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So blitzt der himmel nun auf meine mauren loß?
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Versetzt er keil auf keil mit seinen donner-wettern?
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Will er denn meinen berg itzt gantz und gar zerschmettern?
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O mehr als harter schlag! o flammen-voller stoß!
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Wenn über meiner stadt so offte feuer knallen,
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Muß der erschellte bau in asch und staub verfallen.
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Mein haupt ist noch entzwey, ich weiß nicht wo ich bin,
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Die wolcken fallen mir auf den bedrängten rücken,
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Jhr ungestümer bruch will meinen leib erdrücken.
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O weh! es ist geschehn! ich sinck in ohnmacht hin!
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Der offt geqvetschte fuß kan länger nicht mehr stehen,
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Weil das, worauf er ruht, in drümmern muß zergehen.
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Mein unglücks-brausend meer, treibt wie vorhin sein spiel,
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Ich weiß die böse zeit, ich rechne noch die wochen,
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Da ein erboster wind den mast-baum hat zerbrochen,
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Daß er zersplittert weg von meinem schiffe fiel.
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O Hertel! Theurer Mann! was hab ich schon vernommen,
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Seit daß dein blasser leib ins todten-meer ist kommen;
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Das war der erste sturm, drauf brach die mitter-nacht,
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In der die wolcken sich mit finsterniß umzogen,
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Daraus ein starcker knall mit krachen kam geflogen,
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Der meinen steuer-mann auch um das leben bracht.
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Ach Hallmann! Großer Mann! wie bist du fortgeschwommen,
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Sind über meinen port viel tausend strudel kommen.
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Du ancker meiner ruh! o meines kummers trost!
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Ich mochte meine last auf deine schultern legen,
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Trotz schrecken, furcht und angst! trotz allen scharffen schlägen!
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Und war gleich haß und neid auf meinen hals erbost,
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So wuste deine hand das ruder so zu rühren,
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Daß mich kein zwirbel-rad auf klippen konte führen;
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Wie dein compaß verrückt, ward der durchbohrte kahn
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In einem strengen Nord von wellen hingerissen,
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Bald tieff, bald in die höh, als wie ein ball, geschmissen,
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Ja er griff voller zorn den letzten ancker an.
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Das war mein Süßenbach, der aus den todten-köpffen
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Mich statt der süßen fluth läst bittre thränen schöpffen.
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So schlug der lichte strahl in meinen rath-stuhl ein.
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Ach wär er nur nicht auch in Zions tempel kommen!
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Daraus er meinen glantz, fast alles gold genommen:
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Das schöne heiligthum verlohr der priester schein,
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Als Sper und Stiller sich zu ihren vätern machten,
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Die cantzel und altar in großen kummer brachten.
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Ach! Theuren Lehrer! ach! wär euch die angst bewust!
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Jhr würdet recht bestürtzt aus euren gräbern brechen,
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Und meiner seelen trost, der mit euch starb, zusprechen.
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Denn mir liegt ertz und bley auf der beschwehrten brust;
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Bin ich ins gottes-hauß mit andacht gleich getreten,
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So läst verwirrung mich nicht vor den sorgen beten.
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So prüft GOtt meinen sinn: so stürtzt er mich in grauß:
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Und demnach will sein grimm in heissem eifer wütten,
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Denselben tag vor tag auf meine scheitel schütten,
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Nun die erhitzte hand mir reißt den pfeiler aus,
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Der steiff und unbewegt die kirche halff erhalten,
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Da sich ihr fester grund erschüttert wolte spalten.
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Jhr steine möget selbst der feder zeuge seyn,
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Wie Preussens helden-geist hat vor den riß gestanden,
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Als in der wahrheit-burg die gröste noth verhanden.
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Jhm fielen dazumal offt die gedancken ein:
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Man müste, wolte man mit teufels-lügen kriegen,
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Wie Pauli glaubens-schild, mit GOttes worte siegen.
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Wie that der frische mund nicht seine lippen auf?
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Er ließ der stimme thon, posaunen-gleich, erschallen,
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Und Moses höllen-fluch von seiner zunge fallen,
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Kein dräuen, neid, gefahr verhemmte diesen lauff;
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Nein, er war unverzagt die wahrheit anzusagen,
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Die die verkehrte welt gar übel kan vertragen.
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Wer aber auch zu ihm in seinen beicht-stuhl trat,
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Dem wurde seelig wohl um das geklemmte hertze:
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Es brannte lichter-loh die glaubens-helle kertze:
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Die müde hand ward starck, das knie erqvickte rath:
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Die angst zerstreute sich, weil GOttes zorn verföhnet:
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Und der zerknirschte geist war nun mit lust gecrönet.
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O was erfahr ich doch! der liegt schon in der grufft,
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Der mir den schweren streich, die tief-geschlagnen wunden
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Mit salb aus Gilead so kräfftig hat verbunden.
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Sein tod, o jammer-wort! weist mich in eine klufft,
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Da sorge, schrecken, noth, pein, foltern, ketten, degen,
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Sich mit verzweiffelung ums eingeweide legen.
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Der schmertz frißt weiter fort, wenn ich das angst-geschrey
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Der treuen bürgerschafft, und wittib höre klingen,
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Das saltz der thränen seh aus ihren augen dringen:
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Die cantzel bleibet nicht von diesem winseln frey;
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Ein iedes heult und klagt: der wird mir weggerissen,
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Den mich der Höchste ließ als priester, eh-mann, küssen.
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Es trägt ein hohes hauß mit mir den schwartzen flor,
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Man sieht cypressen itzt bey seinen cedern stehen,
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An statt der rosen-art die wermuth-staud aufgehen;
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Wer dieses hauß nur kennt, thut sich in boy hervor,
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Läst den gebrochnen thon der trauer-lieder hören,
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Um des erstarrten sarg mit seuffzern zu verehren.
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So lieg ich ärmste nun hier unter meiner last!
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Gefoltert und geplagt mit tausend hertzens-rissen;
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Ich will auch gern die schuld durch diese marter büssen,
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Die du mir, großer GOtt! längst zuerkennet hast.
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Ich küsse deinen schluß und die erzörnte blicke;
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Doch halt vor diesesmal den untergang zurücke!
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Kommt, frommen bürger! kommt, werfft weyrauch aufs altar!
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Helfft mich, Betrübteste! vor dessen steine setzen,
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Wir wollen GOttes zorn mit thränen lange netzen;
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Damit ich einst vergnügt, wie groß auch die gefahr,
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Mit frohen augen kan auf den bestürmten höhen
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Jm ungewitter sehn den regen-bogen stehen.