M ann GOttes!

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Johann Justus Ebeling: M ann GOttes! (1747)

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zürne nicht, daß rege Dankbarkeit,
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Dir, dieses schlechte Buch, zu einen Denk-
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mal weiht:
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Es heischt es dein Verdienst, es forderns
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meine Pflichten,
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Ein Angeld alter Schuld, dadurch noch zu
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entrichten.
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Ich denke noch zurük an die verschwundne
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Zeit,
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Da mich Dein Unterricht in Hildesheim er-
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freut;
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Als Dich die Stadt damahls, noch gegen-
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wärtig ehrte,
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Und mich mit Weisheits-Milch in ihrer
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Schule nährte.
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Da machte uns dein Fleis, durch einen güld-
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nen Mund,
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Aus Liebe blos gerührt, die schönen Säzze
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kund
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Der Gottsgelehrsamkeit. Du zeigtest was
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zu gläuben,
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Was
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treiben.
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Ob ich gleich damahls nicht dasselbe ganz ge-
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noß,
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Was als ein klarer Strom, von deinen Lip-
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pen floß;
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So lernete ich doch, was man vor War-
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heitslehren;
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Wie man dieselbigen vom Lehrstuhl würde
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hören.
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Den Grund hast
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fort gebaut,
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Den ich als Lehrern bin, hernachmahls an-
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vertraut;
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Du hast den Trieb entflammt durch Dein
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beliebtes Wesen,
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Der Warheit nachzugehn, zu forschen und
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zu lesen,
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Was hie die Weisheit spricht; was da der
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Spötter sagt,
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Der bei den hellen Licht nach neuen Son-
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nen fragt;
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Du hast mich auch gelehrt, als Lehrer in
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dem Tempel,
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Jm hören mich erwekt, dem reizenden
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Exempel
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Von ferne nachzugehn, da Deine Lieblich-
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keit
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Die Herzen stark gerührt, den Saamen
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ausgestreut:
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Du hast mich offt erwekt, durch Gründe
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stark bewogen,
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Daß ich der Schlüpfrigkeit der Laster bin
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entzogen.
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Die scheuche Blödigkeit, die da mein Fehler
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war,
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Als ich von hinnen zog, die stellt sich jezo
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dar,
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Und rühmet öffentlich die Unterweisungs-
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stunden,
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Die zeiget durch dies Blat, wie sehr ich
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Dir verbunden.
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Nim meine Dankbarkeit,
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Gottesmann!
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Und dieses kleine Buch, als deren Zeugnis
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an!
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Nim was die Ohnmacht kan, und was die
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Einfalt bringet,
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Weil meine Muse nicht, in solchen Thönen
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singet,
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Wie Du gewohnest bist, und wie du längst
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gezeigt,
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Mein Wunsch dabei ist nur; der
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Dir geneigt,
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Der wolle ferner
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blikken,
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Wie er bisher gethan, zu Zions Lust erquik-
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ken;
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Er segne stets dein Ammt, zu seines Nah-
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mens Ruhm:
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So strahlt sein Licht und Recht, von dir
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im Heiligthum;
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Dies fleht aus regen Trieb, der
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Verehrer bleibet
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O! theurer GOttesmann! so lange er
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sich schreibet.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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