Der wett-streit der sinnen an dem Sinner- und Guldischen Hochzeit- Feste beygelegt

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Christian Hofmann von Hofmannswaldau: Der wett-streit der sinnen an dem Sinner- und Guldischen Hochzeit- Feste beygelegt (1703)

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Es stellte Venus nechst den grossen Reichs-tag an/
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Und ließ nun nach der hand der liebe streitigkeiten
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Und was noch sonsten mehr darauf wird abgethan/
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Durch den versuchten sohn zu frohem schluße leiten;
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Indem erschienen auch die sinnen insgesamt/
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Die waren unter sich in einen streit gerathen/
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So daß sie/ weil es doch der Venus hohes amt/
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Sie allerseits hierin umb einen ausspruch baten.
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Nun hatte Venus längst mit schmertzen angemerckt/
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Daß zwist und eyffersucht bey ihren Cammer-Damen/
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Die man die sinne nennt/ sich nach und nach gestärckt/
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So daß sie ietzo gar zu freyer klage kamen.
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Als ihnen Venus nun zu reden urlaub gab/
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Da baten sie alsbald/ sie möchte sich erklären/
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Und wie es bräuchlich ist/ bey ihren richter-stab
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Und bey der liebe glut bezeugen und beschweren:
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Welch sinn von allen ihr am angenehmsten sey/
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Und am geschicktesten mög in der liebe dienen.
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Denn ob ihr würcken schon nicht eben einerley/
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So wüntschten sie dennoch in ihrer gunst zu sterben.
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Erst führte das Gesicht sein edles fürrecht an/
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Und ließ die augen selbst mit nachdruck für sich sprechen:
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Wie daß ihr glantz allein die lieb entzünden kan/
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Jhr heisser strahl so gar muß durch die selen brechen/
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Und daß sie/ wie man meint/ die schlauen führer seyn/
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Dadurch wir allgemach im lieben uns versteigen:
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Ob schenckten ferner sie der Venus gantz allein
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Die menschen insgemein als sclaven und leibeigen:
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Ob würde nur durch sie ein schönes kind bekandt:
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Als wären sie allein die werber in der liebe/
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Und daß auch endlich ja nicht stahl und Diamant
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Für ihrem feuer hart und unbeweglich bliebe.
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Die ohren brachen drauff in vollem eyffer aus/
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Und suchten das gehör/ wie folget/ zu vertreten:
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Nachdem wir/ Venus/ uns erst gleichsam zum voraus
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Ein gnädiges gehör von dero huld erbeten;
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So stellen treulich diß zu deren urtheil dar/
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Ob augen allezeit so viel verrichten können/
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Und ob es gegentheils vielmehr nicht sonnen-klar/
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Daß man uns beyde muß der liebe führer nennen.
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Man höret allererst von dem/ was nach der zeit
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Zu sehen ist erlaubt und endlich auch zu lieben.
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Durch uns ergründet man die gröste heimlichkeit/
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Diß was den augen noch verborgen ist geblieben/
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Was eine Dame ziert und recht vollkommen macht/
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Wie wenig offtermahls der schönheit sey zu trauen/
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Und wie/ wer eine frau für liebenswürdig acht/
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Muß nach dem hertzen mehr/ als nach den wangen/ schauen
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Drauff wolte der geruch auch nicht der letzte seyn/
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Und weil die nase nun sein ausgestecktes zeichen/
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So brach sie alsobald mit diesen worten ein:
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Sind Jungfern/ wie man sagt/ den rosen zu vergleichen/
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Geht auch ihr Athem noch Zibeth und Ambra vor/
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Kan Alexanderns schweiß Thalestrens hertze rauben/
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Und heben meinen ruhm die Götter selbst empor/
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So muß die liebe mir auch einen rang erlauben.
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Denn ferner ist bekandt/ daß weiber insgemein
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Der männer liebstes theil nach ihrer nase schätzen.
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Ha! wandten alsbald hier die stoltzen lippen ein:
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Jhr schwestern seyd gewiß uns noch weit nachzusetzen;
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Die nase gleichet sich mit unsern purpur nicht/
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Die ohren müssen uns den schönsten platz enträumen/
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Und wenn die dunckle nacht der augen strahlen bricht/
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Kan unser muscheln-paar den besten Nectar schäumen.
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Hier herrschet der geschmack/ und ein gehäuffter kuß
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Verzuckert/ wie ihr wißt/ angst/ traurigkeit und schmertzen.
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Wir sind mit einem wort der wollust überfluß/
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Der liebe tummel-platz/ der eingang zu dem hertzen.
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Nach diesem trat zuletzt das fühlen auch herfür/
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Das war dem ansehn nach der schönste sinn von allen/
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Und fieng entrüstet an: Jhr könnet ohne mir/
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Jhr sinnen insgesamt/ den menschen nicht gefallen.
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Ein wort verbindet nichts/ ein blick ist ohne krafft/
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Wenn meine gottheit nicht durch marck und adern dringet/
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Wenn die begier durch mich nicht lauter wunder schafft/
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Und nur ein griff von mir die härtsten hertzen zwinget.
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Die lieb ist ohne mir ein blosses gauckel-spiel/
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Ich sage noch weit mehr/ der hoffnung falsche schrancken/
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Der jugend selbst-betrug/ ein rennen ohne ziel/
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Die geißel der vernunfft/ die folter der gedancken.
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Kein thau der süssen lust/ kein kuß triefft auf den mund/
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Der nicht von mir zuvor den ursprung hat genommen;
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Die liebe giebet sich durch mich alleine kund/
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Durch mich wird allererst ihr schönstes werck vollkommen.
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Da nun der fürzug mir mit allem recht gebührt/
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Die andern aber noch aus frevel mich verhöhnen/
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Als würde fleisch und blut durch sie weit mehr gerührt/
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Und müst ich meine krafft von ihnen nur entlehnen;
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Als bitte gantz verpflicht/ es wolle Venus nun
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Den sinnen allerseits selbst maaß und gräntze setzen/
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Und öffentlich der welt hiermit zu wissen thun/
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Wer in der liebe sey am mächtigsten zu schätzen.
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Was hatte/ Venus nun vor einen rath erdacht?
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Ich höre/ sprach sie gleich/ ihr mächtigen göttinnen/
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Daß euch der übermuth hat in den harnisch bracht/
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Und lauter neid und haß aus euren worten rinnen.
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Da nun von allen mir nicht eine mißgefällt/
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Und manchen dienst von euch noch wüntsche zu erleben/
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Als hab ich folgentlich es dismahl fest gestellt;
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Ich will in eurem streit euch einen Paris geben.
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Es hat mein heisser brand ein junges hertz erregt/
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Der edle Sinner folgt anietzo meinem triebe.
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Durch den wird euer streit am besten beygelegt.
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Drumb machet euch bereit und dienet seiner liebe.
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Stellt euch/ so gut ihr könt/ für seinen augen dar/
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Ich weiß/ er wird alsdenn in wort und wercken zeigen/
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Welch sinn von fünffen wohl am meisten wunderbar/
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Und meinen götter-thrvn sey würdig zu ersteigen.
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Der neue Paris saß indessen gantz vergnügt
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Bey der erwehlten braut/ als gleich ihn zu bedienen/
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Eh lieb und regung noch ihn gantz und gar besiegt/
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Die sinnen in der eil/ doch unvermerckt/ erschienen.
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Die göttin des gesichts nahm gleich die augen ein:
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Ein jeder sinn bewieß ietzt seine gröste stärcke:
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Sie wolten insgesamt bey ihm die nechsten seyn/
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Und thaten/ wie es schien/ fast lauter wunder-wercke.
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Man sagt/ weil liebe doch nur nacht und schatten liebt/
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Und wahre neigung so/ wie gold und edel-steine/
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Jm finstern meistentheils sich zu erkennen giebt/
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Da selbst der Venus-stern nicht wohl am tage scheine/
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Daß er noch diese nacht der sinne neuen streit
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Zu schlichten fest gestellt. Nun morgen könt ihr fragen/
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Jhr gäste/ die ihr ietzt annoch in zweiffel seyd/
124
Welch sinn von allen hat den preiß davon getragen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau
(16161679)

* 01.01.1616 in Breslau, † 18.04.1679 in Breslau

männlich

deutsch-schlesischer Lyriker und Epigrammatiker, Politiker und Diplomat

(Aus: Wikidata.org)

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