Vermischte Gedichte

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Hans Assmann von Abschatz: Vermischte Gedichte (1704)

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Ade! o werthes Land/ du Anfang meiner Reisen!
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Ade von Wasser/ Wein und Nimphen reiche Stadt.
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Wo so manch gutter Freund mit mir gelebet hat/
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Und ihren hohen Thurm die edlen Bürger preisen.
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Kan ich dir nicht den Leib auff längre Jahre schencken/
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So stirbet doch in mir niemahls dein Angedencken.

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Ade/ o Vater Rhein/ ich grüsse deinen Rücken/
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Der mich gelücklich trug nach seinem Niederland
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In mir getreuer Flutt. Ich ehre deinen Strand/
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Den so viel schöne Städt und Schlösser übersticken.
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Es müsse keine Kröt an deinem Ufer wohnen/
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Die Waffen deinen Strom und freyen Schilff verschonen!

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Ade/ o Land/ dem Wind und Wellen müssen dienen/
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Dem Indien gräbt Gold/ Molucca Pfeffer trägt/
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Und Moscau seine Frucht in Wasser-schauren legt/
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Das sich mit Königen zu kriegen darff erkühnen:
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Du Zaum der frechen See/ die dein Gestade netzet/
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Der dein Be

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Ade/ o Land/ berühmt von Ubung gutter Sitten!
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Ade zu-grosse Stadt/ zu-kleines Land Pariß/
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Das ich nicht unbereut so zeitlich hinterließ!
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Ade/ o Reich/ das izt so vielen wil gebitten/
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Wo sich mit Dienstbarkeit der Freyheit Schein vermählet/
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Wo stete Neuigkeit hat ihren Sitz erwählet!

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Ade/ o schönes Land/ du Paradiß der Erden!
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Ade/ o Fluß/ dem vor gehorsam war die See!
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Du weyland andre Welt/ der Erden Haubt/ Ade!
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Ade/ o reiche Stadt/ der Wellen Wälle werden/
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Zum Graben dient das Meer! Und du der Städte Preiß/
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Die von Vesevus Glutt so viel zu sagen weiß.

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Ade/ o Berg und Thal! Ade/ o Püsch und Wälder/
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Durch welche mich die Lust zu reisen hat geführt!
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Weil mein gesezter Lauff nunmehr sein Ziel berührt/
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Muß mein gezwungner Leib gesegnen fremde Felder/
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Und eilen den Befehl der Sternen zu vollbringen:
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Jedoch den freyen Sinn soll kein Vergessen zwingen.

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Ade/ o werthe Schaar/ o Auszug meiner Lieben/
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Die treue Redligkeit mit Freundschafft mir verband!
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Ich trenne mich von dir: nimm hin zum Unterpfand
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Ein Hertze/ das sich dir zur Dienstbarkeit verschrieben.
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Dich Filidor/ mein Kind/ will ich mit GOtt noch schauen/
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Weil nicht allhier/ doch in den Elyseer Auen.

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Ich gehe nun dahin die Freyheit zu begeben/
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In einen Winckel mich der Welt zu sperren ein/
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Ein Mönch und wilder Mensch bey wilder Welt zu seyn/
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Der Sorgen schweres Joch auff meinen Hals zu heben/
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Der kurtzen Reisen Lauff in wenig deutsche Meilen/
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Die Zeit in Ritterspiel der Bauren zu vertheilen.

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Mein Wechselbrieff ist dar der karge Wochen-Zedel/
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Mein Königreich ein Dorff/ der Zepter Kerb und Stab/
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Darauff geschnitten steht was mir die Erndte gab/
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Mein Thron ein Rasen-Fleck/ mein stoltzer Fliegen-Wedel
53
Der Alten gelbe Schweiff; mein Schweiß bekrönt die Stirne/
54
Dian und Fillis ist die starcke Scholtzen-Dirne.

55
Nein Hofe-Rath der Vogt/ mein Ambra Mist und Thünger/
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Nein Nectar Hopffen-Safft/ ein Apffel mein Confect/
57
Die Music/ Hund und Hahn/ so mich vom Schlaffe weckt/
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Der Hunger Würtz und Koch/ Vorschneider Zahn und Finger/
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Nein Zeit-Vertreib/ daß ich der Wirthschafft Kummer führe/
60
Bey einem groben Volck Verstand und Witz verliere.

(Abschatz, Hans Assmann von: Poetische Ubersetzungen und Gedichte. Leipzig, 1704.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Hans Aßmann Freiherr von Abschatz
(16461699)

* 04.02.1646 in Q7999247, † 22.04.1699 in Legnica

männlich

deutscher Barocklyriker und Übersetzer

(Aus: Wikidata.org)

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