Als Hr. Joh. Friedr. Falckner in Leipzig als Bürgermeister aufge- führet wurde im nahmen eines andern

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Christian Hofmann von Hofmannswaldau: Als Hr. Joh. Friedr. Falckner in Leipzig als Bürgermeister aufge- führet wurde im nahmen eines andern (1703)

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Die sonne/ grosser Mann/ bringt heute so ein licht/
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Aus dessen schooß dein ruhm mit hundert strahlen bricht:
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Die würde deiner brust wird als wie neu gebohren.
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Und morgen gleich darauff tritt dein geburts-fest ein/
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Als solte selbst die zeit ein wahrer zeuge seyn/
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Es sey dir ehr und ruhm zur mutter auserkohren.
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Denn heut’ erklären dich die väter dieser stadt/
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Die ancker/ derer treu noch nie gewaucket hat/
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Zu einem oberhaupt der weisen linden-räthe.
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Du machst die dritte zahl vollkommen wieder gut/
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Von der es immer scheint/ wenn sie den ausspruch thut/
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Als ob ihn Pythii berühmter drey-fuß thäte.
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Die linden sind daher zu lauter lust erregt/
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Indem ein holder West ihr grünes laub bewegt/
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Jhr frohes wachsthum wird in hoffnung schon erhöhet.
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Und so des falckens flug was glückliches bedeut;
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Wird ihnen billig auch nur gutes prophezeyt/
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Nachdem ein Falckner itzt auf ihrem gipffel stehet.
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Dich hat/ noch ehe dir diß pfund ist zugezehlt/
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Gott und der bürger hertz schon längst dazu erwehlt.
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Die wahl ist so nach wunsch als nach verdienst geschehen/
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Jhr kluges absehn ist auf lauter heil gericht;
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Denn diese werthe stadt und selbst das Rath-hauß spricht:
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Man muß bey trüber zeit mit falcken-augen sehen.
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Die weißheit/ die dich schmückt/ die treue die dich ziert/
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Und dein gerechtes thun bleibt von mir unberührt.
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Denn deine tugend muß ein grösser Herold preisen;
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Und wie ein Elephant den eignen schatten flieht/
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So weiß ich/ daß dein geist es niemals gerne sieht/
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Wenn man durch loben dir will einen dienst erweisen.
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Ja weil ich dieses auch/ was du nur mir gethan/
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Hier/ mein Mecänas/ nicht nach würden rühmen kan’/
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Wie könte denn mein kiel die nutzbarkeit beschreiben/
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Die dein geübter witz der gantzen stadt erzeigt?
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Was wunder/ wenn diß blat von deinen thaten schweigt/
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Und wenn ein blosser wunsch auch meine zuflucht bleibet?
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So stehe nun und blüh du schatten-reicher baum/
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Und deiner zweige pracht vergrösser höh’ und raum.
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Begehe noch sehr offt geburts- und ehren-tage.
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Sey künfftig sonderlich im reisen auch beglückt/
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Daß/ wenn dich diese stadt zum landes-vater schickt/
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Dir dessen crönung selbst viel ehren-cronen trage.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau
(16161679)

* 01.01.1616 in Breslau, † 18.04.1679 in Breslau

männlich

deutsch-schlesischer Lyriker und Epigrammatiker, Politiker und Diplomat

(Aus: Wikidata.org)

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