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Der Menschen Neubegier, die sich mit Gril-
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Ist niemahls thörigter als wenn sie em-
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Darum wir Armen doch mit inren Grämen sorgen.
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Der eine seufzet tief: Warum gönt das Geschik
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Uns in die künftge Zeit nicht einen Vorsichts Blik,
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Daß wir schon zum voraus im gegenwärtgen wüsten
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Was wir in Künftigen annoch erleben müsten.
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Der andre denket gar, ach! wäre mir mein Stand,
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Den ich bekleiden soll schon zum voraus bekand;
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So könt ich mich dazu, wie sichs gebührt bereiten,
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Und mit Geschikligkeit ein Ehren Amt bestreiten.
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Die Einfalt denket so; du blinder Sterblicher
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Wenn dir schon zum voraus, dein Stand eröfnet
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So würdest du vielmehr die beigelegten Gaben,
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Von Hofnung aufgebläht, in faulen Rost begraben.
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Der Trieb der dich anspornt, auf das was unbestimmt,
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Der Reitz der im Gemüth nach Ehr und Ansehn
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Der wäre auch erstikt, wenn auser dein Bestreben,
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Das Schiksahl unbedingt dir schon dein Looß gegeben.
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Da aber dein Geschik dir vorher unbekant;
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So hält das Ungewis die Lust in Glut und Brand;
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So muß dein reger Fleis, wenn sich dein Muth will
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Dich zu dem Ehrenport auf Hofnungs Flügeln brin-
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Wie wüstest du das Glük, das dir begegnen soll;
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So machte dich der Blik schon von der Freude voll;
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Eh du die Süßigkeit des Schiksahls kanst geniessen,
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So würde dein Gemüth darauf schon hungern müssen.
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Und kämst du zum Genus; so wär der Ekel dar,
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Weil, was man vor gesehn und schon gewohnet
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Uns nicht mehr so erfreut. Was uns recht soll ergözzen
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Das muß uns zum voraus in bange Hofnung sezzen.
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Wenn dir des Himmels Schlus vorhero schon ge-
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Durch einen Unglüksstern, was dir zur Last beschert;
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So würde dein Gemüt, noch vor den Kummertagen,
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Mit der bestimmten Angst, dich wie mit Foltern
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So machte dir die Furcht, bei jeden Augenblik
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Schon ein beklomnes Herz; So wär dein Ungelük
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Viel unerträglicher, als da es dir verborgen:
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Denn was man noch nicht weis; das darf man
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Du wärest zwar ein Mensch der in das Künftge seh,
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Jedoch die Wissenschaft verdoppelte dein Weh
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Wie bei demjenigen den schon das Recht gesprochen,
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Und über dessen Kopf der Richterstab gebrochen.
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So bald ein Delinquent den Sterbetag erst weis,
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So bald nezt ihn die Furcht schon mit dem Todes-
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Die Angst verdoppelt sich, bei jeden Stundenschlage:
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Je näher zu dem Ziel, je grösser wird die Plage.
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Die Furcht der Schrekkens Geist, greift einen schär-
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Als selbst der grause Tod, der bleiche Schrekkens
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Der letzte Trauergang zu seinen Rabensteine
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Da ihn die Herzens Angst durchdringt durch Mark
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Wird ihn viel bittrer sein auf seinen letzten Wege,
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Als alle schmerzliche beschimpfte Henkers Schläge:
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So wäre dir die Furcht vor einer künftgen Noth,
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Wenn sie dir ganz bekant, viel bittrer als der Tod.
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Wie sich in Künftigen die Schiksals Spheren drehen.
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Die Güte die uns stets als seine Kinder liebt,
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Und uns das Nützlichste nach weiser Einsicht giebt,
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Die wünschet unsre Ruh; Und sehn wir ihr Gerichte,
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So käme das Gemüt aus seinen Gleichgewichte
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Drum Menschen wollet ihr hie recht vergnüget sein,
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So seht das Künftige, mit Vorwitz nicht mehr ein:
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Wer glüklich leben will, der wandle auf den Wegen,
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Dahin die Tugend führt und warte auf dem Segen,
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Den GOttes ewge Huld auf jeden Tugend Pfad,
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Als einen Gnadenlohn uns ausgestreuet hat.
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Erlebten wir denn gleich auch viele Kummerstunden,
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Sie kommen unverhoft, sind unverhoft verschwunden.
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Wer ja das Künftige, so gerne wissen mag,
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Der sehe in die Schrift, worin die Angst und Plag,
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Der Sterblichen zu sehn, die hier auf Erden wallen
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Und unbesorget sind dem Höchsten zu gefallen;
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Der sehe was vor Glanz der Seelgen Haupt umgiebt,
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Die hier in dieser Welt den Heiland treu geliebt.