Auf die Hochfreyherrlich-Bachovische und von Ditfurtische Verbindung zu Gotha den 24 May 1746.

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Christoph Eusebius Suppius: Auf die Hochfreyherrlich-Bachovische und von Ditfurtische Verbindung zu Gotha den 24 May 1746. (1749)

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Ich soll der Liebe Macht besingen;
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O Himmel! welch ein neues Lied!
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Entzücken muß es, reizend klingen,
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So, daß es Herzen an sich zieht;
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Ich Aermster! der von Menschen ferne,
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Mich selbst noch erst versuchen lerne
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Mit meiner Feldschallmeye Ton;
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Wer kann, den Vorsatz zu erzielen,
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Wohl zärtlicher als Sappho spielen,
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Wer schöner als Anakreon?

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Du Göttin bist es! Wunderschöne!
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Du Göttin von der kleinen Welt,
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Die heute meine schlechten Töne
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Durch holde Reizung unterhält;
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Bezwingerin gerührter Herzen,
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Hier brennen schon die Hochzeitkerzen,
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Auf! eile! komm! erscheine mir!
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Laß dich von deinem Himmel nieder,
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Sey itzt der Inhalt meiner Lieder,
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Die Ehrfurcht spielt! sie singt von dir!

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Welch majestätisch Angesichte,
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Voll lächelnder Zufriedenheit!
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Das Auge blitzt in starkem Lichte
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Mit aller seiner Herrlichkeit,
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O! welcher Menschheit wird es glücken,
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Das Wesen völlig auszudrücken,
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So sie mit sich hernieder bracht,
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Wie wird mir! es dreht mit den Dingen
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Sich alles um, die Ohren klingen!
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Vor meinen Augen wird es Nacht!

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O Liebe! Liebe! ja! von ferne
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Zeigt sich bereits, wie stark du bist!
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Mein schwacher Stand vergisst sich gerne,
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Der sich nach deiner Hoheit misst;
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Dein Einfluß kann den Geist erfüllen,
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Du triumphirest in dem Willen,
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Beherrschest Länder, ja die See,
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Und Orpheus steigt auf dein Bewegen,
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Er holt auf surchterfüllten Stegen,
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Wen sonst, als dich, Euridice?

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Sie spielt mit angenehmen Flammen,
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Und führt mit ihrer Mutterhand
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Personen oftermahls zusammen,
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Die kaum einander noch gekannt.
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Da weiß sie solche zu vereinen,
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Daß sie nur eine Seele scheinen,
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Die sich nur ihrentwegen liebt,
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Und, deren Hälfte frey zu machen,
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Tygranes mit gelassnem Lachen
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Gar gerne tausend Leben giebt.

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Wie unbegreiflich ist ihr Wesen!
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Wie unumschränkt ihr Machtgebot,
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Wo sie sich einen Thron erlesen,
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Da ist sie stärker als der Tod,
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Stirbt Abradates in dem Streite,
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Wer lieget ihm schon an der Seite?
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Bist du es? schöne Panthea?
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O Beyspiel! ohne zu zernichten!
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In den entferntesten Geschichten
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Ist noch dieß Grab der Liebe da!

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Sie ists, die ihren Unterthanen
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Ein Paradies in Hütten baut,
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Da schwingt sie gerne Siegesfahnen,
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Wo man sich ihrer Macht vertraut,
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Arkadiens beglückt Gefilde
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Bleibt gegen dieses, öde, wilde,
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So ihre Segenshand verspricht;
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Sie hat durch alle Jahreszeiten
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Den ihr so lieb gewordnen Leuten
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Nur Frühlingstage zugericht.

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Sie, Gnädige! sind dessen Zeugen,
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Der Tag spricht Amen! das ist wahr!
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Hier bringt mein ehrfurchtsvolles Beugen
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Die glückliche Verheissung dar,
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Der Liebe wunderbares Fügen
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Hat Dero Beyderseits Vergnügen
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Ein neues Eden aufgeführt;
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Denn das ist ihre Morgengabe,
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Sobald sie mit dem sanften Stabe
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Zwey zarte Herzen angerührt.

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Herr! nur für Sie muß in der Ferne
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Solch unaussprechlich Glück entstehn!
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Die Tugend wünschet herzlich gerne
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Die Jhrigen vergnügt zu sehn;
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Sie war daher sogar in Hessen
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Für Sie zu sorgen unvergessen,
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Da war ein Meisterstück beschert,
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Sie bildete die sanften Triebe,
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Dieß schöne Herz; ist solche Liebe
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Wohl anderer Belohnung werth?

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Für Sie nun wünscht Sie nur zu leben,
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Sie, Dero Freundin, Dero Braut,
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Das Wort ist öffentlich gegeben,
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Und Jhnen hat Sie Sich vertraut;
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Hört! wie die Liebe triumphiret!
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Was sagt sie? diese Braut verlieret,
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Verlässet Freunde, Vaterland,
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Drauf ließ Sie sich in Gotha nieder,
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Wo Sie in kurzem alles wieder
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In ihrem werthen Bachov fand.

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O Gnädige! durch solch Vermählen
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Muß lauter herrliches entstehn
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Soviel, daß man es nicht kann zählen,
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Warum? der Ursprung ist zu schön!
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Glückseeligkeit! gieß deine Segen,
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Wie einen warmen Abendregen,
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Beständig über Jhnen aus!
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Welch Glück von meinen Lebenstagen!
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Wenn ich darf ganz begeistert sagen:
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Es grünet Bachovs hohes Haus.

(Suppius, Christoph Eusebius: Oden und Lieder. Gotha, 1749.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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