Eitelkeit

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Hans Assmann von Abschatz: Eitelkeit (1704)

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Ihr bejahrten Eich- und Tannen/ deren dick-umlaubtes
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Haubt
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Diesem Bache Schatten giebet/ ihre Macht der Sonnen
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raubt/
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Wie vergleicht sich euer Stand also wenig mit dem meinen!
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Wie so wenig kan der Mensch eurem Wesen ähnlich schei-
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nen!
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Hundert Jahre sind verstrichen/ und ihr seyd noch frisch und
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gantz/
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Eure Rind’ und Blätter haben noch vollkommen ihren
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Glantz.
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Ich/ bey Leben mehr als todt/ muß dem Rest der Jahre wei-
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chen/
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Eh ich noch das halbe Theil eures Alters kan erreichen.
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Euch muß nutzen/ mehr als schaden der beflammte Sonnen-
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Schein/
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Was der kalte Winter raubet/ bringt der warme Sommer
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ein;
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Ich erfriere/ wenn es kalt; ich verbrenne/ wenn es hitzet/
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Weder Lentz noch Winter ists/ welcher mich vorm Tode schützet
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Ihr erhebet eure Wipffel fast biß an das Sternen-Dach/
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Ihr umarmet Lufft und Wolcken/ gebet keinem Sturme nach;
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Ich vor Blitz und Donner scheu/ muß das Haubt zur Erden
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biegen/
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Deren offne Schoß für mich machet Raum und Platz zu lie-
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gen.
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Sind nun mehr als wir die Bäume/ was erhebt sich unser
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Geist?
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Was ists/ daß man in Gedancken über Mond und Sternen
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reist?
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Last uns iede Stund und Tag/ ieden Morgen also leben/
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Als wenn auff den Abend wir müsten Gutt und Blutt be-
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geben.

(Abschatz, Hans Assmann von: Poetische Ubersetzungen und Gedichte. Leipzig, 1704.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Hans Aßmann Freiherr von Abschatz
(16461699)

* 04.02.1646 in Q7999247, † 22.04.1699 in Legnica

männlich

deutscher Barocklyriker und Übersetzer

(Aus: Wikidata.org)

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