Auff den Tod Hertzog GEORGE WIL- HELMS/ lezten Piastischen Fürstens zu Li- gnitz/ Brig/ und Wolau

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Hans Assmann von Abschatz: Auff den Tod Hertzog GEORGE WIL- HELMS/ lezten Piastischen Fürstens zu Li- gnitz/ Brig/ und Wolau (1704)

1
Fliesst nasse Thränen/ fliesst auff Wangen und Papier/
2
Das lezte Königs-Blutt Sarmatiens liegt hier:
3
Der Purpur/ der ihm war von Ahnen angeerbt/
4
Hat seinen siechen Leib umkleidet und gefärbt.

5
Fliesst milde Thränen fliesst auff Wangen und Papier/
6
iastens lezter Zweig/ der Edle Fürst/ liegt hier/
7
Der hohe Cedern-Baum versinckt mit ihm ins Grab/
8
Der durch achthundert Jahr dem Lande Schatten gab.

9
Fliesst trübe Thränen/ fliesst auff Wangen und Papier/
10
Des Großen Käysers Lust/ der kluge Fürst/ liegt hier.
11
itz hub ihn vor der Zeit auff seinen Fürsten-Thron:
12
Der Blitz des Todes führt ihn vor der Zeit darvon.

13
Fliesst dicke Thränen/ fliesst auff Wangen und Papier/
14
Das Auge Schlesiens/ der theure Fürst/ liegt hier/
15
Der trübe Himmel weint/ die Sonne birgt ihr Licht/
16
Weil dir/ Erlauchtes Haubt/ die Lebens-Sonne bricht.

17
Fliesst heiße Thränen/ fliesst auff Wangen und Papier/
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Der treuen Länder Schutz/ der werthe Fürst/ liegt hier.
19
Der seinem Ur-Ahn solt an Jahren gleiche gehn/
20
sst uns an Jahren jung betrübte Wäysen stehn.

21
Fliesst bittre Thränen/ fliesst auff Wangen und Papier:
22
Der Unterthanen Schatz/ der liebste Fürst/ liegt hier/
23
Ihr Hertze neben ihm. Es decket eine Grofft/
24
Was sie geliebt/ geehrt/ gewünschet und gehofft.

25
Fliesst bluttge Thränen/ fliesst auff Wangen und Papier/
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Der Tugend Ebenbild/ der fromme Fürst liegt hier:
27
Die Kirche GOttes weint/ der hohe Richtstuhl klagt/
28
Das gantze Land erseuffzt/ erbebet/ ächzt und zagt.

29
Fliesst herbe Thränen/ fliesst auff Wangen und Papier/
30
Der jungen Helden Preiß/ der tapffre Fürst/ liegt hier.
31
Doch hat der Tod nur dem/ was sterblich/ obgesiegt/
32
Die Seele wird bey GOtt mit Ehr und Ruh vergnügt.

33
Fliesst bange Thränen/ fliesst auff Wangen und Papier:
34
Der selge Fürst ruht wohl: Wo aber bleiben wir?
35
Herr/ nimm dich unser an/ erhalt uns durch dein’ Hold
36
Die süsse Friedens-Ruh/ und unsern LEOPOLD.

(Abschatz, Hans Assmann von: Poetische Ubersetzungen und Gedichte. Leipzig, 1704.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Hans Aßmann Freiherr von Abschatz
(16461699)

* 04.02.1646 in Q7999247, † 22.04.1699 in Legnica

männlich

deutscher Barocklyriker und Übersetzer

(Aus: Wikidata.org)

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