7.

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Arno Holz: 7. (1886)

1
Der Regen tropft, der Nebel spinnt ...
2
O, daß die Märchen immer lügen,
3
Die Märchen, die die Jugend sinnt!
4
Wie lieblich hat sich einst getrunken
5
Der Hoffnung goldner Feuerwein!
6
Und jetzt? Erbarmungslos versunken
7
In dieses Elend der Spelunken —
8
O Sonnenschein! O Sonnenschein!

9
Nur einmal, einmal noch im Traume
10
Laßt mich hinaus, o Gott, hinaus!
11
Denn süß rauscht's nachts im Lindenbaume
12
Vor meines Vaters Försterhaus.
13
Der Mond lugt golden um den Giebel,
14
Der Vater träumt von Mars la Tour,
15
Lieb Mütterchen studirt die Bibel,
16
Ihr Nestling colorirt die Fibel
17
Und leise, leise tickt die Uhr!

18
O goldne Lenznacht der Jasminen,
19
O, wär ich niemals dir entrückt!
20
Das ewge Rädern der Maschinen
21
Hat mir das Hirn zerpflückt, zerstückt!
22
Einst schlich ich aus dem Haus der Väter
23
Nachts in die Welt mich wie ein Dieb
24
Und heut — drei kurze Jährchen später! —
25
Wie ein geschlagner Missethäter,
26
Schluchz ich: Vergieb, o Gott, vergieb!

27
Wozu dein armes Hirn zerwühlen?
28
Du grübelst und die Weltlust lacht!
29
Denn von Gedanken, von Gefühlen,
30
Hat noch kein Mensch sich satt gemacht!
31
Ja, Recht hat, o du süße Mutter,
32
Dein Spruch, vor dem's mir stets gegraust:
33
Was soll uns Shakespeare, Kant und Luther?
34
Dem Elend dünkt ein Stückchen Butter
35
Erhabner als der ganze Faust!

(Holz, Arno: Das Buch der Zeit. Lieder eines Modernen. Zürich, 1886.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Arno Holz
(18631929)

* 26.04.1863 in Kętrzyn, † 26.10.1929 in Berlin

männlich, geb. Holz

Journalist, deutscher Dichter und Dramatiker des Naturalismus (1863-1929)

(Aus: Wikidata.org)

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