Morgenlied

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Joseph von Eichendorff: Morgenlied (1837)

1
Ein Stern still nach dem andern fällt
2
Tief in des Himmels Kluft,
3
Schon zucken Strahlen durch die Welt,
4
Ich wittre Morgenluft.

5
In Qualmen steigt und sinkt das Thal;
6
Verödet noch vom Fest
7
Liegt still der weite Freudensaal,
8
Und todt noch alle Gäst'.

9
Da hebt die Sonne aus dem Meer
10
Erathmend ihren Lauf:
11
Zur Erde geht, was feucht und schwer,
12
Was klar, zu ihr hinauf.

13
Hebt grüner Wälder Trieb und Macht
14
Neurauschend in die Luft,
15
Zieht hinten Städte, eitel Pracht,
16
Blau' Berge durch den Duft.

17
Spannt aus die grünen Tepp'che weich,
18
Von Strömen hell durchrankt,
19
Und schallend glänzt das frische Reich,
20
So weit das Auge langt.

21
Der Mensch nun aus der tiefen Welt
22
Der Träume tritt heraus,
23
Freut sich, daß alles noch so hält,
24
Daß noch das Spiel nicht aus.

25
Und nun geht's an ein Fleißigsein!
26
Umsumsend Berg und Thal,
27
Agiret lustig Groß und Klein
28
Den Plunder allzumal.

29
Die Sonne steiget einsam auf,
30
Ernst über Lust und Weh
31
Lenkt sie den ungestörten Lauf,
32
Zu stiller Glorie. —

33
Und
34
Und
35
Der Mensch kann nimmermehr hinaus
36
Aus dieser Narrenwelt.

(Eichendorff, Joseph von: Gedichte. Berlin, 1837.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Joseph von Eichendorff
(17881857)

* 10.03.1788 in Ratibor, Oberschlesien, † 26.11.1857 in Neisse, Oberschlesien

männlich, geb. Eichendorff

natürliche Todesursache | Lungenentzündung

bedeutender Lyriker und Schriftsteller der deutschen Romantik

(Aus: Wikidata.org)

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