5. Pro Domo

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Arno Holz: 5. Pro Domo (1886)

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„o wirf ihn fort den Hungerknochen!
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Es hat die leidge Politik
3
Schon Manchem hier den Hals gebrochen.

4
Auch
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Doch wozu ihn versificiren?
6
Die Welt ist heute prosatoll
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Und wird ihn schwerlich honoriren.

8
Such lieber hohe Protegees,
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Dein Sozialismus ist uns schnuppe,
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Denn schließlich wärmst du nur, gesteh's,
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Die achtundvierzger Bettelsupe.

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Drum still, du Sturm im Wasserglas,
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Und reime fortab nur auf „Triebe“ —
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Du säst wie Lucifer nur Haß,
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Das Herz der Kunst heißt aber Liebe!“

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Ich hör's und fluche: Sapprement!
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Zwar lieblich locken die Moneten,
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Doch fehlt mir leider das Talent
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Zum schwarzweißrothen Hofpoeten.

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Drum bitte, mir drei Schritt vom Leib
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Mit euern Tombackpoesieen
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Und zischt nicht wie ein feiles Weib:
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Tritt ein in unsre Koterieen!

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Thät ich's, ich wär ein Halb-Poet,
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So aber ruf ich durch die Gassen:

(Holz, Arno: Das Buch der Zeit. Lieder eines Modernen. Zürich, 1886.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Arno Holz
(18631929)

* 26.04.1863 in Kętrzyn, † 26.10.1929 in Berlin

männlich, geb. Holz

Journalist, deutscher Dichter und Dramatiker des Naturalismus (1863-1929)

(Aus: Wikidata.org)

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