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Wje eitel ist der mensch, wenn er auf menschen bauet,
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Und seine zuversicht auf creaturen setzt.
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Der ist wahrhafftig arm, dem vor der armuth grauet,
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Und das, was irrdisch heißt, vor seinen reichthum schätzt.
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Drum sey nicht so gesinnt, und nimm in reiner liebe
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Des theuren JEsu dich der armen brüder an.
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Verzweifle an dir selbst, und widersteh dem triebe,
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Der dir wol viel verspricht, doch nichts gewähren kan.
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Vertraue lieber GOtt, als deinen eignen wercken:
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Wer auf genade baut, der kommt am besten fort.
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Wo wir nicht unsern geist in seinem Geiste stärcken,
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So fahren wir gewiß gar langsam an den port.
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Laß deinen willen sich in GOttes willen sencken,
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So wird der HErr mit dir, und deinem willen seyn,
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Hier ist an keine kunst und menschen-krafft zu dencken,
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Die hoffnung dieser welt trifft niemals richtig ein.
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Drum setze dein vertraun nur auf des Höchsten gnade,
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Die allen niedrigen empor zu helffen pflegt,
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Den aber, der von sich die trefflichste parade
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Und großes wesen macht, stürtzt und zu boden schlägt.
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Rühm und verlaß dich nicht auf deine freund und habe,
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Auf solchen übermuth folgt offt der gröste spott.
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Den stoltzen Goliath stürtzt auch ein kleiner knabe;
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Drum wer sich rühmen will, der rühme sich in GOtt.
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Ja GOtt, der alle ding, und über alle dinge
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Sich selbst auch geben will. O unbesonnenheit
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Der rasend-tollen welt! sie achtet GOtt geringe,
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Und nimmt für alles gut das nichts der eitelkeit.
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Bist du itzt schön und frisch, erwarte nur das alter:
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Vielleichte stellt sich auch noch heut ein fieber ein,
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Dann dörfftest du gewiß in kurtzem ungestalter,
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Und deiner glieder stoltz schon etwas zahmer seyn.
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Bist du geschickt und klug? ach laß es dich nicht düncken.
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Denn wer ihm selbst gefällt, gefällt dem himmel nicht.
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Gott, dessen alles ist, läst nur die gnade sincken,
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So ist dein hoher sinn ein leuchter ohne licht.
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Drum nimm dir nichts voraus. Wer sich den frömmsten nennet,
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Und in der heucheley sich selbst bewundern kan,
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Den sieht der große GOtt, der das verborgne kennet,
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Und nicht betragen wird, stets vor den ärgsten an.
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Denn GOttes urtheil geht weit tiefer, als der dünckel
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Der blöden sterblichen, die offt der schein betrügt.
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Sein scharffes auge dringt in alle hertzens-winckel,
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In welchen vor der welt manch schalck verborgen liegt.
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Sind deine wercke gleich bey menschen hochgeachtet,
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So können sie bey GOtt doch wol verworffen seyn.
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Wer GOtt den eigen-ruhm zu einem opffer schlachet,
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Den wird die ewigkeit mit ehr und ruhm erfreun.
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Ist etwas guts an dir; so halt doch andre besser
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Und heiliger denn dich. Denn ein gebrochner sinn,
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In dem die demuth herrscht, steigt über alle schlösser
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Und allen eigen-ruhm der pharisäer hin.
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Wenn du dich in der welt vor den geringsten schätzest,
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Was schadet dir es? nichts: das aber allzu viel,
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Wenn du dich auch, o mensch! blos über einen setzest,
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Weil GOtt die demuth nur mit friede erönen will.
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Wie soltest du nun nicht den stoltzen sinn verdammen,
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Der nichts als höllen-angst und marter bringen kan.
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Ach überwinde dich, und zünd’ ihn durch die flammen
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Des Geistes und der reu GOtt als ein opffer an.