1
Ein Weiher war von Fröschen voll.
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Denselben war nach ihren Arten wohl.
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Sie hatten Wasser Land und Feld,
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Und dessen gnug ohn alles Geld.
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Sie waren unbeherrschet gar,
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Und nahmen keines Herren wahr.
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In Freyheit stuhnd ihr aller Muth,
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Jhr Leib, ihr Leben, und ihr Gut.
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Die Freyheit mogten sie nicht mehr vertragen.
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Sie fiengen ernstlich an zu klagen,
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Sie mögten nicht ohn’ einen König leben.
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Gott Jupiter sollt ihnen einen geben,
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Der ihr Regent und König wär.
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Deß lachete Gott Jupiter,
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Und schwieg. Sie hielten wiederum
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Um einen Herrscher an. Kein Frosch blieb stumm.
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Da lag ein Trämel, plump und groß;
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Den Jupiter itzt in den Weiher schoß.
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Der sollt ihr König seyn. Dazu wär er gebohren.
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Sie hielten sich zuerst vor gantz verlohren,
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Sie waren schnell die Flucht zu wehlen,
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Verstummet waren ihre Kehlen.
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So schrecklich war der erste Schlag,
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Nach welchem bald der Trämel stille lag.
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Er rührte sich nicht um ein Haar.
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Die Frösche wurden das gewahr.
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Sie konnten sich im Spott nicht fassen,
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Daß sie nicht auf den König sassen.
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Sie fiengen wieder an zu schrey’n,
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Sie könnten nicht in Ruhe seyn,
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Würd ihnen nicht ein Fürst gegeben,
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Ein König, unter dem sie mögten leben.
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Jhr Ungestüm verdroß den Gott ein wenig.
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Jm Zorn ernennet er den Storch zu ihrem König.
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Der kam mit grossem Staat, mit hohem Muth u. Wesen
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Vor seinem Ernste mocht kein Frosch genesen.
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Sein Magen war sehr heiß, weit waren Kropf u. Schlund,
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Und immer offen stuhnd der Mund.
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Was ihm bekam, verschlang er lebendig.
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Das Fröschen-Volck sah sich in letzter Noth,
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Sie schrien: hilf Jupiter, sonst sind wir alle todt.
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Er schonet weder groß noch klein.
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Wir wollen gern ohn einen König seyn.
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Es mag nicht seyn, sprach Jupiter,
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Er ist und bleibet euer Herr;
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Ein Richter über euer Leben.
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Ich hab ihn euch auf euer Flehn gegeben,
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Dem müsset ihr ietzt unterthänig seyn.
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Will er, so tödtet er so groß, als klein.
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Dadurch geschieht euch lauter Recht;
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Wer Herr mag seyn, der sey nicht Knecht.