24.

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Arno Holz: 24. (1886)

1
Verklingen hören über Raum und Zeit
2
Und schimmernd eingesargt von weißen Flocken
3
Versinkt es in die Ewigkeit.
4
Doch leuchtend aus dem Schooß der Winternacht
5
Ringt schon das neue seine jungen Glieder
6
Und träumt, die Erde sei mit ihm erwacht,
7
Geweckt vom süßen Klang der Frühlingslieder.

8
Doch schau, wie fröstelnd es die weiße Decke
9
Schon wieder über seine Glieder zieht,
10
Weil es von Eis umglitzert Hag und Hecke
11
Und ach, kein einzig Veilchen sieht!
12
Doch fasse neue Hoffnung, neues Jahr,
13
Denn so wie dir ist's jedem noch ergangen
14
Aus deiner ewigen Geschwisterschaar;
15
Und doch, der Lenz kam immer noch gegangen!

16
Noch herrscht der Tod; doch wenig Wochen später
17
Und hoch im Winde schwankt das junge Ried,
18
Dann singt ein Lerchenchor im blauen Aether
19
Des Frühlings Auferstehungslied.
20
Und wonniger, als du dir je erträumt,
21
Wird die Natur dir noch ihr Herz erschließen,
22
Wenn von des Sommers Aehrengold umsäumt,
23
Des Lebens Quellen rauschend dich umfließen.

24
Doch was in dieser Welt dich auch entzückte,
25
Vergilt es
26
Und jede Blüthe, die im Lenz dich schmückte,
27
Gieb uns im Herbst als reife Frucht!
28
Und schlägt dereinst die Stunde deines Seins,
29
Dann sei dein Segen für das Wunschgedeihen,
30
Wenn wir statt eines todten Marmorsteins,
31
Dir ein lebendiges Gedächtniß weihen!

(Holz, Arno: Das Buch der Zeit. Lieder eines Modernen. Zürich, 1886.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Arno Holz
(18631929)

* 26.04.1863 in Kętrzyn, † 26.10.1929 in Berlin

männlich, geb. Holz

Journalist, deutscher Dichter und Dramatiker des Naturalismus (1863-1929)

(Aus: Wikidata.org)

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