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Ein könig Galliens/ nicht aber heisser triebe/
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Schreibt Valiere/ dir zu klagen seinen stand.
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Der himmel/ der mich kennt/ weiß auch/ daß ich dich liebe/
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Und kostete dis wort mir scerter/ cron und land.
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Die Liljen meines reichs sind denen nicht zu gleichen/
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Die dir der bunte lentz auf wang und brüste trägt.
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Und pflegt kein weibes-bild dis kleinod zu erreichen/
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So wisse daß sein Fürst sich dir zum füssen legt.
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Ich weiß nicht was ich bin/ und was ich hiermit werde/
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Ich blende meinen glantz/ dich deutlich anzusehn.
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Carl ließ ein Käyserthum mit einem kuß/ der erde/
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Ich küsse noch ein weib mein Franckreich zu verschmähn.
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Du Valiere bist zu meinem trost erkohren;
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Mein recht und Parlament halt ich in deiner schoos/
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Ich bin so wohl vor dich als dessen hefft gebohren/
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Nur schätze/ wie man pflegt/ mich darzu nicht zu groß.
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Es krönt das regiment nur könig stand und häuser/
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Allein die liebe weiß von keiner Policey/
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Wer am getreusten liebt/ erweißt sich einen käyser/
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Und der sich neigen kan erblickt wie groß er sey.
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Ich aber wünsche ietzt ein Fürst zu seyn im lieben/
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So leg ich ausser dir auch meinen Purpur hin/
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Der Even schönheit ward aus ihres Adams riben
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Wie wird mein gegenstand nicht gleichfalls was ich bin;
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Da doch die sonne selbst sich nicht kan selber speisen/
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Und meistens unter sich die heissen stralen streckt/
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Der Agtstein ziht nur spreu/ und der Magnet nur Eysen/
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Was wunder wenn auch uns der seichte zucker schmeckt.
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Wiewohl du werthe bist kein irdenes gethöne/
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Die Perlen-muschel hat dich/ Venus/ uns gebracht.
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Die Moren wehlten sich beherrscher nach der schöne/
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Ich weiß/ daß diß allein dich zur regentin macht.
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So werde denn noch heut/ regentin meiner seelen/
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Was du nach meinen wunsch/ vorlängst gewesen bist/
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Das ewge feuer brennt zwar nicht in allen hölen/
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Doch gläube/ daß bey mir was unauslöschlichs ist.
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Mein hertze/ das durch dich in meiner brust entglommen/
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Hat auch auf ewig dir geschworen seinen brandt.
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Du siehest feur und herd/ wie kan es dir entkommen/
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Verware dies nur selbst/ du hast es in der hand.
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Du bist die Vesta mir die flamme zu erhalten/
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Ich aber trage feur den liebes-Ampeln zu.
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Laß durch verachtung nicht das opffer-öl erkalten/
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Und weise/ daß dein hertz so lieblich sey als du.
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Ein schatz/ der dein zu seyn viel schlösser hat durchbrochen/
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Kan dir/ mein auffenthalt/ nicht wol zuwider seyn.
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Und was dich durch sich selbst zu einen raub bestochen/
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Schlist billig deine hand geheimen zimmern ein.
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So liebe/ was dich liebt/ und dich erwehlt für allen/
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Du weist/ daß demuth auch der himmel lieben muß.
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Kan als ein könig ich nicht deiner gunst gefallen/
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So gib als knechte mir den allerersten kuß.
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Und zwar du bist zu klug mir dieses abzuschlagen/
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Dein aug ist zu magnetsch für ein Demanten hertz.
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Der dich erheben wil muß über schmach nicht klagen/
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Ich weiß nicht/ warum du verschmähest meinen schertz.
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Mein bette/ das erfüllt/ kan dich in nichts erschrecken/
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Ob die gemahlin gleich hier findet schlaff und traum.
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Du liegst an meiner stat/ und ich wil dich bedecken/
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So hat dein zarter leib an meiner stelle raum.
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Liegt keine Sara gleich der Hagar hier zur seiten/
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Nachdem sie täglich selbst noch Hagar werden kan/
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So will doch meistens dir ich meine pulster breiten/
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Nur schau ein neben licht mit keinem eckel an.
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Du weist es ohne dis/ daß mich ihr zug nicht treibe/
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Wie gegen ihren Nord nicht meine nadel steht/
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Was hilfft die morgenröth auf ihrer lippen-scheibe/
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Wenn in den augen nicht die doppel-sonn aufgeht/
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Die brüste die ihr zwar noch regt ein trieb der sterne/
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Sind/ da ich dich gesehn/ doch aller perlen leer.
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Die liebligkeit spielt hier in schalen sonder kerne;
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Und ihre liebes-see ist wie ein todtes meer.
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Manch mensch ist schön genung/ doch mangelts ihm am reitze/
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Wie mancher Diamant nicht rechte stralen spielt.
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Der Marmel brauchet Stahl/ und schönheit anmuths-beitze/
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Die der empfindlichkeit den pulß allein befühlt.
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So triffts/ daß vieles eyß bey Aetnens flammen bleibet/
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Wo Salamander doch zu aschen worden sind.
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Und daß ein ander feur uns Heclens schneeklufft treibet/
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Wo ein erhitztes aug sonst seine nahrung sind.
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Besonders nistelt sich der eckel in dem bette/
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Das zwar vermählete doch todte schönheit hegt;
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Das eheliche band wird denn zur sclaven-kette/
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Wenns die ergötzligkeit nicht an den armen trägt.
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Ich schreibe was ich weiß/ und was ich selbst erfahren/
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Ich spüre nur verdruß von der gemahlin brunst.
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Wie thöricht ist es doch/ sich nach gemählden paaren/
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Und auff ein trügend bild zu werffen seine gunst.
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Doch kan ich ihrer mich nicht gantz und gar entreissen/
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Der fessel/ so mich drückt/ hängt an der ewigkeit.
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Ich muß bey meiner eron zu dienen mich befleissen/
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Weils meines reiches nutz und wolfahrt so gebeut.
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Ein könig ist wohl herr/ nicht über das gesetze/
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Zumahl die die natur in fleischern tafeln schreibt.
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Und bleib ich gleich ein fürst/ nachdem ich sie verletze
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So weist du/ daß mir doch ein andrer richter bleibt.
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Du aber solst hierdurch/ mein engel/ nichts vermissen/
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Was sie gezwungen kriegt/ das geb ich willig dir.
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Die lust/ die du mir machst/ wil ich auf ihr verbüssen/
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Komt gleich ein ieder kuß aus einem mund herfür.
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Du siehest meinen leib in zweyen armen schweben/
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Die lincke greifft nach dir/ wenn sie zur rechten steht/
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Denn pflegt uns diese gleich das vorzugs-recht zu geben/
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So weiß doch iedermann/ daß die von hertzen geht.
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Sonst soll kein dornen-strauch in deine rosen sitzen/
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Trotz dem/ der übermuht an dieser stauden übt/
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Ein König der sie pflückt/ der wird sie auch beschützen/
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Gnug/ daß dich Galliens gesalbter König liebt.