1
Die gerechten Strafgerichte göttlicher
3
Kommen immer über Böse, nach
5
Da GOtt ihnen das vergilt, was sie gegen ihn ver-
7
Da sie durch die Bosheit sich, selbst das Urtheil
9
Wie die Sünde; so die Straffe: daß ist das Ver-
13
Durch gerechte Rache bringt, daß man dabei klär-
15
Wie des Höchsten Machtgericht, Sünder so zur
17
Nach der Aehnlichkeit der Thaten; wie es oft den
19
Denen bösen Leibes-Gliedern, die die Sünde aus-
23
Oft zu einer solchen Zeit, da die Welt das Böß
25
Ofte wird dasselbe Uebel, wiederum an dem voll-
27
Und auf seinen Kopf vergolten, der dasselbe aus-
29
Wer dem Nächsten Gruben gräbt, muß oft selbst
31
Wer den Bruder Angel legt, muß oft selbsten da-
33
Wer der Unschuld Bande schmiedet, die nichts übels
35
Dem sind oft dieselben Fesseln, selbst zur Straffe
37
Daß ist das Vergeltungsrecht, wunderbahrer Straf-
39
Dadurch er die Sünde tilgt, und das Böse macht
41
In der Welt sind viel Exempel, daran man mit
43
Wie es solchen Sünder gehet, der sich erst von
45
Und durch böse Lust verwöhnt, in dem Laster Ko-
47
Der denn wie er hat gethan, auch gerechte Straffe
49
Nur ein Beispiel anzusehen, denkt nach Sodoma
51
Auf derselben ihr Verbrechen, auf das harte Un-
53
Das den Thaten nachgefolgt; so kan man auch
55
Was sei das Vergeltungsrecht, bei dem allerhöch-
57
Sodom war ein Lustgefilde, wie ein kleines Para-
59
Wo in einer fetten Gegend, sich nichts als nur
61
Wo des Himmels Heiterkeit, ihre strahlenreiche
63
Lauter Seegensthau erzeugt, durch die schöne Mor-
65
Sodom war voll Milch und Honig, die von fetten
67
Und von süsser Nahrung Zeichen; ein Land wo der
69
Stets mit starken Strömen ran: diese stete Him-
71
Machte es mit ihrer Lust, zu des Edens Eben-
73
Doch die Menschen die da wohnten, wurden durch
75
Durch die fette Milch der Nahrung, durch den
77
Wie ein ungezähmtes Vieh, das auf einer satten
79
Wild und geile einher springt; so war ihre einzge
81
Nur die Wollust auszuüben. Sodoms liederliche
83
Fand auch bei dergleichen Seelen, ihre gleiche Ge-
85
Und ward wie ein Feur das erst, heimlich in ver-
87
In der Finsternis anglimmt, in der Dunkelheit
89
Bis es in die lichte Lohe, offenbahrlich um sich
91
Und so lang nicht Nahrung fehlet, siedend zischt
93
Sodoms Geilheit war ein Brand, der nicht mehr
95
Und glich einen Feur das nur, in dem Feuer selbst
97
Dieses alles sah das Auge, welchem alles ist be-
99
Sodoms Wollust Gluth erregte, des Gerechten
101
Jhrer Geilheit wilde Brunst, zog des Zorns ent-
103
Wie ein feurig Schweffel-Meer, zu dem Straff-
105
Zebaoth ließ seine Donner, mit den strengen Bliz-
107
Und verkehrte ganz zerschmetternd, Volk und Stadt
109
Da sein Bliz in strengen Brand, diese Schweffel-
111
Und zum Schrekken aller Welt, ihr ein schreklich
113
Menschen! seht nach Sodoms-Städte, wo noch
115
Und in die verheerte Gegend, mit gerührten Blik-
117
Lernet an dem öden Ort: Wie die Sünde so die
119
Die nach dem Vergeltungsrecht, Sodoms geilen
121
Jhr die ihr, in bösen Lüsten, lechzend Sodoms
123
Denket daß das Strafgerichte, über euch nicht
125
Eilet ihr nicht in der Zeit, zu des Heilands Gna-
127
So wird eure Brunst gestraft, in dem Feur und