1
Der himmel hat sich nun vor Deutschland aufgekläret:
2
Der trübe jammer streicht mit seiner macht vorbey:
3
Es hat uns mancher tag die frohe post gewähret,
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Daß heyl und segen nun bey unsern waffen sey.
5
Das glücke ließ uns zwar einst in gerechter sache
6
Als ein zerstoßnes schiff an rauhen klippen stehn;
7
Wir seufftzten, doch umsonst, daß die erzörnte rache
8
Möcht in gerechtem muth auf unsre feinde gehn.
9
Die Schelde lieff betrübt, dem Ocean zu sagen:
10
Es dringe word und tod bey ihrem ufer ein.
11
Der Rheinstrom eilte nach fast gleiche noth zu klagen;
12
Er muste mehr von blut als trauben trächtig seyn.
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Und der entfernte Po trieb die bestürtzten wellen,
14
In furcht und blöder angst durch öde wüsten hin;
15
Die Donau wolte gar zu lauter unmuth schwellen,
16
Und ließ ihr trübes naß durch dicke leichen ziehn.
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Gantz Deutschland lag entsetzt als in den letzten zügen,
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Weil ihm das messer fast an seine kehle stieß.
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Die freyheit solte sich in Franckreichs ketten schmiegen,
20
So jener frechheit schon in unsern grentzen wieß.
21
Doch gönnt der himmel nur der bosheit ihre freude,
22
Wie man den buben wein am nahen galgen schenckt:
23
Das unrecht wird erhöht zu größerm fall und leide,
24
Weil, was im munde schmeckt, offt in den därmen kränckt.
25
Seit dem Eugenius sein tapffres schwerd gezücket,
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Wovon Stamboldens reich noch manche wunde fühlt;
27
Seit dem die Britten uns den Gideon geschicket,
28
Der auf gemeines heyl mit seinen waffen zielt:
29
So schmückt sich unser land mit frohen lorbeer-zweigen,
30
Wirfft seine trauer ab, und zieht den purpur an.
31
Der Deutsche kan getrost die Alpen übersteigen,
32
Der unerschrockne muth bricht ihm die harte bahn.
33
Der Var-strom klagt und zagt, seit dem an seinem strande
34
Ein unermüdet heer das große lager schantzt.
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Die weite küste bebt, daß unweit ihrem sande
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Die nahe flotte schon die kühnen masten pflantzt.
37
Marseille bücket sich, es hört den donner knallen,
38
Der in ergrimter macht aufs nahe Toulon schlägt;
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Das bange Dauphine läst muth und hoffnung fallen,
40
Weil sich das ungemach in dem gebirge regt.
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Paris ist außer sich, der große Ludwig zittert,
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Er soll nicht mehr, wie vor, der große Ludwig seyn.
43
Das steuer-ruder bricht, das leere schiff erschüttert,
44
Und nimmt aus furchtsamkeit die stoltzen flaggen ein.
45
So ist die frohe post der länder durchgedrungen,
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Die mit vereinter krafft in ihren waffen stehn;
47
So ist manch freuden-lied zu unser lust erklungen:
48
Die göldne freyheit soll in sieges-kräntzen gehn.
49
Indessen dencket man auf frische lorbeer-cronen,
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Die pflicht und danckbarkeit den deutschen helden reicht;
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Die demuth mühet sich die thaten zu belohnen,
52
Vor deren treffligkeit das alte Rom entweicht.
53
Jan Wilhelms tapffrer geist liegt Sachsen in dem sinne;
54
Wenn uns ein neuer brief von neuen thaten sagt,
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Wird unsre neugier auch der helden-proben inne,
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Indem Jan Wilhelm auch sein blut dabey gewagt.
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Die freude läst sich drauf in tausend seelen spüren,
58
Darzu ein ieder mund ein frohes vivat spricht.
59
Wir dencken Wilhelms haupt mit palmen auszuzieren,
60
So bald ein friedens-blick auf unsre grentzen bricht.
61
Doch spielt der morgen schon mit heitren sonnen-lichte,
62
Wenn ein beliebter strahl bey frühen stunden lacht;
63
So wird die anmuth doch in einem nu zu nichte,
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So bald ein wolcken-zug den mittag düster macht.
65
Die hoffnung will uns offt mit süßem manna speisen,
66
Doch wird ein mara-tranck zum letzten aufgesetzt.
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Der abend thönet offt mit bangen trauer-weisen,
68
Wo uns zu mittag noch ein freuden-lied ergetzt.
69
Die bühne dieser welt stellt ihre fröligkeiten
70
Zu allgemeiner lust bey ersten seenen auf;
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Doch treten schertz und spiel gar schleunig auf die seiten,
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Es hemmt ein jäher fall der wohllust ihren lauff.
73
Wir lachen in der see, und sehen den delphinen
74
In sanffter spiegel-fluth bey ihrem tantze zu.
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Der himmel (dencket man) muß unsre fahrt bedienen,
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Der angenehme west befördert unsre ruh.
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Doch eh wir uns versehn, will sturm und wetter toben,
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Und fällt den schweren mast mit allen kräfften am;
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Die see stößt unten auf, der rauhe nord von oben,
80
Daß man dem ungemach offt nicht entrinnen kan.
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Verwirrtes thun der welt! verkehrte wechsel-gänge!
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Nach schönen blumen folgt der nessel-überfluß;
83
Es siehet lust und leid in ängstlichem gedränge,
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Da jene diesem doch, als stärckern, weichen muß.
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Was aber soll ich lang mit dunckeln worten spielen?
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Ich sage kühnlich aus, was meine seele kränckt:
87
Will schon das bange weh in marck und adern wühlen;
88
Sind mir die lippen doch zu klagen nicht verschrenckt.
89
Jan Wilhelm ist dahin! Darff man der post auch glauben,
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Die als ein donner-schlag in ohr und hertze bricht?
91
Wie? solt ein schneller fall den theuren Fürsten rauben?
92
Vielleicht daß noch ein brief der zeitung widerspricht!
93
Ach leyder! allzuwahr, Jan Wilhelm ist verblichen,
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Als ein verfluchtes bley nach seinem haupte schlug.
95
Es ist der große Printz uns allzufrüh entwichen,
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Der zu gemeinem heyl die strengen waffen trug.
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Was soll ich nun, o Held! von deinen thaten sagen?
98
Du hast dein lob nicht gern im leben angehört.
99
Soll ich den frühen tod mit tausend thränen klagen?
100
Es wird ein helden-grab mit thränen schlecht geehrt.
101
Dein leben darff ich wol die tugend-kette nennen,
102
Da sich ein göldnes glied stets in das andre schlingt.
103
Du gabst die treffligkeit mit solcher krafft zu kennen,
104
Vor welchen selbst der neid als sprach-los niedersinckt.
105
Kaum ist dein Helden-geist dem wiegen-band entgangen,
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Als dich ein hoher muth auf hohe thaten weist.
107
Du hast mit solchem ruhm dein leben angefangen,
108
Als mancher sonsten nie der wercke lauff beschleust.
109
Zwar scheint dein Fürsten-glantz in ungemeiner flamme,
110
Dir theilt dein großes Hauß die reinsten strahlen mit,
111
Es kennt der creiß der welt den ruhm von deinem stamme,
112
Der mit den sternen fast in gleiche circkel tritt;
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Jedennoch woltest du ein Fürst mehr von gemüthe
114
Als von geblüte seyn. Der name ziert dich zwar,
115
Dich ehrt der Rauten-stock, dich preiset dein geblüte;
116
Doch macht dich dein verdienst vor allen offenbar.
117
Es würget Herculs faust schon ungeheure drachen,
118
Wenn er die mutter-brust noch in der wiege küßt.
119
Es will sich Hannibal schon an die Römer machen,
120
Wenn er der eltern zucht noch nicht entwachsen ist.
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Der löwe zeiget ja die unerschrockne klauen,
122
Wenn er vor zärtligkeit noch in der höle liegt.
123
Der adler läst die krafft an seinen federn schauen,
124
Ob seine schwachheit sich noch in dem neste schmiegt;
125
Dein aufgeweckter muth ließ seine wercke sehen,
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Als sich die kindheit noch in deinen gliedern regt;
127
Und dein erhitzter geist wolt in dem harnisch gehen,
128
Wenn andrer blödigkeit sich noch mit purpur trägt.
129
Jedoch auf krieg und blut, auf schwerd und pulver dencken,
130
Eh’ man das edle blut nach würden schätzen kan,
131
Kan zwar des namens glantz bis an die sterne lencken,
132
Doch klebet tyranney den großen thaten an.
133
Verstand und gottesfurcht sind die erwehlten zügel,
134
Womit ein muntrer held die muntre seele führt:
135
Verstand und gottesfurcht sind die gestärckten flügel,
136
Womit er adlern gleich den schnellen flug regiert.
137
Jan Wilhelm ließ sich nicht die gähe hitze treiben,
138
Wie die verwegenheit sich offt zum degen wagt,
139
Sein hertze muste sich dem Höchsten erst verschreiben,
140
Eh’ er der welt den dienst zu kriegen zugesagt.
141
Es schien, der ernst wär ihm von Ernsten angeboren,
142
Den itzt die affter-welt mit recht den Frommen heist;
143
Er hatt’ ihm Gottes wort zur regel auserkohren,
144
Als welches uns die kunst ein land zu schützen, weist.
145
Zwar will ein Julian des bibel-lesens spotten,
146
Dieweil nach seinem sinn es feige hertzen macht,
147
Er jagt die Christen fort aus seinen krieges-rotten,
148
Weil andacht, wie er denckt, im treffen zagt und schmacht;
149
Doch kan das heilge blat mehr wahrer helden stellen,
150
Als uns Homerens schrifft in dummen fabeln zeigt.
151
Ein trieb von jener macht kan ja mehr feinde fällen,
152
Als sonst Achillens faust Trojanen niederbeugt.
153
Dir lag, Durchlauchtigster! dein GOtt in den gedancken,
154
Und sein geliebtes wort nahm deine sinnen ein,
155
Dich hielt des Höchsten furcht in den gesetzten schrancken,
156
Doch war die andacht nicht ein bloser heuchel-schein
157
Nach arglist unsrer welt; Man führet GOtt im munde,
158
Man rühmt die heiligkeit, man stellt sich redlich an,
159
Man legt das Christenthum im regiment zum grunde,
160
Nur daß man füglicher das volck regieren kan;
161
Jm hertzen glaubt man nichts. Mit worten GOtt beken-
163
Jm hertzen doch noch mehr voll heißer andacht glühn,
164
War Wilhelms emsig thun. Die seuffzer musten brennen,
165
Wenn sich sein hoher geist wolt um ein werck bemühn,
166
Das unser heyl betraff. Schreibt Ajax schon das beten
167
In blinder wüterey den feigen memmen zu:
168
Will der von Friedland nicht vor seinen Schöpffer treten,
169
Sucht im gestirne glück und in den puncten ruh,
170
Eh er ein treffen wagt; So waren Wilhelms sinnen
171
Von einer frommen art weit anders abgericht.
172
Des glaubens wurde man zwar aus den wercken innen,
173
Doch that er in geheim dem Höchsten seine pflicht.
174
Sein tempel war sein zelt. Darff ich, o Wilhelm! sagen,
175
Was deine tugend uns hier stets verborgen hat?
176
Wie offte wolt’ ich mich zu deinem zelte wagen!
177
Jedoch begeht ein knecht nicht leicht die kühne that,
178
Daß er den Printzen stört; vielleichte möchtst du schlafen;
179
Denn wen die nacht bemüht, der sucht am tage rast.
180
Vielleichte (dacht ich) macht dir wol ein buch zu schaffen;
181
Denn dieses hast du auch gar offt zur hand gefaßt.
182
Die stille trieb mich ab: Doch wolte sichs nicht schicken,
183
Wenn mich die wichtigkeit nicht ferner säumen hieß,
184
So gieng ich näher zu; da kont ich offt erblicken,
185
Was andacht, eifer, ernst und GOttes liebe wieß.
186
Du lagst auf tieffem knie mit treu-gefaltnen händen,
187
Und flehtest deinen GOtt um hülff und segen an.
188
Sich von den menschen weg zur leisen stille wenden,
189
Ist wahrer andacht werck, die kräfftig beten kan.
190
Zwar wird ein Thraso wol die eckle nase rümpffen,
191
Doch Wilhelm acht den spruch der tadler gar nicht viel.
192
Die hölle pfleget dis nach ihrer art zu schimpffen,
193
Was nach dem himmel steigt, und GOtt gefallen will.
194
Wo nun das Christenthum zum sichren grunde lieget,
195
So wird der tugend-bau gar leichtlich aufgeführt;
196
Und wo man fleisch und blut durch GOttes wort besieget,
197
Hat witz und klugheit auch die seelen ausgeziert.
198
Du bist, Durchlauchtigster! der niedrigkeit entflogen,
199
Und dein versuchter sinn, dein himmlischer verstand,
200
Nach welchem du genau der sachen werth erwogen,
201
Macht deinen großen ruhm der weiten welt bekant.
202
Zwar darff es nicht bey dir, von fremden dis zu borgen,
203
Was dir ein volles maaß vorlängsten beygelegt;
204
Doch war dein frischer muth voll ungesäumter sorgen,
205
Ein trieb, der andre zeucht, hat dich auch angeregt.
206
Du dachtest in die welt. Du hast die herrligkeiten
207
Und fremder völcker thun begierig angeschaut.
208
Dir wieß der erste zug die schönen seltenheiten,
209
Worauf das Niederland so pracht als nutzen baut.
210
Dich sah das freye volck mit unverwandten blicken,
211
Als das schon bey sich selbst aus deinen augen las’:
212
Daß deine starcke faust solt ihren Staat beglücken,
213
Der damals schon nicht mehr in sichrer ruhe saß.
214
Dich trug die see darauf ins große reich der Britten,
215
Es nahm dich Engelland als deutschen engel an.
216
Du sahest Londens pracht und seiner bürger sitten,
217
Wie sich die Themse nährt und auch beschützen kan.
218
Der große William wieß dir viel liebes-zeichen,
219
Er nahm an dir, o Printz! was ungemeines wahr;
220
Sein Withal muste dir die holden küsse reichen,
221
Dein stern macht seinen glantz durch helden offenbar.
222
Hat einst der Sachsen macht das Britten-volck bezwungen,
223
Und ihren thron daselbst zur herrschafft aufgeführt;
224
So ist Jan Wilhelms huld von neuen durchgedrungen,
225
Von welchen jedes hertz sich als bezwungen spürt.
226
Allein das feuer kan doch keine ruhe finden,
227
Es treibet seine loh in lichten flammen auf.
228
Der himmel weiß sich doch auf keine ruh zu gründen,
229
Er gehet um und um, weil der gewohnte lauff
230
Die ruh in unruh sucht. Du gleichst den heißen flammen,
231
O mehr als theurer Held! und weist von keiner ruh.
232
Dein angeborner muth muß von dem himmel stammen,
233
Du thust dir selbst die thür zur sanfften stille zu,
234
Und gehest weiter fort. Das unermüdte reisen
235
Ist deiner sinnen lust. Es rühmet Wallenstein,
236
Daß Welschland ihm allein was kluges können weisen,
237
Und seine lehrerin in seltnen künsten seyn:
238
Er dachte keinen fast der freundschafft werth zu schätzen,
239
Der auf den Apennin nicht seinen fuß gewagt:
240
Ich könte mich dem spruch gar wohl entgegen setzen,
241
Da man oracul auch an nähern orten fragt;
242
Doch Wilhelm ist bemüht Jtalien zu schauen,
243
Das paradieß der welt, Europens schönste pracht,
244
Der anmuth lust-revier, wo die natur will bauen,
245
Was anderswo die kunst mit saurem fleiße macht.
246
Hier sahest du das feld, das einst von deinen kriegen
247
Und deinem helden-muth solt in dem rauche stehn:
248
Hier sahst du manche stadt, die einst nach deinen siegen,
249
In tieffer niedrigkeit dir solt entgegen gehn,
250
Wo Hannibal gekämpfft, wo Fabius gesäumet,
251
Wo Cäsars starcker arm die sieges-fahnen trug,
252
Wo Alarich erhitzt den eifer ausgeschäumet,
253
Wo Totila die macht der feigen Welschen schlug.
254
Hier fiel das stoltze Rom dir endlich ins gesichte,
255
Die große herrscherin der alten vorder-welt:
256
Was uns ein blat gesagt, was ehmals die geschichte
257
Vor grauer zeit gelehrt, ist hier noch aufgestellt;
258
Doch als ein schatten-bild. Es liegt das aas der zeiten,
259
Das sein gerippe nun mit neuer pracht geschmückt.
260
Die säulen trotzten einst die späten ewigkeiten,
261
Man findt das ertzt nicht mehr, der marmor ist zerstückt.
262
Hier sahst du, Kluger Fürst! wie zeit und schicksal spielen;
263
Wie ein bejahrtes reich sich selbst verzehren muß;
264
Wie tod und untergang auf cron und throne zielen;
265
Wer heut das haupt erhebt, liegt morgen unterm fuß.
266
Doch was in Rom vergeht, kommt in Venedig wieder,
267
Weil die regierungs-form fast jener alten gleicht,
268
Die pracht des großen raths und seiner edlen glieder
269
Ist würdig, daß auch Rom vor ihm die segel streicht.
270
Dein auge säumet nicht die wunder anzumercken,
271
So mitten in der see in vielen insuln stehn,
272
Wie noth und kunst den ort durch drücken kan bestärcken,
273
Da seine kahue doch durch alle gassen gehn.
274
Auf reisen kan man mehr in einem tage wissen,
275
Als uns ein gantzes jahr aus stummen büchern lehrt.
276
Und dis, worauf, o Printz! dein eifer war beflissen,
277
Hat die erfahrung dir begierig zugekehrt.
278
Doch soll ich anders nichts, als Wilhelms reisen zehlen?
279
Nein: Ob Vlysses schon durch see und länder schweifft;
280
So will ihm dennoch viel an seinem ruhme fehlen,
281
Wenn seine rege faust nicht nach dem degen greifft.
282
Jan Wilhelms ernster muth schaut endlich nach den waffen,
283
So ihm des himmels schluß vorlängsten zuerkannt:
284
Ein kluger printz versteht, worzu er sey erschaffen,
285
Nicht vor sein eigen wohl, nur vor das vaterland.
286
Der Rhein hat ihn zuerst in blanckem stahl erblicket,
287
Der ihm beym ersten gruß den frischen lorbeer wieß.
288
Es war das krieges-volck in ehren-furcht entzücket,
289
Als dieser junge held den degen blincken ließ.
290
Doch Willjam, dessen arm die schwache freyheit decket,
291
Als ihr ein kühner feind fast an das hertze griff,
292
Hat unsers Fürsten muth durch neue huld erwecket,
293
So ihn ins Niederland zu großen thaten rieff.
294
Hier war der tummel-platz, da Wilhelm seine proben
295
In muntrer freudigkeit dem großen Willjam gab;
296
Was unser Wilhelm thut, muß jener Willjam loben,
297
Die wahrheit stattet selbst ein treues zeugniß ab.
298
Hier hast du, Großer Printz! kein ungemach gescheuet:
299
Was andern grauen macht, war dir ein rechtes spiel:
300
Ob hunger, hitz und durst, ob frost und nebel dräuet:
301
Ob die gestärckte macht der feinde schrecken will;
302
So achtst du dieses nicht; du zeigest deine kräffte,
303
Die GOtt und die natur dem helden-geist verliehn,
304
Du kennest überall die wichtigsten geschäffte,
305
Wie fern sich ieder muß um seine pflicht bemühn.
306
Wo ein beqvemes feld, das lager abzustechen,
307
Wie ein besetzter paß wohl anzugreiffen sey;
308
Wie durch erdachte list der nahe feind zu schwächen,
309
Wohin der fuß-knecht soll, und wo die reuterey
310
In guter ordnung gehn. Wie die armee zu stellen,
311
Was in erhitzter schlacht den besten vortheil giebt;
312
Wie im gewagten sturm an den beschloßnen wällen
313
Bescheid zu geben sey, was die soldaten übt,
314
Und in der strenge hält; Und andre krieges-wercke,
315
Die hattest du allhier als handwerck auserwehlt;
316
Doch kommen witz und muth zu der gewünschten stärcke,
317
Als Willjam endlich dich zu seinen helden zehlt.
318
So lang die Sambre wird ihr gelbes ufer küssen,
319
Wo sich die trübe Maas in ihre fluthen mischt,
320
Wird sie den helden-trieb der nach-welt sagen müssen,
321
Der unsern Wilhelm hier zu kriegen angefrischt.
322
Doch Ryßwick schencket uns den nun erstrittnen friede,
323
Der krieg bekommt ein loch, die helden gehn zur ruh.
324
Du aber, Tapffrer Printz! bist lange noch nicht müde,
325
Und zeuchst dir hier und da die arbeit selbsten zu,
326
Läst deine trouppen nicht in stiller muße lauren;
327
Es dient ein stilles thun vor gute krieger nicht.
328
Der Türcke trotzet noch in Belgrads festen mauren,
329
Ob ihm schon mancher sieg die rauhen kräffte bricht.
330
Hier woltst du muth und blut vor GOttes ehre wagen,
331
Wo der verfluchte feind in blindem eifer kämpfft,
332
Du woltest hier das schwerd vor unsre freyheit tragen,
333
Bis der gerechte GOtt das tolle heer gedämpfft.
334
Der große Leopold, so bald du nur erschienen,
335
Hat dir huld, lieb und hof nach würden aufgethan;
336
Du sahest überall des großen Käysers mienen,
337
Als einen morgen-schein voll göldner strahlen an.
338
Allein ein schnelles nun, ein unversehn geschicke,
339
Das uns der himmel gab, hemmt deiner waffen lauff,
340
Doch deine tugend nicht. Der friede zeigt die blicke,
341
Und giebt durch einen schluß die mürben fahnen auf.
342
Der himmel segnet dich: du woltest friede schaffen,
343
Doch eh du dich bemühst, ist schon der zweck erlangt.
344
Es bleibt der friede doch ein ziel getreuer waffen,
345
Der nach vollbrachtem streit in frischen palmen prangt.
346
Sich nur an krieg und blut nach rauher art ergetzen,
347
Und vor dem friedens-brief den hut ins auge ziehn,
348
Der armen leute raub vor seinen reichthum schätzen,
349
Und sich im krieg auf krieg, im mord auf mord bemühn,
350
Steht keinen helden an. Sie kriegen, daß sie siegen,
351
Sie siegen, bis die ruh ein treues volck erqvickt.
352
So kanst du, Großer Printz! den helden-muth vergnügen,
353
Als nun ein lieber schluß das öde land beglückt.
354
Hat schon kein Muselmann dein tapffres schwerd empfunden,
355
Hat er doch deinen muth verwundernd angesehn;
356
Es fühlt der Türcken heer von dir zwar keine wunden,
357
Doch muß dein tugend-glantz ihm tieff ins hertze gehn.
358
Die barbarn sahen dich, als sie um friede baten,
359
Als der gesandten zunfft ins deutsche lager kam.
360
Sie starrten über dir, daß, als sie näher traten,
361
Dein unverzagter blick ihr hertz in fessel nahm,
362
Doch fessel voller gunst. Du selber trugst verlangen,
363
Das ungeschlachte volck genauer zu beschaun.
364
Jhr lager solte dich nach ihrem wunsch empfangen,
365
So weit ihr kühner arm kont’ ihre zelter baun.
366
Es ehrte dich das heer; die angesehne Bassen
367
Die zogen deine zier Stamboldens printzen vor.
368
Die frechen Thracier, die schnaubenden Circassen
369
Die huben, Wilhelm! dich in ihrem sinn empor.
370
Das dumme heyden-volck von Bosphors kalten sande,
371
Von des Mäotis pful, vom Dnieper, von der Don,
372
Von Taurus klippen her, vom heißen Nilus-strande.
373
Bey allen trugest du den grösten preis davon.
374
Sie schätzten sich beglückt, daß sie den printzen sahen,
375
Der sie, doch ohne schwerd, mit stillen mienen sprach,
376
Daß du zu ihnen kontst und sie zu dir sich nahen,
377
Da doch kein ungestüm den umgang unterbrach.
378
Da nun Europa sich mit friedens-palmen crönet,
379
Und das verbrauchte schwerd zu krummen sicheln schleifft,
380
Was ists, das ferner dir den weg zum ruhme bähnet,
381
Wenn dein bemühter arm nicht schild und spieß ergreifft?
382
Es schien, ob wärest du zun waffen nur geboren,
383
Als dich der himmel selbst bisher zu felde rief,
384
Doch nein, Jan Wilhelm hat die zeiten nicht verlohren,
385
Zu welchen unsre welt in sichrer ruhe schlief.
386
Zwar wer ihn sieht das volck in glut und flammen führen,
387
Wenn sein erzörnter muth sich an den feinden reibt,
388
Der meynt, es wäre nichts sein tägliches studiren,
389
Als was die krieges-kunst in ihren schulen treibt.
390
Alleine wenn er sich läst an den höfen sehen,
391
Wo mancher könig ihn und seine tugend schätzt,
392
So gab sein gantzes thun uns etwas zu verstehen,
393
Als ob er nie die hand in krieg und blut genetzt.
394
Es muste Willjams huld in deiner seele leben,
395
Und weil er einst mit dir auf Englisch sich verband,
396
So wilst du abermals dich an die Thems erheben,
397
Dich tragen GOtt und schiff zum schönen Engelland,
398
Das deine thaten kennt. Du sahest Willjams hertze
399
Jtzt in gemehrter gunst die liebes-funcken streun,
400
Die freundschafft brannte nun gleich einer lichten kertze,
401
Worauf kein scheeler neid den geiffer dorffte speyn.
402
Die Seine hieß dich drauf, Durchlauchtigster! willkommen,
403
Paris, das allen pracht Europens in sich schleust,
404
Hat dich in seinen schoos, als Printzen, angenommen,
405
Dem Louis nach verdienst die höchste gunst erweist.
406
Dis ist der tugend art, daß sie ein feind auch liebet,
407
Ein feind, der noch verstand in seinen sinnen hegt;
408
Man ehrt den edelstein, der strahlen von sich giebet,
409
Ob ihn die fremde hand in fremdem golde trägt;
410
Der stoltze Frantzmann steht in nichtigen gedancken:
411
Daß unsre Deutschen plump und sonder anmuth sind;
412
Er zeucht die artigkeit in allzuenge schrancken,
413
Die sich nach seinem kopff nur an der Seine findt.
414
Der kühne Bouhours sucht recht gründlich zu erweisen,
415
Es sey ein deutsch gehirn zur klugheit ungeschickt;
416
Er spricht: der himmel sey bey uns von stahl und eisen,
417
Der seine härtigkeit auch in die seelen drückt.
418
Allein was dienet es mit fingern zu bemercken,
419
Wo der bekante glantz der sonnen-fackel brennt?
420
Es soll kein widerstreit das gegentheil bestärcken,
421
Das auch ein blödes aug aus den exempeln kennt.
422
Paris gestunde sich in seinem wahn betrogen,
423
Hier stach der wahre glantz die falschen farben ab.
424
Die pral-sucht hat ihr wort beschimpfft zurück gezogen,
425
Als ihr ein Sachsen-Printz der klugheit proben gab.
426
Verstand und artigkeit die waren hier verbunden,
427
Gleich als der zwillings-stern in seinem creise blinckt:
428
Der Gallier hat hier ein wahres muster funden,
429
Daß noch kein deutsches blut vor seinem hochmuth sinckt.
430
Indessen da Paris mit seinen liebligkeiten
431
Die deutsche tugend sonst mit schlauen netzen fängt,
432
Wilst du, Behertzter Printz! nicht auf dem eise gleiten,
433
Indem dein helden-muth auf große wercke denckt.
434
Der Schweden zwölffter Carl ließ spieß und schwerdter klingen,
435
Dort wo der Düna-strom die kalten felder netzt;
436
Er wolte fremde macht, mit eigner macht verdringen,
437
Die Wolg’ und Weichsel ihm in seine reiche setzt.
438
Jan Willhelm ruhet nicht; er will dem großen Helden,
439
Der nichts als siege kennt und seiner thaten preiß
440
Durch erd und himmel trägt, auch seinen muth vermelden,
441
Ob schon die gantze welt davon zu sagen weiß.
442
Das wilde Russen-volck hat deine faust empfunden,
443
Die als ein donner-keil auf ihre häupter fiel,
444
Wo sich die dickste schlacht mit glied auf glied verbunden,
445
Da ist dein sieges-platz, der dich beerönen will.
446
Du kontest Carlens geist nach seinem wunsch vergnügen,
447
Und stundest in der reih der helden oben an.
448
Du kontst der feinde macht und Carlens hertz besiegen,
449
Daß jene liegt, und dieß dich innig lieben kan.
450
Will ihn die billigkeit dem Alexander gleichen,
451
Must du Hephästion an seiner seite seyn;
452
Will ihm die danckbarkeit verbundne cronen reichen,
453
So slicht sie deinen ruhm als diamanten drein.
454
Alleine soll mein kiel den rauhen fall vergessen,
455
Als dich ein wilder schlag an jene klippen warff?
456
Kan meine schwachheit schon den helden-lauf nicht messen,
457
So weiß ich, daß ich doch dis wunder melden darff:
458
Du bist durch mord und glut, als überwinder, gangen;
459
Doch wiegelt nun die see die stoltzen wellen auf.
460
Ach jammer! da Stockholm den Printzen soll empfangen,
461
So hemmt ein rauher sturm der fernen reise lauff;
462
Jedoch nicht ohngefehr: Dis ist des Höchsten liebe,
463
Die ein geschwächter mensch auf seinem schoos erblickt,
464
Er macht den tag zu nacht, das heitre wetter trübe,
465
Doch so, daß seine gunst uns aus den ängsten rückt.
466
Wer will der kräuter krafft, der ärtzte witz erkennen,
467
Wenn nicht der blasse tod uns offt die sense wieß?
468
Wer wolt das sonnen-licht den trost der erden nennen,
469
Wo nicht ein kalter frost auf unsre felder bließ?
470
Wer will des Höchsten huld und seine liebe preisen,
471
Wenn nicht die bange noth an leib und seele stürmt?
472
Jan Wilhelm kan alsdann mit seinen fingern weisen,
473
Wie weit ihn GOttes macht in seiner noth beschirmt.
474
Der himmel schwärtzet sich, die strenge winde sausen,
475
Die wellen schaumen auf, die rauhe see erregt
476
Die ungestüme flut, die grimme wogen brausen,
477
Da ihr erhitzter zorn an schiff und segel schlägt;
478
Das schiff wanckt hin und her, die masten stürtzen nieder,
479
Der kiel steigt himmel-an, der steuermann erblaßt,
480
Jtzt springt sein ruder auf, und itzo sinckt es wieder,
481
Der botsmann, der verzagt die starcken towen faßt/
482
Nimmt alle segel ein: Die schwachen blancken schüttern,
483
Der fock bricht hinten ab, und der mesan zerschellt,
484
Das schiff ist ohne schutz, die untern breter splittern,
485
Da alle hoffnung nun mit allen masten fällt,
486
So plumpt der schiffer noch, das wasser auszugießen,
487
Das durch den weiten leck in die cajute brach.
488
Die angst begreifft sich nicht, und weiß nichts mehr zu schlüßen;
489
Weil der zerschlagne rest im letzten ungemach
490
Gar an die klippen fährt: Der ruffet, jener lärmet,
491
Der betet, jener bebt: Das schiff stöst an das land
492
Und prellet doch zurück, das rauhe wetter schwärmet
493
Und liefert, was es trifft, der rauhen unglücks-hand.
494
Doch kan des Cäsars trotz die wilde see verlachen,
495
Die ihm den untergang in ihren wellen droht,
496
Kan er dem schiffer-volck noch trost und hoffnung machen,
497
Und rufft: Mein glücke steht mir dennoch zu gebot;
498
So wird, Jan Wilhelm! dir dein GOtt zu einer klippe!
499
Und führt dich unverletzt den festen klippen zu,
500
Ob schon der rauhe sturm, das mürbe schiff-gerippe
501
In tausend stücke schlägt, du findst an klippen ruh.
502
Arion fällt ins meer, doch reichen ihm delphinen
503
Zu seiner rettung noch den breiten rücken dar;
504
Dir ist, o Theurer Printz! auch hülff und trost erschienen,
505
Als der gebrochne mast noch deine brücke war.
506
Es sah dich Hernösand an harten felsen schweben,
507
Und ließ ein frisches boot zu deinem ufer gehn.
508
Stockholm erblicket dich in dem verneuten leben,
509
Und läst nach deiner angst die freuden-zeichen sehn.
510
Indessen lieff die post in dein getreues Sachsen,
511
Es that die danckbarkeit ein treues opffer ab;
512
Wir wünschten, daß dein heyl noch ferner möchte wachsen,
513
Da uns des Höchsten gunst der liebe proben gab.
514
Die sehnsucht wartet auf, dich selber anzuschauen,
515
Da unsre demuth dir schon palmen-kräntze flicht.
516
Wir hoffen, du wirst einst hier deine ruhe bauen,
517
Weil auch ein langer schweiß des Herculs kräffte bricht.
518
Du kömmst, wir sehen dich, doch die gewünschte freuden
519
Verfallen, rosen gleich, in wenig stunden hin,
520
So will des tages-licht, des abends abzuscheiden,
521
Der welt zu kurtzem trost aus seinem morgen ziehn.
522
Du kommst; doch lässet dich dein helden-geist nicht rasten;
523
Das vaterland wird doch im lande nicht beschützt:
524
Die schultern sind gewohnt, sie tragen schwere lasten,
525
Worunter manches blut in bangen sorgen schwitzt,
526
Zu ihrer sondern lust. Der große Joseph höret
527
Der großen thaten ruff. Hat dich einst Leopold
528
Nach stand und nach verdienst, Durchlauchtster Printz! geehret,
529
So ahmt ihm Joseph nach und zeigt dir gleiche hold.
530
Dein ruhm durchschallt die welt, und Hollands Staat wird in-
532
Wie deine tapffre faust manch großes werck verübt.
533
Der Britten Königin kömmt noch zu danckbarn sinnen,
534
Daß William einsten dich vor andern printzen liebt.
535
Die ehre laufft dir nach, du willst Europen zeigen,
536
Wie dein besorgter geist des landes rettung sucht:
537
Du willst als Hannibal die Alpen übersteigen,
538
Du deutscher Hannibal! der aller arbeit flucht,
539
So keine feinde schreckt: Turins entsetzte mauren,
540
Allwo Marsinens schwerd auf deine trouppen schlug,
541
Die werden länger nicht als ruhm und ehre dauren,
542
Die sieg und tapfferkeit dir dort entgegen trug.
543
Es raucht der schlancke Po vom donner der karthaunen,
544
So den erzörnten feind an seinen ufer fällt,
545
Und Alexandria erblicket mit erstaunen,
546
Daß sich dein muthig heer an ihre pforten stellt.
547
Cremon und Mantua und Mäyland werden melden,
548
So lang der Apennin die nahen wolcken rührt:
549
Daß Sachsens Wilhelm hier, der auszug deutscher helden,
550
Den degen vor das land in stetem siege führt.
551
Es siehet Piemont in klippichten gebirgen,
552
Daß auch kein harter fels die deutschen printzen schreckt,
553
Ein Hercul kan nicht mehr die ungeheuer würgen,
554
Wenn Gades seinem muth die letzte grentzen steckt;
555
Doch gehst du weiter fort, du weist von keinen säulen,
556
So dir die ruhe setzt. Es mocht in alter zeit
557
Der alten Deutschen heer die Alpen übereilen,
558
Daß sich das freche Rom vor ihren waffen scheut;
559
So ist kein Deutscher noch die Alpen übergangen,
560
Wo sich Jtalien von Franckreichs grentzen trennt;
561
Du kanst als erster Held bey deinen Deutschen prangen,
562
Den Var- und Rhone-strom in seinem harnisch kennt.
563
Armin, der helden keru, der alten ritter ehre,
564
Der deutschen freyheit trost, der Welschen harter zwang,
565
Trifft mit erhitzter macht auf Varus stoltze heere,
566
Und dräut Augustens thron den letzten untergang.
567
Was jene helden trieb, ist dir ins blut gepräget,
568
Und jener tapfferkeit ermannet deinen geist;
569
Was jenen ehmals hat die strenge hand gereget,
570
Ists, was dir itzo noch die ehren-cronen weist.
571
Des Wittekindens muth erhitzet dein gemüthe,
572
Der einsten seinen blitz der Weser sehen ließ,
573
Es steckt was Sächsisches in Sächsischem geblüte,
574
Das schon vor langer zeit in deine flammen bließ.
575
Des großen Bernhards ruhm, vor welchem Lützen zittert,
576
Vor dessen schilden noch das feste Breysach bebt,
577
Der vor das vaterland dem donner gleich, gewittert,
578
Hat in gesippter krafft, o Wilhelm! dich belebr.
579
Du kanst, o Großer Printz! die üppigkeit verachten,
580
Die sonst mit leichtem garn die grösten helden fängt;
581
Du kanst bey strenger noth in durst und hunger schmachten,
582
Weil sich kein weiches thun in deine waffen mengt.
583
Will schon die zärtligkeit in manche helden schleichen,
584
Und läufft die eitle pracht schon manchen printzen nach;
585
So muß die wohllust doch von deiner thüre weichen,
586
Du bannst den schnöden tand aus deinem schlaf-gemach.
587
Es ist ein leichtes werck die schnelle regung zwingen,
588
Wo das gesetze schreckt und die gelegenheit
589
Das thor verriegelt hat. Doch mit der wohllust ringen,
590
Wo man nicht sclaven gleich, die tugend-regeln scheut.
591
Ist wahrer tugend lob. Dir, Wilhelm! stehet offen,
592
Was andern die gefahr genau verriegelt hat;
593
Doch hat der süße pfeil dein hertze nie getroffen,
594
Dein trieb, der himmlisch ist, scheut iede schnöde that,
595
So weiche seelen lockt. Wie mancher überwindet,
596
Was die geschickte kunst sonst vor unzwingbar hält?
597
Doch, wenn der heiße zorn die harte seel entzündet,
598
So wird der muntre gelst, den selaven gleich, gefällt.
599
Wo bosheit, list und trotz das fromme recht verletzet,
600
So reißt der eifer zwar Jan Wilhelms ernsten muth,
601
Doch hat sich die vernunfft der regung beygesetzet,
602
Die ohne mürrisch-seyn auf stille waage ruht.
603
Jan Wilhelm leget zwar den feind zu seinen füßen,
604
Doch legt er seinen zorn ihm selber auch zu fuß:
605
Ob andre sich vor ihm, als knechte, bücken müssen,
606
So schaut, wie sich sein zorn für ihm auch bücken muß,
607
O Edler Helden-Preis! Und forscht man nach der qvelle,
608
Woraus dis große thun den ersten ursprung nahm;
609
Bemercket das gesicht der wurtzel eigne stelle,
610
Woraus der schöne zweig mit seinen früchten kam,
611
So ists das nüchtern seyn. Offt sencken große geister,
612
Verstand, witz, muth und ernst in große gläser ein;
613
Wird der geliebte trunck des tapffren blutes meister,
614
So muß der helden-muth der sclaven diener seyn,
615
Und kennt sich selbsten nicht; Will andre zwar regieren,
616
Doch ist der volle leib den knechten unterthan;
617
Und soll man eine that mit klugen händen führen,
618
So greifft das düstre haupt die sache rückwerts an.
619
Jan Wilhelms thaten hat kein solcher schmutz beflecket,
620
Ein Printz, der redligkeit, der GOtt und tugend ehrt,
621
Der sein erhabnes ziel nicht an die erde stecket,
622
Fleucht das verdammte thun, so kluge sinnen stört:
623
Dis ists, das, Wilhelm! dich in großer Fürsten orden,
624
Gleich als das sonnen-licht, zum sternen-reihen bringt;
625
Dis ists, wodurch dein preis dem himmel ähnlich worden,
626
Der mit vermehrtem schein, durch ost und westen dringt.
627
Es ehret dich die welt und mischet mit der liebe
628
Die ungezwungne furcht; Es siehet dich der knecht
629
Als seinen Fürsten an, doch in dem ehren-triebe
630
Legt deine sanfftmuth ihm ein unverhofftes recht
631
Getreuer freundschafft bey; dis sind die göldne schlingen,
632
In welche sich die welt mit ihrer freyheit schmiegt;
633
So läst das niedre volck die blöden hertzen zwingen,
634
Wenn sie kein strenges wort, nur huld und gunst besiegt.
635
Will sich Caligula nichts an die liebe kehren,
636
Und glaubet, daß sein thron genug beschützet sey,
637
Wenn ihn der unterthan mit banger furcht muß ehren,
638
Setzt sich ein grimmer haß schon allen pflichten bey;
639
So will ein Titus doch den scepter fester halten,
640
Wenn ihn das frohe Rom die lust der erde nennt.
641
Trajanus kan sein reich in fichrer macht verwalten,
642
Wenn die verbundne welt ihn als den besten kennt;
643
Jan Wilhelm! deine gunst dringt durch die theuren seelen,
644
Gleich als ein frischer thau in dürre furchen ein,
645
Du liebst, und wirst geliebt, und wenn sich andre quälen,
646
Daß sie auf ihrem stuhl nicht können sicher seyn,
647
So schützt die liebe dich. Doch nicht nur bey den kleinen,
648
So die ergebenheit zu ihren pflichten zwingt;
649
Auch große lassen dir die gegenblicke scheinen,
650
So bald dein liebes-strahl in ihre hertzen dringt.
651
Dich liebt dein Sachsen-land, Jan Wilhelm ist sein hoffen,
652
Der treuen wünsche ziel, der trost in ungemach,
653
Der ancker, wenn ein sturm das arme land betroffen,
654
Es sieht ihm Thüringen als seinem ruder nach.
655
Doch jammer! dieses licht fällt in der asche nieder,
656
Ein unversehner schlag reißt unsre säulen ein:
657
Jan Wilhelms Sonne kömmt aus ihrer grufft nicht wieder,
658
Wir müssen ihm zu früh die sterbe-fackeln weihn;
659
Ach leyder! allzufrüh muß unsre Ceder sincken,
660
Auf welcher sich der bau gemeiner wohlfahrt stützt;
661
So will ein rauhes beil den stärcksten pfeilern wincken,
662
Worauf ein treues land in sichrer ruhe sitzt!
663
Es rückt der Große Printz mit unerschrocknen füßen,
664
Mit aufgewecktem muth an Toulons mauren an,
665
Jhm folgt das muntre volck den nahen feind zu grüßen,
666
Der an dem walle noch die Deutschen trotzen kan.
667
Jan Wilhelm steht behertzt, die harten keule schwärmen
668
Auf seine tronppen zu; der feind läst seine macht
669
Mit ungewohntem zorn in dampff und feuer lärmen,
670
Bis die verwegenheit sie aus der ordnung bracht.
671
Die glieder sind verwirrt, die reihen sind zerstücket,
672
Da sich der kühne feind mit in die rotten mengt;
673
Die leute sind entsetzt, entkräfftet und verrücket,
674
Daß ieder selbst vor sich auf flucht und rettung denckt.
675
Jan Wilhelm weichet nicht, schent weder schwerd noch flammen,
676
Die in vereinter glut um seine scheitel gehn,
677
Giebt ordre, treibt das volck, bringt glied und glied zusammen,
678
Läst sein ermanntes hertz in neuen kräfften sehn.
679
Die feinde wüten fort, und trotzen mit der menge,
680
Die als ein dicker sturm auf unsern Printzen fällt:
681
Die trouppen drücken sich in feurigem gedränge,
682
Wo der behertzte Printz gleich starcken mauren hält.
683
Ob hagel, blitz und glut um unsern Printzen spielen:
684
Ob ein geschwärtzter dampff ihm vor die augen zeucht:
685
Ob tausend kugeln schon nach seinem haupte zielen,
686
Und manch gezückter stahl ihm an das hertze streicht;
687
So steht er doch getrost. Er lässet seinem muthe
688
In voller freudigkeit den muntern zügel ab.
689
Er fällt! Ein Simson sucht mit seinem eignen blute,
690
In seiner feinde sturtz ein edles helden-grab:
691
Er fällt! Jan Wilhelm fällt! Vermaledeyte wälle,
692
Bey welchen dieser Fürst als opffer niedersinckt!
693
Vermaledeyter platz! verworffne lager-stelle,
694
Wo man ein solches garn vor große Helden schlingt!
695
Verfluchtes bley, das sich darff auf den scheitel wagen,
696
Dem unsre demuth schon die göldnen cronen beut!
697
Verfluchtes bley, so darff ein solches auge schlagen,
698
Vor dessen blitzen sich doch iedes auge scheut!
699
So fällt der Printz dahin! Wer will den schluß ergründen,
700
Den nun des Höchsten zorn auf Deutschlands grentzen macht?
701
Vielleicht ist dis die frucht von unsern schweren sünden!
702
Wer weiß nun, welches schwerd auf unsre rache wacht?
703
Jm fall ein pfeiler sinckt, so muß das hauß zerschüttern:
704
Jm fall ein eckstein bricht, so fällt das mürbe dach,
705
Und will ein starcker riß den festen grund zersplittern,
706
So stürtzt der gantze bau in noth und ungemach.
707
Gott reißt die Helden weg; Er hat vielleicht den waffen
708
Und ihrem frischen lauff ein kurtzes ziel gesetzt.
709
Ach Toulon kan ja schon in sichrer ruhe schlaffen,
710
Seit dem es seinen fuß in Wilhelms blut genetzt.
711
Kaum ist die harte post die zelter durchgestrichen,
712
Als ein gezognes ach auf allen zungen schwebt:
713
Die bange stimme klagt: Es ist ein Held verblichen,
714
Der unsrer deutschen welt zu ruhm und trost gelebt.
715
Es seufftzt Eugenens mund, daß ihm sein aug und hertze;
716
Daß ihm sein treuster Held zu früh entfallen sey.
717
Faßt sich ein tapffrer muth schon mitten in dem schmertze,
718
So bringt doch der verlust hier manchen jammer bey.
719
Des großen Josephs hof läst seine klagen hören,
720
Und nimmt den trauer-brief als unglücks-boten an;
721
Die Britten wollen ihn mit ihrem beyleid ehren,
722
Es traurt der zwölffte Carl um seinen Jonathan.
723
Ja Preussens Friederich, der sich mit ihm verbunden,
724
Und ihn, als seinen Sohn, in voller gunst erkannt,
725
Klagt, daß nunmehr ein Printz aus unsrer welt verschwunden,
726
Dem erd und himmel selbst die liebe zugewandt.
727
Das schöne Niederland vermeldet den provintzen:
728
Daß itzt ein edelstein aus ihrem ringe fällt,
729
Seit dem ein harter fall den auszug tapffrer Printzen
730
Durch einen jähen tod den leichen beygesellt.
731
Jedoch was andre nur mit leisen zungen sprechen,
732
Beweinet Friedenstein mit vollem thräuen-fluß.
733
Man sieht die blitze zwar in fremde grentzen brechen,
734
Doch daß der donner hier die mauren schlagen muß.
735
Was andrer muth erregt, bewegt hier das geblüte,
736
Was andrer haut verletzt, dringt hier zum hertzen ein!
737
Zwey brüder gleicher treu von gleicher art und güte,
738
Die wollen durch den tod nicht gern getrennet seyn.
739
Es seuffzet Friederich, daß ihm ein schild entfallen,
740
Der sein getreues land und liebstes volck bedeckt,
741
Man hört das angst-geschrey durch die paläste fallen,
742
Das zu gem einer noth die unterthanen schreckt.
743
Betrübtes Sachsen-land! wer will den riß ergäntzen?
744
Ist denn kein balsam da, der deine wunden heilt?
745
Das unglück drohet dir auf den bedrängten grentzen,
746
Dir wird ein volles maaß der thränen zugetheilt.
747
Du klagest; und wer will die bittren klagen schmähen?
748
Dir gehu zu deiner noth nur unglücks-sternen auf;
749
Dir will ein rauher sturm in das gesichte wehen,
750
Und kein gestärckter schutz hemmt solcher winde lauff.
751
Zwar ist Jan Wilhelms ruhm im minsten nicht gestorben,
752
Weil ihn die ewigkeit in ihre säulen gräbt.
753
Er hat durch seine faust das große lob erworben,
754
Das in verjüngter krafft durch alle zeiten lebt.
755
So lang die mittel-see bey Toulons hafen strandet,
756
Und ihr gehäufftes saltz an jene küste trägt,
757
So lang ein müdes schiff an jenen ufern landet,
758
So lang die wilde flut an jene mauren schlägt;
759
So lange wird die welt den Sachsen-Printzen kennen,
760
Der seinen Helden-geist dort seinem himmel gab;
761
So lange wird der glantz von seinen thaten brennen:
762
Es fällt das öle nicht von solchen lampen ab.
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Jan Wilhelms name lebt. Doch bringt das angedencken
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Uns nur ein größer bild des großen jammers bey;
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Glaubt, daß ie mehr wir nur auf ihn die augen lencken,
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Uns dieses Helden fall auch mehr empfindlich sey.
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Jan Wilhelm ist dahin! wir sehen nur die glieder,
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Die uns ein fernes land als überrest geschickt;
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Und diese sencken wir zu ihrer ruhe nieder;
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So wird uns aller trost in einem nu entrückt!
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Ich mische meine noth in die gemeinen thränen,
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Du wirst, Durchlauchter Printz! mein lichter norden-pol;
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Nach diesem muß ich mich, gleich als magnetisch, sehnen,
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Der schein von deiner gunst sah auf mein gantzes wohl.
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Dein leben schaffte mir ein recht vergnügtes leben,
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Jtzt hat dein tod mich fast den todten zugepaart.
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Ich kan, doch bin ich nichts, ein wahres zeugniß geben:
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Dein tugend wandel war von rechter Fürsten-art.
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Indessen da du mich sonst öffters angehöret,
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So hörst du nun nicht mehr, was dir ein diener klagt;
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Da dich ein schlechter reim mit eiteln thränen ehret,
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Hast du der nichtigkeit vergebnen tand entsagt.
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Jan Wilhelm sieht nicht mehr in diese welt zurücke,
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Wo uns die trübe noth in ihre circkel schleust;
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Jhm giebt die ewigkeit erfreute segens-blicke,
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Wo ihn ein englisch heer auf Edens felder weist.
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Er hat vor GOttes ruhm und vor das land gestritten,
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Jtzt trägt er im triumph den sieges-erantz davon;
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Er hat, wie Fürsten ziemt, auch vor das land gelitten,
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Jtzt giebt der Lebens-Fürst ihm seinen Fürsten-lohn.
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Der erden weiter creiß in stillen regeln geht,
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Du schaffest, daß wir itzt aus jammer-bächen trincken,
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Du machst, daß unser land in tieffen sorgen steht.
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Du schlägst uns, Großer GOtt! wir ehren deine schläge,
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Und küssen deine hand, so uns die ruthe zeigt.
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Es gehet deine macht durch unverhoffte wege,
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Die uns in unser schuld den harten rücken beugt.
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Ach! wo die liebe noch dein treues hertze rühret,
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So heile diesen schlag! Hilff, daß nach dieser nacht,
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Wo noch die Majestät den Vater-titul führet,
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Ein froher morgen-stern auf unsern Friedrich lacht.