Nach dreymahl überstandener Feuers-Gefahr

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Hans Assmann von Abschatz: Nach dreymahl überstandener Feuers-Gefahr (1704)

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Ach GOtt/ ein schweres Jahr ist wieder nun zum Ende/
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Daß Hauß und Hoff noch steht/ daß Haab und Gutt noch
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währt/
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Von keiner grimmen Macht des Feuers auffgezehrt/
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Ist einig und allein das Wunder deiner Hände.
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Wir sehn mit Zittern zu/ daß unsrer Andacht Flammen
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In kalten Hertzen lau/ und fast erstorben seyn.
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Wolt uns dein strenges Recht zur Straffe laden ein/
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So wäre/ was man hat/ vorlängst geschmeltzt zusammen.
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Wir hätten selbst an Leib und Seele brennen sollen/
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Doch deine Gütt ohn End’ ist grösser als die Schuld.
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Du trägest noch diß Jahr nach Vaters-Art Geduld/
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Und siehest/ ob wir uns auff Warnung bessern wollen.
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Du läst der Flammen Glantz uns in die Augen scheinen/
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Dadurch zu zünden an der Andacht todte Glutt/
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Du weisest/ wie du uns kanst rauben Haab und Gutt/
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Wie langer Jahre Schweiß ein Abend macht beweinen.
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Du lehrest uns dadurch das Irrdische verachten/
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Und von der Welt getrennt nach Himmels-Schätzen stehn/
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Diß Vorbild zeiget uns/ wie alles soll vergehn/
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Und der Verdammten Schaar in stetem Feuer schmachten.
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Doch wenn der strenge Brand sich will zu weit erstrecken/
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So schickest du das Heer der treuen Wächter aus/
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Bewahrest unsern Hof/ versicherst unser Hauß/
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Und läst uns um und um mit deinem Schutze decken.
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Ein Regen voller Glutt/ getrieben von dem Winde/
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Macht einen lichten Tag aus dunckel-trüber Nacht/
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Es wird das Trockne doch von Hitze warm gemacht/
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Man sieht mit Furchten zu/ wie bald es sich entzünde.
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Durch Frevel frecher Hand wird uns zur Brunst gebettet/
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Und unser eigen Hauß soll unser Holtz-Stoß seyn/
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Du aber siehst/ o HErr/ mit Vaters-Augen drein/
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Wir werden unverdient durch deine Gunst gerettet/
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Der Wind verändert sich/ die Funcken müssen sterben/
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Man wird zur rechten Zeit der stillen Glutt gewahr/
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Dämpfft in der Kohle noch die blühende Gefahr/
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So kan dein starcker Arm befreyen vom Verderben.
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Herr/ laß uns dir darvor von Hertzen Danck erweisen/
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Und auch diß neue Jahr in deinem Schutze seyn/
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Wend alles Ubel ab/ führ allen Seegen ein/
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Biß wir dich dermahleinst ohn Ende können preisen.

(Abschatz, Hans Assmann von: Poetische Ubersetzungen und Gedichte. Leipzig, 1704.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Hans Aßmann Freiherr von Abschatz
(16461699)

* 04.02.1646 in Q7999247, † 22.04.1699 in Legnica

männlich

deutscher Barocklyriker und Übersetzer

(Aus: Wikidata.org)

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