Als die Durchlauchtigste Princeßin, Wilhelmina Carolina, Marggrä- fin zu Brandenburg rc. rc. durch Wittenberg reisete

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Christian Hofmann von Hofmannswaldau: Als die Durchlauchtigste Princeßin, Wilhelmina Carolina, Marggrä- fin zu Brandenburg rc. rc. durch Wittenberg reisete (1710)

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Auf, thränen-voller wolcken-saal!
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Laß einen angenehmen strahl
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Auf unsern hohen berg und seine grentzen fließen,
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Laß der umbüllten sterne schein
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Doch stärcker als den schatten seyn,
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Und mit demselbigen ein hohes Haupt begrüßen.

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Hört aber nicht des sturmes lauf
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Durch unsers bitten opffer auf,
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So soll dein schatten doch nicht unsern vorsatz trennen,
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Die hertzen, die zu dieser zeit
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Ein hohes Sonnen-licht erfreut,
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Die sollen wie ein stern der ersten größe brennen.

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Doch wird ihr strahl mehr funcken streun,
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Wo sie dein hoher sonnenschein,
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Kostbarer Diamant Durchlauchter Princeßinnen!
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Den Francken, ja die gantze welt,
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Vor ein unschätzbar kleinod hält,
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Von seiner gnade läst nur einen blick gewinnen.

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Wem Fürsten-augen gnädig sind,
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Dem wird sein opffer bald entzündt,
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Das glücke lacht ihn an mit himmlischem gedeyen,
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Er lacht, wenn gleich der himmel weint,
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Weil ihm ein’ andre Sonne scheint,
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Darüber geist und brust sich höchlich kan erfreuen.

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Wie ist der tag doch so beglückt,
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Da uns der himmel zugeschickt,
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Des vaterlandes wohl und himmlisches vergnügen,
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Da Carolinens hoher schluß
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Gab unsern grentzen einen gruß,
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Und unsre hertzen ließ zu ihren füßen liegen.

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Der himmel, der vor Cronen wacht,
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Und auf der Fürsten heyl bedacht,
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Der läst dein reisen ihm auch höchst seyn angelegen,
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Wir schau’n, wie dessen reines licht
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Hinführo durch die wolcken bricht,
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Und stets zugegen ist auf deinen Fürsten-wegen.

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Berlin, die wunder-volle stadt,
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Die eine welt fast in sich hat,
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Legt ihren purpur an, weil sie von deinen strahlen,
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Die nur des himmels starcke hand
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In deinen blick vor helden band,
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Schant ihren schönen kreiß noch angenehmer mahlen.

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So fahre denn vergnügt dahin,
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Wo dich, Durchlauchter Fürsten-sinn,
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Die zarte regung führt, wo Friederich regieret,
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Der himmel lencke deinen fuß,
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Durch seinen wunder-weisen schluß,
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Er mache, daß dein haupt auch einsten cronen führet.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau
(16161679)

* 01.01.1616 in Breslau, † 18.04.1679 in Breslau

männlich

deutsch-schlesischer Lyriker und Epigrammatiker, Politiker und Diplomat

(Aus: Wikidata.org)

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