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Als ich bei mir verwunderns voll bedachte,
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Wie mancherlei die Sprachen in der
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Wie jedes Volk gantz andre Wörter
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Nachdem im Gaum der Dinge Aus-
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So sprach ich bei mir selbst, wenn alle Zungen,
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Von Ost, Süd, Nord und West, in einem mahl,
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An einem Ort in ihrer Art erklungen,
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Welch eine Harmonie von dieser Zahl
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Wär dann gehört? Ein jeder würde klagen
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Den Mischmasch, der aus Babels Thurm entsteht,
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Könn sein Gehör ohnmöglich lang ertragen.
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Doch fiel mir ein, dem Heiland der erhöht,
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Jm Himmel nun zur Rechten
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Gefällt der Thon, der unterschiedlich hallt;
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Weil das Gebet der Zungen ihn vergnüget,
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Das aus den Hertz, das ihn erkennet, schallt.
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Der Höchste will, der gütig, heilig, weise,
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Daß er als HErr sei allem Volk bekant:
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Drum hat er auch in alle Erden Kreise
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Sein Evangelium herumgesand.
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Die Boten hatten auch der Zungen Gaben,
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Recht wundernsvoll, daß man darob erstaunt;
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Und was wir nur vor eine Sprache haben,
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Darinnen ward der Heiland ausposaunt.
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Nicht minder ists ein Werk von
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Daß dieses Buch, darin sein Wort uns lehrt,
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In so viel Sprachen überall zu lesen
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Als Völker sind, die sich zu ihm bekehrt.
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Gleich anfangs war des Hebers Zung erkohren
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Als diese Sprach in Babel meist verlohren,
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Da ward sie auch Chaldeisch übersetzt.
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Und da das Judenthum herum zertheilet
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Und in Egypten Land so gar zerstreut,
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So ward da Josephs Schade auch geheilet
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Des Neuen Testaments gegebne Schriften,
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Die von des Heilands Lehr und seinen Mund,
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Und der Apostel Geist, ein Denkmahl stiften,
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Die wurden Griegsch am allerersten kund:
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Die Mundart war vor andern angenommen,
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Weil damahls dies die beste Sprache war,
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Die überall in Flor und Ansehn kommen,
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Wird dadurch nicht die Weisheit offenbähr,
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Die bei der Ausbreitung des Heils regieret,
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Daß sie die Sprach zum Mittel auserwählt,
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Die damahls war am meisten ausgezieret,
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Und unter die Bekantesten gezählt?
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Gleichwie ein Flus sich mehr und mehr ergiesset,
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Je weiter er von seiner Quelle steht:
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Je weiter fort des Heilands Lehre geht.
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Wie Syrien mit seinen Lettern schreibet,
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Ward ferner auch am Neuen Testament;
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Weil es der Sprach der Syrer einverleibet
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Nicht lang nachher und noch mit Nutz erkennt.
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Wie Rom das Haupt der längst verstrichnen Zeiten
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Gesprochen, zeigt das übersetzte Wort,
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Dies diente sehr, die Lehre auszubreiten;
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Ein Gottesmann ward hie und da erwekket
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Der in der Zeit der dikken Finsternis,
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Dem Blinden Licht zum Glauben aufgestekket
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Wenn er die Schrift von neuen sehen lies.
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Und wie ist nicht das grosse Werk zu preisen,
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Das Luthers Fleis ans Tages Licht gebracht,
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Da er das Bibelbuch dem teutschen Kreisen,
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Von neuen teutsch aus seinen Text gemacht.
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Wie rein? wie klar? sucht er die ersten Quellen,
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Aus ihren Staub mit grosser Müh hervor:
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Nach unsrer Redens Art sie darzustellen,
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Damit die Lehr recht wieder käm empor.
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So sieht man auch in Frankreichs weiten Grenzen,
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Jm Norden Reich, in Holl und Engeland
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Des Höchsten Wort, als eine Fakel gläntzen
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Das jedem Volk in seiner Sprach bekant.
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Es wird noch weiter kund, wie man erfahren,
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Daß auch im Heidenthum gen Morgen hin,
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Als das geblendte Volk die Malabaren,
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In ihrer Mundart sehn, des Höchsten Sinn.
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Die Menschen die verirt, zu sich zu ziehn?
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So gar das Volk das er gerecht verfluchet
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Verspüret auch sein göttliches Bemühn.
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Ja! bei der Last der zugemeßnen Rache,
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Die Judas Brut gebükt mit Schmerzen trägt,
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Wird ihnen doch in der Askenas Sprache
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Das Testament von JEsu vorgelegt.
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Wer sieht hier nicht, die Gnadenreichen Züge,
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Denn nichts geschicht vom blinden Ohngefehr,
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Wer ist so blind, der noch bedenken trüge
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Zu glauben, daß hierin was Göttlichs wär?
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Mein GOtt! wenn ich die Sinnen darauf lenke,
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Wie viele tausendmahl die Schrift gedrükt
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Wie viel sie übersetzt, dabei gedenke;
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So wird mein Hertz von reger Lust entzükt.
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Ich stell mir dabei vor die selge Menge,
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Ich sehe da die wunderbahren Gänge,
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Die man erstaunt, bei seiner Vorsicht spürt.
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Wie ich also entzükt in dem Gedanken,
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So wallte mein Geblüt mit regen Lauf
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Und öfnete der Lippen feste Schranken,
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Mit diesen Spruch in süsser Freude auf:
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Wie herlich wird das Jubel-Lied erklingen,
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Das alle Heiligen vor GOttes Thron
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In heilger Zahl, mit einem Munde singen,
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Dem heilgen Geist, dem Vater und dem Sohn;
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Wie rein wird dort der Engel Sprache schal-
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Die Halleluja, Lob und Preis erthönt;
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Dagegen ist der Redner Kunst ein Lallen
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Das nur von unbeschnittnen Lippen stöhnt.