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Als Jupiter die Welt hat gäntzlich ausgemachet,
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Und auf dem Erden-Kreiß schon alles grünt und lachet,
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Wand er sich dreymal um, und schauet hin und her,
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Ob in dem grossen Hauß irgend ein Mangel wär.
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Es fehlet noch ein Ding: Er ließ ein Thier furkommen,
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Das nun fast überall die Welt hat eingenommen,
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Ein artiges Gespenst, darnach ein jeder rennt,
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Welches in unserm Land ein Jungfrau wird genennt.
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Ein Thier das um den Mund, vornemlich in der Zungen
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Trägt ein verborgen Gifft, damit es Alt und Jungen
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Anstecket und verblendt, und mit eim süssen Schmertz
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Kommt ungewarnter Sach gekrochen in das Hertz.
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Das uns je mehr nachzieht, je mehr wir von ihm fliehen,
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Und je mehr von uns flieht, je mehr wir ihm nachziehen.
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Ein freundliche Feindin, ein feindliche Freundin,
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Die ohne Zauberey verzaubert unsern Sinn.
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O wunderlich Gespenst, das uns ohn Feur entzündet,
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Und ohne Strick und Band Gemüth und Seele bindet,
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Welches Band nicht zerreißt, und zügen tausend dran,
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Welch Feuer Mayn und Rhein nimmer verleschen kan.
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Herr Bräutigam ihr könnt mir solches helffen zeugen,
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Den ein so kleines Feur so bald hat können beugen,
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Ein bittersüsses Thier hat euch niedergefällt,
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Und euch in leidig Freud, in freudig Leid gestellt.
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Jungfrau Anna die schoß die hellgläntzende Stralen
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Von ihrer Augen Sonn, über des Sandes Thalen,
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Ueber des Tragheims Berg, über des Bobers Fluß,
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Das Liebes-Fieber euch von diesem Schein anstieß.
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Der Brand kam in das Hertz, all eur Gedancken schwommen
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Mitten in diesem Feur, ihr wußt nicht zu bekommen
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Zu euer Kranckheit Hilff, noch Trost zu euer Pein,
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Weil alles beydes war zu tieff gewurtzelt ein.
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Wolan Herr Bräutigam, wolt ihr werden curiret,
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So schickt nach der die euch in diß Elend geführet,
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Euer Kranckheit ich gleich Achillis Wunden acht,
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Die niemand heilen konnt, als der sie hat gemacht.
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Und ihr o Jungfrau Braut, wendet das grosse Klagen,
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Kühlt was ihr habt gebrennt, heilt was ihr habt geschlagen;
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Wo ihr nicht selber seyd des Krancken Doctorin,
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So fähret er dahin ohn Hülff und Medicin.
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Die schöne Nacht kommt an, der Mond sitzt auf den Wagen,
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Und thut mit vollem Lauff des Himmels Feld durchjagen,
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Die güldnen Lichter hat der Himmel aufgesteckt,
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Weil sich die Sonn schon längst zu Bette hat gelegt.
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Wolan es ist nun Zeit, daß ihr eur Kranckheit stillet,
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Und mit Freuden den Lauff der Ewigkeit erfüllet,
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Und schwitzt das Fieber aus, und lindert eure Pein,
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Die auf kein ander Weiß kan recht vertrieben seyn.
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Nun ihr Jungfrauen all, ihr müßt uns Platz verleihen,
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Weicht die ihr führt die Braut, sie muß ein andern Reyen,
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Nun tröst sie noch zuletzt, gebt ihr den letzten Kuß,
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Das ander das ihr laßt, der Bräutigam thun muß.
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Nun geht hin Jungfrau Braut, ich will euch Bürgen geben,
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Daß ihr in diesem Streit behalten solt das Leben.
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Nun fürcht euch nicht so sehr, es hat hie keine Noth,
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Es ist nur Schimpf und Scherz, der Streit gilt nicht zum Tod.
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Nun geht hin Jungfrau Braut, legt diesen Namen nieder,
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Geht nun ein Jungfrau hin, und kommt ein Mutter wieder.
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Geht doch, geht Jungfrau Braut, und laßt das Sorgen seyn,
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Ich hoffe, daß gewiß morgen soll besser seyn.
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Seht Venus selber kommt mit ihrem Volck gegangen,
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Die fliegen hin und her, und tragen groß Verlangen,
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Ein jeder wünschet ihm, daß er die Ehre hätt,
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Daß er die neue Braut möcht führen erst zu Bett.
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Der erste führt sie fort, der ander thut sehr traben,
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Und macht ins Bett ein Grab, darinn er will begraben
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Die Jungfrauschafft, die nun sehr traurig sich beweist,
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Und soll in kurtzer Zeit aufgeben ihren Geist.
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Der dritte trägt die Kertz, der vierte will auffangen
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Die Thränen, die die Braut läßt rinnen von den Wangen.
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Der fünfte löset ihr den Leibes-Gürtel auf,
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Weil nun die Jungfrauschafft vollbracht hat ihren Lauff.
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Die schöne Venus selbst lacht über diesen Dingen,
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Und wünschet ihr viel Glück, und heißt ihr Kinder singen:
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Komm Hymen, Hymen komm. Sie führet selbst die Braut,
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Gibt ihr den letzten Kuß, und singet überlaut:
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Nun geht, ihr Kinder, geht, und schmeckt die süsse Gaben,
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Die Venus und ihr Sohn euch eingeschencket haben;
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Geht hin, ihr Kinder geht, und euch holdselig paart,
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Mit lieblichem Geküß nach einer Dauben Art.
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Geht hin, ihr zwey, und kommt wiedrum mit euer dreyen,
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Geht mit einander an den schönen Liebe-Reyen,
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Und bringt herfür ein Thier, das durch der Götter Gunst
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Voll sey der Mutter Treu, voll sey des Vaters Kunst.