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Verzeihe/ theures paar/ daß ich mich untersteh/
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Und deiner zarten frucht/ der noch die sprache fehlet/
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Doch schon mit einer schrifft gleich heut entgegen geh/
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Da dieser holde zweig den ersten jahrs-tag zehlet.
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Ein kind/ dem so ein haupt zum vater ist erkiest/
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Das wie Johannes lebt/ das wie Johannes lehret/
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Und dessen Mutter-hertz gleich einer Rahel ist/
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Verdient/ daß man es schon in wieg und windeln ehret.
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Ließ Rom doch solche pflicht bey seinen kindern zu/
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Wenn unter derer haupt ein wunsch ward eingeleget/
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Zu lehren/ daß ein kind darauff am besten ruh/
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Und daß man nicht zu früh ihm heil zu wünschen pfleget.
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Ja ward mir überdiß zu wohlbewuster zeit
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Ein holder krantz verehrt durch dieser Tochter hände/
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So nehm ich/ wie mich deucht/ mit recht gelegenheit/
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Daß ich ihr einen krantz von dichter-blumen sende.
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Ich winde zwar nicht viel von lob und rühmen ein;
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Doch seh ich nur im geist ihr künfftiges erziehen/
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So können allbereit zwey Töchter zeugen seyn/
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Daß auf dem Dornenfeld die schönsten rosen blühen.
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Wir loben noch die kunst und wunder-volle that/
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Die des Homeri werck in eine nuß verstecket;
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Man rühmt Alumni fleiß/ der so geschrieben hat/
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Daß hundert wörter offt ein pfennig hat bedecket:
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Euch aber geht solch lob vielmehr/ hochwerthen/ an/
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Die ihr den glaubens-grund/ der Christen bestes wissen/
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Den ein erwachsner offt nicht leicht begreiffen kan/
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Auf kinder-hertzen habt so weißlich abgerissen.
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Und gleiche hoffnung giebt auch diese jüngste frucht/
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Der selbst die anmuth hat ihr ebenbild geschencket.
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Jhr habet schon ihr wohl und bestes heil gesucht/
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Weil ihr durch beten längst den ersten grund gesencket.
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Zwar Sparta badete die kinder gar im wein/
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Doch eures kindes bad hat dieses überwogen/
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Denn Heyden kleidte man in götzen-kleider ein/
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Da eure tochter hier hat Christum angezogen.
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Wohlan so blühe denn du hofnung-volles kind
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Zu deines GOttes ruhm/ zu deiner eltern freude.
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Sey gegen tugenden einst so wie sie gesinnt.
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Bleib mit den Schwestern stets ihr schertz und augen-weyde.
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Dir aber wünsche ich zu letzt/ hochtheures Paar/
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Daß du dein wohlergehn sehr lange mögst geniessen/
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Und/ stellet künfftig sich noch grösser seegen dar/
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Daß aus drey Gratien neun Musen werden müssen.