1
Großmächtigster August/ und Sächsischer Piast/
2
Der du zur seiten ruhm/ das glücke zu den füssen/
3
Den seegen ob dem haupt/ die macht in händen hast/
4
Und Elb- und Weichselstrom als schwestern heissest fliessen/
5
Willkommen tausendmal! dein einzug sey beglückt/
6
Der himmel sey mit dir auf deinen Königs-wegen!
7
Schau/ wie dir unsre stadt die treu entgegen schickt/
8
Wie sich auf deiner bahn die hertzen unterlegen:
9
Man läst umb dich zu sehn gantz sicher hoff und hauß/
10
Weil du/ als Schutz-Gott/ hier den eintritt hast genommen/
11
Das donnernde geschütz rufft in den wolcken auß/
12
Es sey ein Krieges-Gott in unsre mauren kommen:
13
Was wunder? möchte doch das vierdte theil der welt
14
Dich/ grosse Majestät/ mit freuden-festen ehren;
15
Den jubelschall/ der itzt durch unsre gassen fällt/
16
Den solte man mit recht in gantz Europa hören.
17
Dein strahl pflegt ja nicht bloß die Sachsen anzugehn/
18
Nicht nur Sarmatien wird sich durch dich verneuen/
19
Gott heist nach sonnen-art dich in der höhe stehn/
20
Damit dein glantz zugleich viel Reiche mög erfreuen.
21
Du bist der Christenheit ein rechter Salomon;
22
Denn deines Scepters gold bringt goldne zeiten wieder/
23
Es setzt mit dir zugleich auf deinen Götter-thron
24
Sich Deutschlands sicherheit/ Europens ruhe nieder;
25
Ach weltberühmter Held! dich hat die ewigkeit
26
Noch ehe du regiert/ noch ehe du gebohren/
27
Zum wunder dieser welt/ zum seegen unsrer zeit/
28
Mit kurtzem/ wie du siehst/ zum König außerkohren.
29
Wer dir sich wiedersetzt/ der trotzt des höchsten macht;
30
Der purpur/ den du trägst/ ist himmlisches gewebe/
31
Du hast den Chur-hut zwar dir niemals zugedacht/
32
Doch sieht man/ wie GOtt gar zu cronen dich erhebe.
33
Dein Chur-hauß reichte dir zwey schwerdter in die hand;
34
Nun hastu beyde zwar mit löwen-muth geführet/
35
Des einen schärffe fühlt das Türcksche morgenl and/
36
Des andern stärcke hat ein abendland gerühret.
37
Jedoch der ausgang stellt uns noch was anders dar/
38
Du solst damit theils uns/ theils deinen Sachsen nützen/
39
Drum luß mir zu/ daß ich auf deiner schwerdter paar
40
Die bey-schrifft setzen darff: Zwey reiche zu beschützen!
41
Moscoviens Monarch/ der seiner väter ruhm
42
So/ wie der tag die nacht/ bey weirem übertroffen/
43
Erbeut zu deinem dienst sein volck und eigenthum/
44
Es steht dir seine brust als einem bruder offen.
45
Ist dir der himmel nun und erde so geneigt/
46
Wil das verhängnüß sich nach deinem wuntsche schicken/
47
Wie solte Dantzig nicht/ da sich ihr vater zeigt/
48
Getreuen töchtern gleich sich auf das beste schmücken?
49
Laß dir gefällig seyn/ daß diese stadt und ort
50
Sich deiner Majestät mit ihrem blut verschreibet/
51
Sie wirfft ihr eigen gut mit freuden über boordt/
52
Wenn dein regirungs-schiff/ nur ungehindert bleibet.
53
Sie wird diß ewig thun/ was sie bißher gethan/
54
Die treue bleibt in sie mit Diamant gegraben;
55
Nim zur gewißheit noch den schwur der lippen an/
56
Weil doch die hertzen dir sich längst verschworen haben.
57
Nur gönne/ daß auch ich ein sohn von dieser stadt
58
Bey allgemeinem glück dir darf ein opfer bringen/
59
Es wil mich/ ob mein kiel sich gleich geweigert hat/
60
Ein unbekandter trieb zu deinen füssen zwingen.
61
Es ist so manches jahr im schatten deiner macht/
62
In deinem Leipzig mir vergnüglich hingeflossen/
63
Dein schutz hat dazumal nicht nur ob mir gewacht/
64
Ich hab auch deine gnad und hohe huld genossen.
65
Jtzt nehm ich anders wo zwar meine wohnung ein/
66
Doch wirstu auch ein Herr und König dieser lande/
67
Ich wil/ ich sol/ ich muß dir unterthänig seyn:
68
So nim denn diesen wundsch von meiner pflicht zu pfande?
69
Der Herr/ der Polens thron vor dich geöffnet hat/
70
Befestige dein reich; regiere/ streit/ und siege/
71
Des höchsten hülffe sey der anfang jeder that/
72
Triumpf und jauchzen sey das ende deiner kriege/
73
Es werde Pohlen noch wie Canaan gepreist/
74
Daß/ wo itzt wüsten stehn/ einst paradiese blühen.
75
Sey Sultans untergang/ damit dein Helden-geist
76
In Stambol möge so wie itzt in Dantzig ziehen.
77
Es müß auf deiner Cron ein hohes alter ruhn:
78
So wil ich/ wenn ich einst sol sterben und erblassen/
79
Den treuen Römern gleich/ GOtt ein gelübde thun/
80
Daß ich/ mein König/ dich noch lebend hinterlassen.