Als Se. Hochgräfl. Gnaden Herr Balthasar Erdtmann des Heil. Römischen Reichs Graf von Promnitz/ rc. rc. nebst seiner hochgebohrnen Gemah- lin am 1 Maji des 1696sten Jah- res in Leipzig glücklichst angelanget war

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Christian Hofmann von Hofmannswaldau: Als Se. Hochgräfl. Gnaden Herr Balthasar Erdtmann des Heil. Römischen Reichs Graf von Promnitz/ rc. rc. nebst seiner hochgebohrnen Gemah- lin am 1 Maji des 1696sten Jah- res in Leipzig glücklichst angelanget war (1703)

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Ich komme/ theurer Graf/ bey später abend-zeit;
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Weil sich mein opffer-blat vor licht und sonne scheut/
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Als daß kaum itzt sich darff bey mond und sternen trauen.
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Was aber mir dazu noch muth und hertze macht/
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Ist dieses/ daß man zwar wird auff den zeilen nacht/
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Doch auch der treue glut im dunckeln besser schauen.
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Es stellt der Linden-stadt ein hohes cedern Paar
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Sich dieses mahl zugleich in ihren mauren dar;
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Und weil schon ehemahls von deinen grossen Ahnen
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Ein hohes mitglied selbst den scepter da geführt/
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Wo noch die weißheit itzt am Oder-strand regiert/
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Gebührt dir noch ein zoll von solchen unterthanen.
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Mir zeiget sonderlich die grösse deiner huld/
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Die auff mich armen scheint/ die grösse meiner schuld.
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Es könte recht und pflicht mich zur bezahlung zwingen.
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Allein dein auge sieht nur mit genaden an;
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Deßhalben opffert hier ein knecht so viel er kan:
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Der klang und worte wird nebst seinen hertzen bringen.
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Ich überlieffre dir music und säiten-spiel/
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Weil mein gelücke selbst diß von mir fodern wil/
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Als welches ja dadurch den anfang hat genommen.
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Die ohren/ die den schall nun damahls liessen ein/
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Die werden mir auch itzt nicht zugeschlossen seyn/
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Wenn gleiche demuth wird mit gleichen opffern kommen.
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Ich habe wort’ und hertz auf diß papier gelegt/
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Die hand die beydes hier zu deinen füssen trägt
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Wird ihre kühnheit denn vor eine tugend schätzen/
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Wofern ein gnaden-blick auf diese sylben strahlt/
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Drüm dencke/ daß ein mensch der mit dem hertzen zahlt/
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Das beste/ was er hat/ zum opffer auf wil setzen.
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Mein wunsch ist: Lebe wohl/ du Vater unsrer stadt/
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Du pfeiler/ der mein heyl so wohl gestützet hat!
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Ingleichen dein Gemahl/ der auszug holder gaben/
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Der die vollkommenheit aus ieder mine spielt:
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Und was dein hohes hauß sonst vor vergnügen fühlt/
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Das müsse weder ziel/ noch einen grentz-stein haben.
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Viel tausend wohlergehn sey deiner tugend lohn/
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Das wehe bleibe dir ein unbekandter thon.
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Die pflantzen/ welche du im seegen auferzogen/
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Die müssen stets zu trost der unterthanen blühn;
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Und darf ich meinen wunsch in eine zeile ziehn:
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Der himmel bleibe dir/ du aber mir gewogen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau
(16161679)

* 01.01.1616 in Breslau, † 18.04.1679 in Breslau

männlich

deutsch-schlesischer Lyriker und Epigrammatiker, Politiker und Diplomat

(Aus: Wikidata.org)

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