Als sie sich nicht wolte erbitten lassen

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Johann Georg Gressel: Als sie sich nicht wolte erbitten lassen (1716)

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Mich will die strenge Fluth ins Unglücks-Rachen jagen/
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Es wird mein Hoffnungs-Schiff im Jammer-Merzer-
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schlagen/
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Jedwede Wolcke ist von Blitz und Donner voll
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Ich weiß nicht wo ich mich vor Unmuth lassen soll.
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Du führst/
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Die deine Freundlichkeit in strengen Zorn verstellen/
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Derselben starcke Fluth so rasend auf mich dringt/
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Daß mein erschrockner Geist die Sterbe-Lieder singt.
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Mein Weinen kan dein Hertz/ o Schmertze! nicht durch höhlen!
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Ein harter Kiesel-Stein wird deine Brust beseelen/
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Dein Felsen harter Sinn erhört mein Seuffzen nicht
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Mein kranckes Hertze wird durch deinen Haß gericht.
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Ich muß wie
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Mein Unglück quälet mich mit lauter Finsternissen/
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Die krancke Seele ist bis in den Tod betrübt/
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Von Unmuth fast entseelt/ und ohne Trost verliebt.
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So wenig als das Meer dem festen Felsen schadet/
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Und wenn mein trübes Aug’ in tausend Thränen badet
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Das ist in allen gleich; du bist und bleibst ein Stein/
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Dein hartes Hertze will mir immer grausahm seyn.
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Der Haven meiner Lust ist mir/ ach Schmertz! verschlossen/
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Dein Unwill hat mir da die Ketten vorgeschlossen/
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Mein armes Schifflein muß in wilder See vergehn/
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Der trübe Himmel läst nichts als
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Ich könte zwar noch wolden frohen Haven finden/
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Allein dein Zorn muß erst in heitrer Lufft verschwinden/
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Die schwartze Trauer-Nacht muß mir ein Mittag seyn/
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Die düstre Abend-Lufft ein heller Morgen-Schein.
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Wenn mich dis Glücke küßt so kan ich glücklich leben/
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Bis an den Himmel wird die süsse Lust mich heben/
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Denn eß ich Zucker Brod/ und trincke
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Denn ist was mich gequählt gantz fort und weggeschafft.
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Wird sich dein Zürnen nun in holde Gunst verkehren?
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So werde ich dich stets als meine Göttin ehren/
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So bald dein Auge läst den Hoffnungs-Stern auffgehn/
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So kan ich meine Lust aus den
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Ich will mich nun/ mein Schatz/ auf deine Huld verlassen/
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Dein schönes Wesen kan mein treues Hertz nicht hassen/
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Wenn aber deine Gunst ein steter Zorn verstellt/
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So hör ich diesen Spruch:

(Celander [i. e. Gressel, Johann Georg]: Verliebte-Galante/ Sinn-Vermischte und Grab-Gedichte. Hamburg u. a., 1716.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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