Die Herrlichkeit des Durchlauchtigsten Hauses zu Sachsen. Beym Anfange des 1748 Jahres. HORATIVS. Hic ames dici pater atque Princeps

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Christoph Eusebius Suppius: Die Herrlichkeit des Durchlauchtigsten Hauses zu Sachsen. Beym Anfange des 1748 Jahres. HORATIVS. Hic ames dici pater atque Princeps (1749)

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Muse! die sonsten Götter oder Helden
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Prächtig besinget, wovon soll ich melden?
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Weil ich anitzo deines Geistes Stärke

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Mich voller Kühnheit von der Erde schwingen,
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Und die Bewegung der Gestirne singen,
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Mochte dem Geiste manchen Jrrweg zeigen,

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Oder gefällt dir von verschiednen Zonen,
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Der Länder Schicksal, grosser Potentaten

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Soll ich den Perser, seine kühne Jugend,
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Das seltne Beyspiel einer hohen Tugend

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Oder den Griechen, der zuerst den Sparter
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Hat angewöhnet zu Geduld und Marter,
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Zu armer Tugend, Tapferkeit und Mühe

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Hast du vielleicht wohl jenen Stillen lieber,
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Der wilde Geister an der sanften Tiber
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So klug beruhiget durch die Egerja,

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Wahr ist, sie zeigten durch so kühne Werke
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Viel Menschenliebe und Verstandes-Stärke,
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So seltne Männer von Gemüthes-Gaben

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Und ihren Nachruhm, nach viel tausend Jahren,
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Das Lobgerüchte führet ihn behende

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Doch alte Zeiten sind zu weit entfernet,
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Und ihre Reiche längstens ausgelernet,

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Wie? was erblick ich? Menschen oder Götter?
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Wer ist der Held dort? Thüringens Erretter?
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Der Adler fliehet, der schon in der Raute

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Wie unerschrocken ficht er mit dem Schwerde,
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Gleich Hirten gegen Wölfe für die Heerde,
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Er, dieser Halbgott, den allein von weiten

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Völker der Erden! ihr müßt von ihm wissen,
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Denn Mutterliebe hat ihn einst gebissen,
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Und ihn gezeichnet, der voll Vatertriebe

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Von jenem Schutzgott, der so kühn gehandelt,
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Als zu Attigny er nach Blut und Morden

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Von dem entsprießt er. Helden zeugen Helden!
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Was kann man mehr von ihm für Dinge melden!

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Seht nur von ihm ein ernsthaft Reiß erwachsen,
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In solchem blüht der ganze Stamm von Sachsen,
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Der Britten Sieger muß ihm wider Franken

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Ein Strenger folgt ihm, der die Bosheit strafet,
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Und durch die Henne güldne Eyer schaffet,
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Die werden seinen Erben nach zwo Zeiten

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Woher! du Held von ungemeinen Thaten,
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Ich sehe schon den Wachsthum deiner Staaten,
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Sobald dein Ruhm mit Hoheit, Sieg u. Schwerdte

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Glorwürdigster! Du deines Hauses Krone!
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Held! Streitbar! Churfürst! Musenfreund! o Pleisse!

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Mildester Vater! der auf ihn erscheinet,
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Woher der Schmerz? die Angst? dein Auge weinet?

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Könige, Helden, Landesväter müssen
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Von solchen einstens mit der Welt beschliessen,
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Reiche, Provinzen, Völkerschaften steigen

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Der Friede wird dabey von Herzen lachen,
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Und ihre Staaten helfen gülden machen,
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Ich sehe schon die Zeiten nahe kommen

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Durchlauchtigster glorwürdigster Regente,
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Du Morgenstern im weisen Regimente,
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Deukalion! dein Thüringen wird besser

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Willkommen hier im neuen Theil der Erden,
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Mildigkeit, Gnade wird sich nun vererben,

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Großmüthiger! wohin mit Jove Blitzen?
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Du willst gewiß den Adler helfen schützen,

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Doch ist die That schon gnug zu Ruhm und Leben,
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Und kann Dich die bereits im Himmel heben?
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O warum eilst Du nach so wenig Jahrzeit

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Jhr Völker! schauet nur, wie ihn, verjünget
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Jm Sanftmüthigen, das Glück wiederbringet,
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Zwey Potentaten nehmen einst hienieden

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Der Zeiten Unterschied nennt ihn den Andern
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Des Namens, er darf auch nicht ganz fortwandern,
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In ein nicht fernes Reich von uns geschritten

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Du müssest späte, deinem Volk entnommen,
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Dein Fürstenstuhl sey höher als vordiesen,

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Zeiten und Jahre mögen sich verändern,
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Neue Geschlechter jauchzen in den Ländern,

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O! daß nicht etwann unsere Verbrechen
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Die Zahl der Monden künftig mögen schwächen,
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So Dir der Himmel uns zu gut bestimmet,

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Dich, deiner Völker einziges Vergnügen,
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Für den die Wünsche sich zu GOtt verfügen,
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Vater des Landes! Dir kommen entgegen

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Herr der Regenten! deine Weisheit giebet
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Gütige Fürsten, wenn sie Länder liebet,
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Setze doch ewig die mit Rautenkränzen

(Suppius, Christoph Eusebius: Oden und Lieder. Gotha, 1749.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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