Er belauret sie im Bade

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Johann Georg Gressel: Er belauret sie im Bade (1716)

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Philena wolte jüngst Fernanden recht beglücken/
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Denn dieses Mädgen kahm zu ihm aus freyen Stücken/
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Und sprach: Wenn er/ mein Herr/ will meine Jungfer sehn
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Gantz nackend/ muß er gleich nach unsern Garten gehn.
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Er kunte nicht den Schluß der Rede gantz abwarten
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Er eilte als ein Pfeil nach den benannten Garten/
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Die Thür war angespehrt/ doch nicht ins Schloß gemacht/
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Daß er sich ungesehn sogleich hinein gebracht.
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Er ging dem Bade zu/ allein es war verschlossen/
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So daß ihn Müh und Fleiß/ die er gebraucht/ verdrossen/
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Er fluchte der
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Und hätte sich entfernt/ wenn er kein Loch erblickt/
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Wodurch er in dem Bad die nackte Schöne sehen/
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Und im Gebüsch versteckt verborgen kunte stehen/
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Allda ersahe er ein gantz entblößtes Kind/
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Das an der Zierlichkeit
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Wenn sie unangelegt das kühle Bad gesegnet/
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Und dem
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Ein Kind/ das zärter war als man die
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Wenn sie den
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Der schönen Augen Strahl beschämmt die hellen Sternen/
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Ja was/ die Sonne muß sich vor den Glantz entfernen/
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Die Morgenröth entfärbt sich vor der Wangen-Gluht/
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Der beste
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Die Brüste kröhnt Rubin/ auf Liljen blühn Corallen/
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Ein feurig
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Die wohlgewölbte Schooß/ der Lüste Paradies
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Den Augen süsse Lust/ und Kitzelung verhieß.
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Es lag ein Myrthen-Wald um den Rubinen Schlosse/
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Den Eingang zu der Lust/ den rund gewölbten Schooß/
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Wo
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Und diesen schönen Ort zur Glückes-Insul macht.
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Da ist das
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Der/ stürmmt man noch so sehr/ den Posten nicht verliehret.
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Er hatte nun genug das nackte Bild besehn/
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Und wolte unvermerckt zur Thür hinaussen gehn/
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Als eben
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Die in der Einsamkeit allein zu seyn gedachte;
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Sie schrieh/ Verräther geh/ zerbreche Hals und Bein/
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Wer läst
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Gewiß/
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Hier wolte sie vor ihn des Bades-Thür verschliessen/
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Allein er war geschwind/ und drengte sich hinein/
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Weil sie nun nackend war/ must sies zu frieden seyn.
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Sie schalt ihn hefftig aus/ ein schelmischer Verrähter/
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Ein Räuber/ Lästerer/ ein böser Ubelthäter/
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Das muste er seyn; doch gab sie sich zur Rruh/
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Und ließ auf seine Bitt’ ihm noch ein mehrers zu.

(Celander [i. e. Gressel, Johann Georg]: Verliebte-Galante/ Sinn-Vermischte und Grab-Gedichte. Hamburg u. a., 1716.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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