Georg der Andere. An Tit. Herrn M. Just Christian Stuß, Conrectorn zu Jlfeld und der Königlichen deutschen Gesellschaft zu Göttingen Mitglied. HORAT. Lib. IV. Od. 14. Te, non pauentis funera Galliae, Duraeque tellus audit Iberiae: Te caede gaudentes Sicambri Compositis venerantur armis

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Christoph Eusebius Suppius: Georg der Andere. An Tit. Herrn M. Just Christian Stuß, Conrectorn zu Jlfeld und der Königlichen deutschen Gesellschaft zu Göttingen Mitglied. HORAT. Lib. IV. Od. 14. Te, non pauentis funera Galliae, Duraeque tellus audit Iberiae: Te caede gaudentes Sicambri Compositis venerantur armis (1749)

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Du sahest ihn, mein Stuß! vor dessen Drohen
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Bey Dettingen der Feinde Schaaren flohen,
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Es schützte sie der Rhein noch aus Erbarmen

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Er aber hieß ihr Haupt-Panier nun schwingen,
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Und von Triumph dich, frohes Deutschland singen,
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Von dannen eilend, um der Wellen Wüten

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Die unter seinen Stab sich murmelnd beugen,
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Und der Empörung nicht mehr günstig zeigen,
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Sie wiegen ihn sanft zum Gehorsamszeichen

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Um, wenn er winkt, auf ihren nassen Rücken
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Manch Indien nach Engelland zu schicken,
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In seiner Völker angefüllten Speichern

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Freund! preise mit mir Jhn, den Held im Heere,
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Der Länder Vater und den Gott der Meere,
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Georg den Andern, mit erhabnem Tone,

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Der Herrschsucht stolzer Muth sinkt vor Jhm nieder,
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Dem Adler schafft Er seine Blitze wieder,
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Bedrängte Freyheit fleht Jhn aus dem Wetter,

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Darüber tobt die Zwietracht; welch ein Rasen!
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Sie sucht Jhm selbst ein Feuer aufzublasen,
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Und Cadmus kömmt, um Saamen auszusäen,

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Ein Heer erwächst aus felsichten Gebürgen,
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Gerüstet, seine Sippschaft selbst zu würgen,
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Es wird zerstäubt! halb liegt es auf dem Boden

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Held! Cumberland! mit deines Vaters Keulen
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Gewapnet, o! wohin willst Du doch eilen?
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Sprich nur ein Wort, so liegen sie bey Haufen,

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Wie triumphirt Georg! Er wird noch grösser,
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Der Ocean weiht Jhm sein ganz Gewässer,
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Er unterwirft des Königs Macht und Güte

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Um fernerhin der Freyheit zu geniessen,
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Die Erde nach Gewohnheit zu umfliessen,
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Und deren Reichthum wie mit Mutterhänden

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Drum kommen nun auf seinen grünen Wogen
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Der Britten Heere schwimmend angezogen,
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Des Königs Donner funkeln an der Seite,

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Der Feinde Segel sehn das, und sie beben,
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Wenn diese Schlösser noch in Wolken schweben,
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Die Britten schleudern auf sie los mit Blitzen,

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Empfänget sie kein unbekannt Gestade,
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So ist ihr Trost des Ueberwinders Gnade,
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Durch welche sie, dem Untergang entnommen,

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Wie glorreich hat die Majestät der Britten
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Manch muthiges Geschwader schon bestritten!
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Sobald Sie einem Seeheld nur befohlen,

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Dort steiget Norris auf des Nachbars Küsten,
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Und zeigt, er kann, wenn er nur will, verwüsten,
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Jm Hinterhalt zielt Rowley kühn mit Netzen

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Was ist dir, Meer von Canada? welch Zittern
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Befället dich vor nahen Ungewittern?
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Georgens Macht erscheint, Cap Breton scheuet,

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Und wird in Dir, o Warren, deinem König,
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Dem gütigsten Monarchen unterthänig,
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Du aber bist der Ewigkeit nach diesen

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Was für ein Dampf? welch mörderisches Knallen?
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O ein Geschrey! dort seh ich Maste fallen,
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Da brennt ein Schiff, manch löchricht Boot will sinken,

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Und Hawke muß am Ende dieser Erden
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Des Unbesiegten Ueberwinder werden,
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Seht ihn! Er kommt! mit Sieg und Ruhm begleitet,

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So kennt der König seiner Gottheit Kräfte!
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So werden grosse Thaten sein Geschäfte!
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Wenn Er, mit Stärke seines Arms beseelet,

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Sein Lob hat Anson um die Welt posaunet;
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Nord, Ost, Süd, Westen hörten es erstaunet,
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Er ist der Preis des Meers und aller Zonen,

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O wie viel Sprachen! wer will sie doch kennen!
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Worinn Jhn Völker Landesvater nennen?
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Monarchen sah man aus der Wildniß reisen,

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Den Musen schuf er an dem Strand der Leine
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Ein neu Arkadien zum Sitz und Hayne,
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Durch des Mäcenas Hand, das fremde Zungen

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Kunst, Weisheit, Sitten, tugendhaft Bemühen
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Sieht man daselbst fruchttragend herrlich blühen,
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Auf, Musen! Jhn, den Schutzgott zu empfangen,

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Er kömmt! Er kömmt! sein grosses Werk zu schauen,
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Frolocket! jauchzet! daß die fernen Auen
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Vom Lobe dessen zehnfach wiederschallen,

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Seht Jhn! Er naht schon seiner Väter Erbe,
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Friede zu stiften, königlich Gewerbe!
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Hört! Jhm, dem Vater, schallen tausend Segen

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Der Götter Botschaft eilt mit schnellen Füssen,
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Europens Mittler freundschaftsvoll zu grüssen,
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Sein huldreich Angesicht nur zu erblicken,

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Es müsse, Dich in Herrlichkeit zu sehen,
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Auch noch nach uns manch neu Geschlecht entstehen!
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Ertönend auf den hochgestimmten Saiten

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Auf die Glückseeligkeit der Vorderalten,
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Und ihr Jahrhundert heimlich ungehalten,
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Die nicht bedurft, in banger Furcht zu schweben,

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Wenn einst, die Ewigkeit Gesandtschaft schicket,
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Dich dem Vergänglichen der Welt entrücket,
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Die Unvergänglichkeit mit Dir zu theilen,

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Denn ganze Völkerschaften Leide tragen,
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Und tiefgebeuget Dich mit Thränen klagen,
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In deinem Stamm unsterblich noch hiernieden,

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Georg! Held! Churfürst! König! Landesvater!
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Der Musen Schutzgott, und der Welt Berather!
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Die deutsche Dichtkunst kommt zu wahrer Stärke

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Wenn sie Dich singt, Glorwürdigster der Erden!
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Der neue Wissenschaften heisset werden,
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Und die, so sich an ihren Reiz gewöhnen,

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Sie sind der ganzen Musenwelt gesegnet,
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Die, denen solch ein selten Glück begegnet,
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Als Dir, mein Stuß! auf! stimme deine Saiten,

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In Jhm alleine sey von uns gepriesen,
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Was sich nur groß, was iemahls mild erwiesen,
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Was unter Jhm und seinem Zepter lebet,

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Was Jhn bewundert, Jhn voll Ehrfurcht liebet,
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Jhm neue Nahmen: Lust der Völker, giebet,
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Was seine Majestät den sichtbar machet,

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Wenn Jhn die Vorsehung nach seinen Reichen
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Zu neuen Thaten nöthiget zu weichen,
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Und man Jhn noch von fern, in West gekehret,

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Freund! ich vergesse mich und meine Schwäche,
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Daß ich allein, und von Georgen spreche;
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O laß mich doch zu deines Königs Ehren

(Suppius, Christoph Eusebius: Oden und Lieder. Gotha, 1749.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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