Beantwortete Frage: Wo gut zu wohnen sei?

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Johann Justus Ebeling: Beantwortete Frage: Wo gut zu wohnen sei? (1747)

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Wir leben in der Welt, im Land
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der Eitelkeit,
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Darin die Menschen sind, bald
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hie, bald da, zerstreut:
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Der runde Erdenball ist weit
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und breit zertheilet,
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Da sich ein ieder Mensch in sei-
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nen Punct verweilet.
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Der eine wohnet gern in ienen Morgenland;
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Der andre klaget da, daß er im heissen Sand
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Den stets beschweißten Fuß, in diesen Weltstrich
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brennte,
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Wenn er Arabiens entflammten Sand durch-
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rennte.
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Der Ort, wo man erzeugt, die erste Lufft genießt,
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Ist sonder Zweiffel gut, wenn da das Glükke
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sprießt
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Das unser Sin verlangt. Die Erde ist des HErren:
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Wenn wir nach
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wären;
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So müst es uns auch gut, bei seinen Gnaden-
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schein,
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Am kalten Norderpol, als wie in Süden sein.
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Die Welt ist nur ein Haus, darin die Länder,
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Zimmer
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Dem einen scheint dies gut, dem andern ienes’,
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schlimmer,
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Nachdem die Neigung fällt; nachdem die Lebens-
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Art,
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Sich mit den Gegenden, allwo man wohnt, ver-
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paart,
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Darauf kommt alles an: Und will man dies ge-
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stehen
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So kann man auch hiebei des Höchsten Weisheit
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sehen.
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Die Welt ist abgetheilt, in manches Reich und
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Land,
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Das menschliche Geschlecht hat durchs Gesellschaffts
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Band
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Sie wiederum verknüpft, indem sie allzusammen,
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Doch all aus einem Blut, von einem Ort her-
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stammen.
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Ein ieder der vergnügt, lebt allemahl beglükt,
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Wo ihn die Vorsehung hat weislich hingerükt.
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Dient er nur seinem
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So mag es in der Stadt; so mag es auf dem Lande
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Auf Bergen, in dem Wald, in Feld und Thälern
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sein:
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So denket die Vernunfft, doch der Geschmak spricht:
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Nein.
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Der die Gesellschafft liebt, und des Getümmels
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Rauschen,
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Der wird nicht leicht die Stadt, mit einem Dorf
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vertauschen.
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Wer eine freie Lufft und stilles Leben liebt,
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Der wählt ein freies Land dafür er Städte giebt
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Wer hat von Beiden recht? Sie finden alle Beide,
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Der eine hie, der da, für sein Gemüthe, Freude.
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Mein Urtheil ist hiebei: Es ist gut in der Stadt,
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Die,
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Wappen hat.
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Das Leben taugt da nicht, da wo der Pfauen
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Orden
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Der stolzen Höflichkeit, zum Bürgerrecht gewor-
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den;
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Da wo die Eitelkeit, die falsche Mode Welt
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Sich hinter Mauren stekt, und ihre Hofstat hält;
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Das Leben taugt da nicht, wo man die Arglist
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liebet,
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Mit Tugend Glanz bekränzt, und Klugheits Nah-
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men giebet.
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Das Leben taugt da nicht, wo man durch stolze
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Tracht,
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Die Bürger Ehrbarkeit, zu Adlers Schweiffen
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macht;
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Wo man die Höflichkeit, in blossen Mienen sezzet,
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Und mit der Zunge liebt, und mit der That ver-
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lezzet.
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Das Leben taugt da nicht, wo man den Handel
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treibt,
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Und nicht die Billigkeit den rechten Werth be-
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schreibt;
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Wo man die Wageschal nur blos zum Vortheil
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hänget,
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Der Ellen Maaß verkürzt, die kurze Waar ver-
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länget.
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Das Leben ist da gut, wo auf dem freien Feld,
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Des Schöpfers Vorsehung den Seegen aufgestellt;
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Wo in der freien Lufft gesunde Winde wehen,
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Die Aecker woll beflanzt, von Früchten trächtig
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stehen;
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Wo stille Einfalt wohnt, wo alte Redlichkeit,
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An stat des falschen Schwurs, die Hand zur Treue
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beut.
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Das Leben taugt da nicht, da wo die Erden Wür-
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mer,
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So ungebärdig sein, als wie die Himmelsstürmer,
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Wo untern groben Tuch, ein gröbers Herze stekt,
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Und sich der Bosheit Grim mit Lämmerfellen dekt,
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Die eine Liverei der wahren Einfalt heisset;
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Wo Tumheit, Unverstand mit Wollffes Zähnen
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beisset:
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Da taugt die Wohnung nicht; obgleich dem stillen
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Land,
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Der Vorzug öffters wird vor Städten zuerkant.
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Das Land ist da nicht still, wo der besoffne Bauer,
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In seinem Kruge schreit, als wie ein Gassenhauer,
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Wenn ihn der heisse Trank, den er wie Wasser säufft
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Die Kehle aufgesperrt, und das Gehirn ergreifft:
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Alsdenn stürmt er das Dorff, und läst die Hunde
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rasen,
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Durch sein Geschrei erhizt, als würd zur Jagd ge-
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blasen.
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Das Leben taugt da nicht, wo man den Ehrentag,
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Der Ehe eingeweiht, nur braucht zum Saufgelag;
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Wo Zucht und Ehrbarkeit, mit Kränzen zwar ge-
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zieret,
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Der Keuschheit Ehrenkranz in Raserei verlieret.
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Das Leben taugt da nicht, wo man bei saurer
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Müh,
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Bei Pferd und Ochsen lebt, als wie ein menschlich
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Vieh
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Die von dem Joch befreit, mit lauter wilden
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Springen,
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In ungezuämten Lauf sich zum Verderben bringen.
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Wer sich in dieser Welt um einen Plaz bemüht,
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Allwo die Gottesfurcht, mit Redlichkeit recht blüht
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Der suchet einen Ort, die Wohnung aufzuschlagen,
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Der hier in dieser Welt, sehr schwerlich auszufragen;
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Der sucht ein Paradies, das längst verlohren ist,
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Und das man nirgends find, woll in der Biebel
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liest:
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Doch den die Vorsehung gesezt in dieses Leben,
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Dem hat er hie und da, den Weltraum einge-
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geben,
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Wo man an ieden Ort, gut, löblich wohnen kan,
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Nimt man nur nicht dabei des Ortes Laster an.
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Die Wohnung ist da gut, wo man nach Tugend
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strebet,
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Und in der bösen Welt doch gut und christlich lebet;
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Wo man in Sodom zwar sein Wohnungs Zelt auf-
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schlägt,
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Doch in dem Herzen Scheu, vor Sodoms Greuel hegt;
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Wo man bei Kedar wohnt, und dennoch Frieden
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liebet,
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Bis uns des Höchsten Huld, in Salem Wohnung
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giebet.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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