Der Herbst

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Christoph Eusebius Suppius: Der Herbst (1749)

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Die Natur scheint itzo zu veralten,
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Jhr Gesicht zeigt runzelichte Falten,
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Und es fliehen die Annehmlichkeiten,
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Vor des Winters kaltem Näherschreiten.

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Jüngstens sah ich sie beym bunten Lenzen
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Höchstverliebt im güldnen Brautschmuck glänzen,
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Und sie schien mit reizungsvollen Blicken
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Selbst die Schaar der Nymphen zu entzücken.

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Aber ach! ihr mattes Wesen zeiget,
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Daß sie nun dem Grabe näher steiget,
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Und ihr kahler Scheitel lässet sehen,
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Daß mirs wird nach Weiberweise gehen.

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Doch bevor ich zu den kalten Stufen
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Einer Winternacht werd abgerufen,
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So will ich mich sonder alles Härmen
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Erstlich noch an Wein und Liebe wärmen,

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Werd ich mich dadurch erhitzet fühlen,
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Ey! wie will ich auf der Leyer spielen,
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Phillis wird der Innhalt meiner Lieder,
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Holla! fort! es leben meine Brüder.

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Freundschaft! komm, und mische dich im Reihen,
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Dir will ich ein neues Eden weihen,
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Und die Unschuld soll uns mit Vergnügen
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In den Schlaf zu süssen Träumen wiegen.

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Wird uns denn der Winter näher dringen,
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Da will ich erst höchstzufrieden singen;
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Top! es leben Phillis, Wein und Tugend,
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Und der Freundschaft ewigmuntre Jugend.

(Suppius, Christoph Eusebius: Oden und Lieder. Gotha, 1749.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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