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Der Sonnen schneller Lauf der seinen Zir-
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Bringt stets ein andres Jahr: indem
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Als wie ein Wassertropf der in ein Meer
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Dies ist ein Bild der Zeit, die ihren Lauf beschlossen.
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Die Zeit ists eigentlich die uns den Kreis der Welt,
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Mit der Veränderung zum Schauplatz fürgestellt:
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Worauf die Lebenden nach unsers Höchsten Schlüssen,
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Wie es die Ordnung fügt die Rolle spielen müssen.
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Wer dies mit Achtsamkeit recht siehet und bedenkt
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Der sieht, wohin er nur, das Licht der Augen lenkt,
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Die stete Wechselung: da eins das andre bringet,
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Und ehe man es meint auch wiederum verschlinget.
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Dies lehret uns den Satz: die Zeit verfliegt geschwind
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Und mit derselbigen, die Dinge die da sind,
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Das hat das ewge Licht, das Sonn und Welt regieret,
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Zum Nutz der Sterblichen, so weislich eingeführet.
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Wie brächte nicht die Zeit auch seine Wechsel mit,
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Und ginge das Geschik mit ihr stets gleichen Schritt:
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So wäre stets die Welt, so lang die Sonne schiene,
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Des einen Freuden Bahn, des andern Trauer Bühne.
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Ein Crösus lachte stets bei seinen reichen Glük,
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Ein Jrus sähe nichts als lauter Klag Geschik;
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Der eine würde sich noch immer mehr erheben,
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Der andre stürbe gar, indem er solte leben.
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Ist euch die Welt anjetzt, ein recht gelobtes Land:
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Die Zeit ist wechselreich, es kann euch auf der Erden,
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Gar bald ein Canaan zur Jammerwüste werden:
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Sie ändert Freud und Leid; Wer in der Asche sitzt,
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Bei der und jener Noth, wie Hiob, Angstschweis schwitzt
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Dem läst die Hofnung doch in Jammer, das Ver-
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Er werde mit der Zeit auch seinen Schmerz besiegen.
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Die Zeit vergeht geschwind, es häuft sich Jahr auf Jahr,
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Und wie sie uns verläuft, das wird man kaum gewahr,
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Der Mensch kann selbst davon mit seinen ganzen Leben,
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Das ihn verflogen ist, ein klares Zeugnis geben.
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Der Kindheit erster Stand, da man im Wiegen
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Da man uns, wie im Traum fast unempfindlich
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Nimt einge Jahre weg, die uns von hinnen rennen,
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Eh wir die Welt einmahl, eh wir uns selber kennen.
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Der Zeitlauf welcher folgt, den man die Jugend heist,
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Der geht auch so geschwind, als das Geblüthe fleust,
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Das durch ein muntres Feur, stets das Gemüth er-
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Dabei ein Jüngling schwärmt und niemahls ruhig
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Kaum daß sein schlummernd Aug, aus seinen Schlaf
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Wird bald mit Lust und Spiel des Tages Zeit vollbracht;
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Bald mit Beschäftigung der zu begreifnen Sachen,
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Dadurch wir eine Bahn zum Stand und Glükke
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So gehet unvermerkt auch unsre Jugend fort,
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Und ehe man es meint, so stehn wir an dem Port,
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Da wir bei männlichen, und schon erreichten Jahren,
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Den Wink der Vorsehung zum Lebens Zwek erfahren.
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Die stete Wechselung, ein künftiges Geschik
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Ein unbestimmter Fall von Glük und Ungelük
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Die Mischung süsser Lust, mit saurer Last und Bürde,
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Verkürzet uns das Jahr, wens gleich verlängert würde.
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Bei der Beschäftigung die uns die Erde giebt,
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Und die der Sterbliche mit steter Unruh liebt,
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Bei Freude, Arbeit, Scherz, bei Sorg und Kümmer-
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Verfliesset uns die Zeit, eh wir es selbsten wissen.
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Da komt, eh man es denkt, des Lebens letztes Jahr,
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Da bringt der blasse Tod uns schon die Leichenbahr
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Wenn unser Anschlag noch in weit entfernten Zeiten,
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Uns einen Glükkes Bau zu spät will zubereiten.
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Ein jeder Mensch erkennt, daß dieses Warheit sei
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Und fällt dem Ausspruch auch:
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Ach! möchte jeder auch sich nach den Warheits Lehren,
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Bei seinen Lebens Lauf und dessen Führung kehren.
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Der Schöpfer hat die Zeit, die wie mit Flügeln eilt
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Nach seinen weisen Rath uns darum mitgetheilt,
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Daß wir mit Sorgfalt stets, die schnellen Stunden
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Darin ein ewigs Gut zu unsern Ziel erwählen.
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Die Zeit ist wechsel voll und sie verfliegt uns bald,
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Bei ihren schnellen Flug, ist gar kein Aufenthalt,
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Will uns die weise Güt nicht dadurch deutlich zeigen,
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Daß man sie brauchen muß, so lang sie uns noch eigen.
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Die Zeit vergeht geschwind und die Gelegenheit,
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Die sie uns zu dem Glük in ihren Lauf anbeut
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Und lassen wir sie gehn, so ist mit ihren Stunden,
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Zugleich Gelegenheit und auch das Glük verschwun-
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O! Menschen lehret dies: Jhr eilt zur Ewigkeit,
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Und eure Wollfart hängt an einen flüchtgen Heut.
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Verschiebet ihr das Woll, dafür ihr hie müst sorgen,
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Auf einen ungewis und zweifelhaften Morgen
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So seid ihr thöricht ja: in dem ihr euch verlaßt
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Auf das was schlüpfrig ist. Wer sich nicht selbsten
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Der wird mit Klugheit sich in Zeiten stets bestreben,
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Die Zeit woll einzutheiln, die ihn zum Heil gegeben.
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Wer ihren Lauf recht kennt; der sieht des Schöp-
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In weiser Einrichtung in Gang und Wiederkehr
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Des abgemeßnen Jahrs. Der wird bei allen Sachen,
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Auch die Gelegenheit sich recht zu Nuzze machen.