Tisch und Bette dient.

(Hunold, Christian Friedrich: Die Edle Bemühung müssiger Stunden. Hamburg, 1702.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Christian Friedrich Hunold
(16811721)

* 29.09.1681 in Wandersleben, † 16.08.1721 in Halle (Saale)

männlich, geb. Hunold

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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