Der October. Dem L andes- V ater F riederich, und auch L uisen D orotheen erscheinet heute sichtbarlich ein neugebohrnes Wohlergehen, Jhr theurer Erbprinz lebt! und ja! es werde wahr, Gesund Jhn wieder zu erblicken, das wird dereinst die Vorsicht schicken, so wahr ich bin der Zehnte Sohn im Jahr. Der October. Den 11ten desselben 1747.

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Christoph Eusebius Suppius: Der October. Dem L andes- V ater F riederich, und auch L uisen D orotheen erscheinet heute sichtbarlich ein neugebohrnes Wohlergehen, Jhr theurer Erbprinz lebt! und ja! es werde wahr, Gesund Jhn wieder zu erblicken, das wird dereinst die Vorsicht schicken, so wahr ich bin der Zehnte Sohn im Jahr. Der October. Den 11ten desselben 1747. (1749)

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Ich triefe wohl von Oel und Most,
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Doch aber nicht von herben Zähren,
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Auf, Gotha! wiederum getrost!
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Dein Herzeleid soll ewig Heyl gebähren;
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Es rühmen Januar, und Merz, und auch August.
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Und was ich sonst vor Brüder habe,
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Sich ihrer ungemeinen Gabe,
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Genug, auch ich vermehr des Landes Lust.

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Was? nähme denn wohl nicht auch ich
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Mit Theil an solchem Wohlergehen?
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Da ich in diesem Himmelsstrich
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Doch gar zu gern mag in dem Jahre stehen;
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Hier wohnt ja Fried u. Ruh, u. die sind mein Gewiñ
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Denn sie erhalten mir die Reben,
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Ey! was ist hier vor himmlisch Leben!
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O Lust! so wahr ich der October bin.

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Gewiß, ich hätte mich gegrämt,
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Und bey dereinstem Wiederkommen
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Mich in das Herz hinein geschämt,
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Wenn mir der Tod die Bothschaft abgenommen,
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Die Post, von welcher ich schon Ueberbringer war,
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Doch die Gesundheit half mir streiten,
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Und sie beschleuniget mein Schreiten,
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Gottlob! Gottlob! es hat nicht mehr Gefahr.

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Dein Erbprinz lebt! o güldnes Land!
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Er ist schon wiederum genesen!
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Die Zeitung mach ich dir bekannt,
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Ich weiß zuvor, wie bange dir gewesen;
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Es lacht der blasse Tod, was er nur lachen kann,
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Da seine Hinterlist zernichtet,
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Daß er solch Schrecken angerichtet,
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Der dir bereits so manchen Tort gethan.

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Mir selber war nicht wohl dabey,
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Die Hoffnung zog sich auch zurücke,
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Sie machte jämmerlich Geschrey,
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Sobald sie die von Thränen feuchten Blicke
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Auf diesen ihren Sohn, sein bleiches Angesicht
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Der Völker Wunsch und Lust gelenket,
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Wie sehr ich aber mich gekränket,
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Das fühl ich noch; beschreiben kann ichs nicht.

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Ganz anders lautet nun die Post,
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Jhr Herzenleute! die ich bringe!
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O Schrecken! weich mit deinem Frost!
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Nunmehro sey man wieder guter Dinge!
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Luise Dorothee! und Herzog Friederich!
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Durchlauchtigste! beglückte Beyde!
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Ich mehre Dero Eltern-Freude,
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Der Erbprinz lebt! Er lebet ewiglich!

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Am Inselsberg ist gestern schon
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Die angenehme Post erschollen,
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Ich sahe diesem Erden-Sohn
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Vor Freuden Thränen aus den Augen rollen,
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Dabey nun macht er noch ein solches Lustgeschrey,
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Daß alle Thäler vor ihm bebten,
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Doch ihren Reiz dabey belebten,
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Sie schmückten sich wie vor dem Bruder May.

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Noch nicht genug! ich seh im Geist
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Die hoffnungsvolle Zeit erscheinen,
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Da, was hier Friedrichs Gnade preist,
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Dereinsten wird für lauter Freuden weinen,
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Wenn Erb-Prinz Friederich erfreut durch
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Ey welche Regung! was vor Triebe!
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Du, Deines Volkes Lust und Liebe!
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Und ja! Er ist noch mehr als dieses werth.

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Für Sie, glorwürdigster Regent!
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Ist dieß Vergnügen aufgehoben!
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Denn wer mich, den October, kennt,
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Der wird auch dieß mein Prophezeyen loben,
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Und die durchlauchtigste Luise Dorothee
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Wird, als ein Weinstock voller Reben,
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Mit Fürstenkinder Lust umgeben;
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Den Erbprinz frölich sehn! ja! es gescheh!

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O! dieser Tag verdient ein Fest!
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Ich feyr ihn selbst nach meiner Weise,
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So viel die Zeit mir übrig läßt,
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Bevor ich noch aus dieser Gegend reise;
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Nichts soll vor heute mir so gut, so kostbar seyn,
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Ich schone nicht den Saft der Reben,
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Und trink: es soll der Erbprinz leben!
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Auch selbst in Jupiters Tockayer-Wein.

(Suppius, Christoph Eusebius: Oden und Lieder. Gotha, 1749.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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