Des Portes

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Hans Assmann von Abschatz: Des Portes (1704)

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Nichts/ was des Himmels Zorn auff unsre Schultern legt/
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Was unsre Zärtligkeit mit Furcht und Schrecken trägt/
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icht Sorge/ Leyd und Qual/ nicht Kummer/ Angst und
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icht Armutt/ Streit und Haß/ nicht Brand noch Wassers-
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icht Hitze/ Kält und Frost/ nicht Hunger/ Mord und Tod/
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leicht sich an Grausamkeit dem schweren Joch der Ehe.

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esetze/ welches dient zum Hencker unsrer Lust/
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urch dessen rauhen Zwang entsteht in unsrer Brust
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erachtung/ Eyffer/ Neyd/ Verdruß und Widerwillen!
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efängnis/ welches Leib und Geist zugleich bestrickt/
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ifft/ welches unsre Rast und Ruh zu Grabe schickt/
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as zu vergleichen steht den bitter-süssen Pillen.

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Man sagt/ als Jupiter Prometheus kühne That
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Zur Straff in vollem Grimm und Zorn gezogen hat/
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Als sein verfluchter Leib den Vogeln ward zur Speise/
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So habe sich noch nicht sein Eyffer abgekühlt;
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Damit man nicht wie vor mit seiner Gottheit spielt/
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Strafft er die arme Welt auff mehr denn eine Weise.

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Es wird ein Weib von ihm den Menschen zugeschickt/
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Der Lieb- und Freundligkeit aus ihren Augen blickt.
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Die Alabaster Hand trägt alles Ubels Saamen
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Gefüllet in ein Horn/ Furcht/ Feindschafft/ Traurigkeit/
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Die Sorge samt dem Schmertz/ das Alter/ böse Zeit
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Und was man auff der Welt hat vor verhasste Nahmen.

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Aus ihrer Stirne macht die Venus Helffenbein/
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Apollo flösset ihr beliebte Reden ein/
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Ihr Hertze stält Vulcan/ Mars giebet ihr zur Steuer
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Den kühn- und frechen Mutt/ den man noch heute schaut.
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Der Mensch erkieset sie alsbald zu seiner Braut/
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Wie wird doch ihm und uns die schnöde Wahl so theuer!

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Hiervon soll der Tyrann/ der Ehstand/ kommen her:
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Zu herrschen über uns ist einig sein Begehr/
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Die Freyheit/ seinen Feind/ kan er nicht um sich leiden:
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Sein Auge winckt/ es lacht der Mund/ uns lockt die Hand/
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Den/ der zu nahe traut/ umfast ein solches Band/
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Daß ihn der blasse Tod allein davon kan scheiden.

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An seiner Seiten hält die Mühsamkeit die Wacht/
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Der Fleiß/ die Arbeit giebt auff Thun und Wincken Acht.
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An der Trabanten statt pflegt um ihn her zu lauffen
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Neyd/ Eyffer/ nebst der Furcht/ die unbekannte Pein/
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(so schätzet sie der Wahn) Actäons Hirsch zu seyn/
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Die späte Reue sieht man schlüssen diesen Hauffen.

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Die blasse Traurigkeit/ der Zorn verfolgen ihn/
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Die Liebe/ wo er herrscht/ pflegt weiter fort zu ziehn/
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Die seiner Grausamkeit soll Deck und Larve geben.
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Denn sie von langer Zeit zu siegen abgericht/
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Ihr eigen Ober-Herr kennt kein Gesetze nicht/
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Läst keinen schnöden Zwang an ihrem Hofe leben.

(Abschatz, Hans Assmann von: Poetische Ubersetzungen und Gedichte. Leipzig, 1704.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Hans Aßmann Freiherr von Abschatz
(16461699)

* 04.02.1646 in Q7999247, † 22.04.1699 in Legnica

männlich

deutscher Barocklyriker und Übersetzer

(Aus: Wikidata.org)

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