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Mein beyleid/ theures haupt/ ist groß und ungemein.
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Die klagen schweben mir nicht nur auf mund und zungen/
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Es darff das augen-paar nicht nur mein zeuge seyn/
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Dein jammer ist bey mir viel tieffer eingedrungen.
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Denn meine seele selbst hat theil an deinem schmertz/
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Ich fühle/ wie das hertz mir ungewöhnlich weinet/
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Nur darum/ weil ich seh/ daß dir dein vater-hertz
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Um deines sohnes tod itzt recht zu bluten scheinet.
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Nicht frage/ grosser Mann/ was dessen ursach sey/
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Und untersuche nicht den ursprung meiner klagen;
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Du weist am besten selbst/ was deine lehrer/ treu
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Und seltne güte mir vor wucher eingetragen.
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Da nun/ du Ceder-baum/ nach unsers GOttes schluß
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Auf deinen schönsten zweig ein schweres wetter blitzet/
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Was wunder ist es denn/ daß der erschrecken muß/
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Der so geruhiglich in deinem schatten sitzet?
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Ich stimme ja mit recht in deine seuffzer ein/
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Ich ruffe billich aus: Du hast zu viel verlohren.
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Diß war der sohn/ durch den du woltest glücklich seyn/
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Jtzt scheint es/ daß er dir zum unglück sey gebohren.
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Gewiß/ wer iemahls nur hat deinen sohn gekennt/
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Wem sein gelehrtes pfund nicht unbewust gewesen/
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Der hat auch darumb dich bißher beglückt genennt/
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Weil du gewohnt von ihm/ nur freuden-frucht zu lesen.
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Die gaben der natur/ der sitten artigkeit/
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Die seltne wissenschafft/ die wohl vollbrachte reisen/
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Der fleiß/ den mund und hand der jugend hat geweyht/
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Und hundert sachen mehr sind nicht genug zu preisen.
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Daher war er bereits mit würden angethan/
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Der hoffnung grüner berg war fast nunmehr erstiegen;
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Er setzte schon den fuß auff seinen gipffel an;
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Und muß doch leider ietzt gestürtzt im grunde liegen.
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Er fällt/ da ihn das glück am meisten soll erhöhn/
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Er sincket/ da er soll des vaters stütze werden;
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Und nun die rosen itzt in vollem purpur stehn/
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Begräbt sein purpur sich in kühlen schooß der erden.
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Hier wünscht’ ich mir nicht mehr/ als daß/ gleich wie du mich
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Bey meiner tauffe halffst befreyn von sünden-ketten/
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Ich itzt hingegen auch/ hochtheurer gönner/ dich
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Aus dieser creutzes-fluth durch trösten könte retten;
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Allein diß thue GOtt. Ich will dir nur anitzt
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Nebst jener seligkeit diß zu bedencken geben/
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Daß/ wie dein stamm sich einst auff dich allein gestützt/
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So könn er wieder auch durch einen sich erheben.