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Ein Bauersmann wollt auf den Jahrmarckt reiten,
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Sein Esel und sein Knabe sollten ihn begleiten;
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Der Esel trug ihn fort, der Sohn gieng hinten nach.
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Ein Mädgen sah den Ritt, es wundert sich, und sprach:
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Fürwahr es dauret mich des Knaben;
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Er ist zu zart dem Esel nachzutraben,
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Da dieser starckgebeinte Mann
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Indeß zu Pferde sitzt, das ist nicht wohl gethan.
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Da dieß der Alte hört, macht er den Sattel leer,
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Er setzt den Knaben auf, und geht zu Fuß einher.
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Darauf begegnen ihm zween Greisen,
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Die mit den Fingern auf ihn weisen;
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Und einer spricht: Es ist wohl Schein,
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Der Alte muß nicht recht bey Sinnen seyn,
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Er geht als ein Lakey dem Esel an der Seiten,
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Er könnte doch zugleich mit seinem Buben reiten.
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Der Alte folgt dem Rath, er sizt zu seinem Sohn
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Dem Esel auf das Kreutz, und reitet braf davon.
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Nicht lange reiten alle beyde,
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So wards dem alten Mann zu Leide.
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Denn als mehr Leute ihm bekamen,
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So sagten sie; In Midas Nahmen,
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Was vor ein alter Thor fährt dort mit seinem Knaben
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Auf einem Eselgen? Er will es wohl todt haben.
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Doch könnt er dieses leichtlich wenden,
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Und mit dem muntern Sohn den Weg zu Fuß vollenden.
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Da dieses Wort geschah, sprach jener zu dem Knaben,
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Hinunter Sohn, wir sollen beyde traben;
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Der Esel muß auch Ruhe haben.
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Nach diesem riefen Mann und Frau
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Aus einem Munde: Ey doch, schau!
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Wie thörigt diese beyde sind,
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Der alte Mann so wie sein Kind,
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Daß nicht ihr Sinn zu reiten steht,
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Da doch der Esel ledig geht!
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Ein Wunder, daß nicht sie den Esel tragen!
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Drauf sprach der Vater: Sohn wohlher!
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Der Esel ist uns nicht zu schwer,
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Daß wir ihn nicht wohl mögten tragen.
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Laß sehn, was dann die Leute sagen.
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Sie warffen bald den Esel nieder,
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Und banden ihm den Kopf und alle Glieder.
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Sie hängten ihn an eine Stangen;
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Doch wär er freudiger zu Fuß gegangen.
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Bald ward ein groß Geschrey, man rief von Ort zu Ort:
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Zween tragen ihren Esel fort,
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Der billiger sie beyde sollte tragen.
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Man mag es wohl zur neuen Mähre sagen.
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Man sieht wohl, daß sie Narren sind,
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An Witze sind sie beyde blind.
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Der Alte hörte wohl, daß jedermann
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Nur übels von ihm redt. Er fieng izt seuftzend an:
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Mein Sohn, du hörst, der Esel trage mich,
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So ists nicht recht; er trage dich,
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So zehlet man mich zu den Thoren;
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Trägt er uns beyde dann, so ist mein Witz verlohren
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Und geht er ledig fort, so weiß ich nicht zu leben;
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Wenn wir ihn dann auf unsre Schultern heben,
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So ist kein Mensch unsinniger als wir.
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Wie ist ihm denn zu thun? Der beste Rath ist hier:
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In allen Handlungen thu recht und wohl.
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Und sieh nicht auf die Welt, sie ist der Schalckheit voll;
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Und kan nicht ohne Tadeln seyn.
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Deßwegen hülle dich in deine Tugend ein.
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Thu was du thust, nach des Gewissens Licht
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Und fürchte Gottes Zorn, und nicht der Welt Gericht.