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Wer ist wol auf der welt/ der nicht vergnügung sucht?
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Die kurtze lebens-zeit ist eine bittre frucht/
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Die man mit freude muß/ als wie mit zucker/ würtzen.
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Ein unmensch gräbt sich nur in blasse traurigkeit/
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Und wer sein leben haßt/ der stirbet vor der zeit/
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Wenn er sich selbsten wil in gram und sorge stürtzen.
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Des kummers folter steht nur feigen hertzen an/
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Ein aufgeweckter geist bricht lilgen in den nesseln/
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Und kocht aus wermuth selbst was zucker gleichen kan;
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Kein niederträchtig schmertz mag seine sinnen fesseln/
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Weil er die freudigkeit als seine schwester küßt/
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Und die vergnügung ihm das halbe leben ist.
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Jm schachte findt man gold/ und in der asche glut/
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Der mohr fischt aus der see das theure perlen-gut/
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Wo aber sol der mensch vergngügungs-schätze graben?
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Der nimmer-satte geist lacht seinen klumpen an/
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Das marck der erden ist was ihn vergnügen kan/
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Und was die hände füllt/ sol auch das hertze laben.
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Allein! wie schwärmt der geist bey dieser eitelkeit?
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Er bleibt ein selave doch auch in den göldnen banden/
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Des reichthums überfluß frißt die zufriedenheit/
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Wenn vor den schatz kein schutz in glut und raub verhanden/
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Daß offt ein leeres hertz beym vollen kasten liegt/
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Und diese worte seufzt: Hier lebt man unvergnügt.
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Ein andrer speiset sich mit einer hand voll wind/
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Wenn pracht und herrligkeit sein ander leben sind.
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Allein die erhsucht springt/ wie leichte wasser-blasen/
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Offt wird vor Diamant nur bley und glas getauscht/
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Wenn hoheit durch das glück wie eine flut verrauscht/
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Und unglücks-donner oft auf kron und zepter rasen.
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Viel suchen ihre ruh in hoher wissenschafft/
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Die auch ein Salomon als leeres stückwerck preiset/
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Ein weicher Sybarit lächzt nur nach trauben-safft/
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Ob gleich Egyptens topff nur Coloquinten speiset.
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Ach sagt: Jhr sterblichen/ wo wird man nun vergnügt?
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Wenn hier vor perl und kern nur schaum und schale liegt.
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Der himmel bleibet wohl der seelen höchstes gut/
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Der macht uns recht vergnügt/ wenn die geweyhte glut/
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Die aus dem hertzen bricht/ nur nach den wolcken steiget.
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Doch ausser diesem ist der ehe süssigkeit
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Ein himmel auf der welt/ wo die zufriedenheit
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Ein irdisch paradiß und lichtes Gosen zeiget.
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Zwar von den farben schreibt ein blinder ziemlich blind/
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Und wen die liebe nicht mit ihrem moste träncket/
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Der kennt die blumen nicht/ die ihr gewachsen sind.
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Doch wer die augen nur auf diese hertzen lencket
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Die dieser tag verknüpfft/ der fällt mir gerne bey/
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Daß nichts vergnügters ist/ als süsse liebes-treu
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Hier speist man götter-brod; vergnügung ist die tracht
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Die immer sättiget/ und immer hungrig macht.
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Jhr süsses Manna trotzt die seltnen Marmeladen/
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Wenn hier ein keuscher kuß auf treuen lippen schwimmt/
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Wenn in dem hertzen selbst ein ewigs opffer glimmt/
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Und geister voller gluth in tugend-rosen baden.
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Ein jeder morgen thaut auff ihren liebes-klee/
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Ein jeder abend wiegt sie auf vergnügungs-betten.
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Hier blüht der frühling auf auch unter eiß und schnee/
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Und was das hertze knüpft sind lauter sanfte ketten/
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Wo nun dergleichen lust aus einem brunnen quillt/
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Da wird die keusche brust mit reiner lust erfüllt.
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Gesetzt; daß Myrrhen oft bey diesem zucker sind/
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Und daß die eh sich auch mit einem weh verbindt/
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Doch muß die last in lust/ schmertz sich in schertz verkehren;
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Wann diese bürde nur auf zweyen schultern liegt/
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Da bleibt ein doppelt hertz im trauren unbesiegt/
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Getheilter kummer muß das labsal selbst gewehren.
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Der gleichgesinnte geist lacht/ wenn das unglück kracht/
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Ein angenehmer blick vertreibet manche grille/
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Ein treu-verliebter kuß macht tag aus finstrer nacht/
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Denn hier ist nur ein sinn/ ein wunsch und auch ein wille
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Es mag das schicksal gleich aus allen winckeln drohn/
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So erndten sie dennoch der eintracht süssen lohn.
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Wer sagt/ daß lieben nicht vergnügtes leben sey?
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Wer heißt die ehe nicht des himmels conterfey?
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Kan auch ein dürrer kern in süssen schalen wohnen?
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Auf einem nelcken-strauch wächst keine distel nicht.
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Hier ist ein grüner baum/ wo man vergnügung bricht/
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Hier wachsen mandeln nur/ und liebliche eitronen.
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Schweigt ihr verächter nur/ die ihr den süssen stand
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Des kummers aufenthalt/ des geistes kercker nennet/
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Die ihr fast alle lust aus diesem circul bannt/
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Und lieber in das netz der geilen wollust rennet/
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Die ehe bleibet doch auch in dem grösten weh
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Des lebens honigseim/ des kummers Panace.
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Glückselig bist du nun/ hochwohlgebohrnes paar!
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Der himmel beut dir auch den süssen becher dar/
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In welchem mehr als most und Muscateller flüsset.
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Vergnügung windet dir den immer-grünen krantz/
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Sie stecket sternen auf voll licht und voller glantz/
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Und speist dich mit confect/ das alle noth versüsset.
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Die liebe liefert dir die angenehmste tracht/
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Jhr garten zinset schon die göldnen Pomerantzen/
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Die kein bereifter Nord nicht welck noch dürre macht/
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Und die kein gärtner kan in solcher zierde pflantzen.
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Dich haucht der berge thau wie lauter balsam an/
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Und weidet deinen fuß auf schönster rosen-bahn.
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So lebe dann vergnügt/ so lebe dann erfreut/
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Du hochverbundnes paar! daß weder leid noch neid
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Den bittren gallen-tranck in deinen Nectar mische.
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Kein trauriger comet strahl deinen himmel an/
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Daß deine sonne sich niemahls verfinstern kan/
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Und lauter segens-thau dein wohlergehn erfrische!
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Die keuschheit baut dir schon den liebes-tempel auf/
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Des höchsten heiligthum veranckert händ und hertzen.
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Laß der vergnügung nun den angenehmsten lauff/
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Daß geist und leib zugleich in keuscher liebe schertzen:
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Viel tausent glückdarzu! So bleibet es dabey/
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Daß nichts vergnügters sonst als keusche liebe sey.